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Neue Fenster im Rundsilo blockieren Mobilfunknetz in Eckernförde

In der Eckernförder Innenstadt klagen Bürger über erhebliche Mobilfunkprobleme. Der Grund dafür ist kurios: Neue Wärmeschutzfenster am Hafen-Rundsilo schirmen die dort installierten Antennen ab.

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Fenster zu, Netz weg. Da hilft wohl nur noch das gute alte Flaschenpost-Verfahren. — Rocky, Chefkolumnist
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In der Eckernförder Innenstadt kommt es derzeit zu erheblichen Störungen im Mobilfunknetz, die das Telefonieren und mobile Surfen massiv einschränken. Verantwortlich für die Empfangsprobleme sind neu eingebaute Wärmeschutzfenster am Rundsilo im Hafenbereich, welche die Signale der dortigen Sendeanlage abschirmen. Die Deutsche Funkturm GmbH arbeitet gemeinsam mit der Telekom an einer Lösung, um die Störungen kurzfristig zu beheben.
Wer in der Eckernförder Innenstadt unterwegs ist, bemerkt schnell, dass Telefonate stocken und das Internet nicht lädt, wie die shz berichtet. Obwohl das Smartphone vollen Empfang anzeigt, hängen Nachrichten fest und Webseiten laden endlos. Die Probleme ziehen sich spürbar durch die gesamte Innenstadt.
„Das Mobilfunknetz in Eckernförde ist eine einzige Katastrophe“, ärgert sich Henning Struck. Der 46-Jährige besucht regelmäßig seine Mutter in der Kieler Straße und kann die mangelnde Infrastruktur nicht nachvollziehen: „Auf meine Frage nach den Ursachen konnte mir die Telekom keine klare Auskunft geben. Ich wüsste zu gerne, was die Gründe für das schlechte Netz sind.“ Besonders schwierig sei die Situation für Menschen, die beruflich auf eine stabile Verbindung angewiesen sind: „Ich habe von hier aus auch schon für längere Zeit im Homeoffice gearbeitet – und musste für Telefonate häufig den Kopf aus dem Fenster hängen, um überhaupt etwas zu verstehen.“ Für Struck ist das ein klarer Standortnachteil: „Die infrastrukturelle Grundversorgung in der Stadt ist mangelhaft – das ist auch für ansässige Firmen ein Problem.“ Besonders paradox für den 46-Jährigen: Wenn er seinen Strandkorb per App buchen oder bezahlen möchte, scheitert es oft bereits am fehlenden Empfang: „Es wird zwar 5G angezeigt, aber die App lädt endlos, ohne dass etwas passiert.“
Ganz ähnlich erlebt das Elena Mazur: „Das Netz ist in Eckernförde ohnehin oft ein Problem. Bei Großveranstaltungen oder dem Flohmarkt am Hafen wird es aber noch schlimmer.“ Die 40-jährige Holzdorferin ist beruflich täglich in Eckernförde unterwegs. Auch sie kennt das Phänomen der täuschenden Empfangsbalken: „Es wird zwar volles Netz angezeigt, aber telefonieren kann man trotzdem nicht gut.“ Vor allem für Personen, die ständige Erreichbarkeit brauchen, sei das eine Belastung: „Mein Freund muss beruflich viel telefonieren und ist über sein Diensthandy in der Stadt kaum zu erreichen“, berichtet Mazur.

Wärmeschutzfenster als unüberwindbares Hindernis

Der Grund für die Probleme liegt gut versteckt im Rundsilo am Hafen. Verantwortlich für die Infrastruktur vor Ort ist die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG). Als Tochterunternehmen baut und betreibt sie die Masten für das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom – und mietet für diese sogenannte Sonderstandorte an. Genau so ein Sonderstandort ist das Eckernförder Silo an der Frau-Clara-Straße: „Von der Spitze des Rundsilos, hinter den obersten Fenstern platziert, versorgen Antennen der Telekom die Bevölkerung mit Mobilfunk“, erklärt DFMG-Sprecherin Lena Naber. Von dort aus deckt die Anlage die Innenstadt und den Hafen in einem Radius von rund 700 Metern ab.
Doch genau diese Fenster wurden kürzlich ausgetauscht – durch Fenster mit Wärmeschutzverglasung. Das Problem dabei: Die neue Beschichtung wirkt wie ein Schutzschild. „Da diese mit Metall bedampft sind, führen die neuen Fenster dazu, dass der Mobilfunkempfang gedämpft beziehungsweise abgeschirmt wird.“ Während das starke Sendesignal der Antennen noch nach draußen gelangt, schirmt das Glas das deutlich schwächere Rücksignal der Smartphones ab. Die Folge: Die mobilen Endgeräte in der Umgebung wählen sich zwar weiterhin automatisch in die Silo-Zelle ein, können wegen der Blockade aber keine Daten zurückschicken. Da die Geräte allerdings an dem Signal festhalten und nicht auf andere Masten ausweichen, kann kein stabiler Datenaustausch stattfinden.

Eigentümerstruktur unklar und erste Lösungsansätze

Wer genau hinter dem Fenstertausch steckt, bleibt vorerst im Dunkeln. Die Eigentümer des denkmalgeschützten Rundsilos lassen sich nicht ohne Weiteres ermitteln. Grundbucheinträge sind nicht öffentlich einsehbar, und auch die Mieter im Gebäude dürfen aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.
Dennoch gibt es Hoffnung auf Besserung. „Wir arbeiten gemeinsam mit der Telekom an einer Lösung“, betont DFMG-Sprecherin Lena Naber. Erste Schritte wurden bereits eingeleitet: Die Techniker haben vor Ort Anpassungen an den Antennen vorgenommen, die das Netz kurzfristig spürbar stabilisieren sollen. Eine endgültige Entwarnung gibt es aber noch nicht. „Leider können wir derzeit noch nicht absehen, wann genau der Tausch der Fenster stattfinden wird“, erklärt Naber.

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