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Fischmehl-Hersteller Schoppenhauer insolvent: Betrieb im Fischereihafen läuft vorerst weiter

Die Louis Schoppenhauer GmbH & Co. KG hat Ende Juli Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb des Bremerhavener Traditionsunternehmens mit acht Mitarbeitern soll vorerst fortgeführt werden.

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Wenn selbst der Fischkopp pleitegeht, weht im Hafen ein verdammt rauer Wind. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Louis Schoppenhauer GmbH & Co. KG aus Bremerhaven hat Ende Juli Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb des im Jahr 1920 gegründeten Traditionsbetriebs soll mit seinen acht Mitarbeitern vorerst fortgeführt werden. Damit setzt sich eine Serie von Insolvenzen in der dortigen Fischwirtschaft seit dem Herbst 2025 fort.
Vorläufiger Insolvenzverwalter und Bremer Rechtsanwalt Berend Böhme sucht nach langfristigen Fortführungs- und Sanierungsmöglichkeiten für den Betrieb, berichtet die Nordsee-Zeitung. „Wir versuchen, den Geschäftsbetrieb im Insolvenzantragsverfahren vollumfänglich fortzuführen“, sagt Böhme. Für einen Hauptkunden stehen Auslieferungen im Bereich Fischfutter an, so dass mit weiteren Umsätzen zu rechnen ist. „Bedauerlicherweise ist das Mietkühllager nur unzureichend ausgelastet“, stellt der Insolvenzverwalter fest. Erste Akquisebemühungen wurden unternommen. Die acht Mitarbeiter erhalten für drei Monate Insolvenzgeld.

Strukturelle Belastungen in der Fischwirtschaft

Als Ursachen sieht Böhme strukturelle Belastungsfaktoren, die die Fischwirtschaft am Standort insgesamt unter Druck setzen: hohe Energie- und Rohstoffkosten, gestiegene Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit sowie ein leicht rückläufiger Pro-Kopf-Fischkonsum, der die Margen kleinerer und mittlerer Verarbeitungsbetriebe zusätzlich schmälert. Böhme erklärt: „Es bleibt abzuwarten, ob der Geschäftsbetrieb dauerhaft fortgeführt und saniert werden kann.“ Das Unternehmen stellt hochwertige Tiernahrung aus Fischfiletier-Resten her und bietet Dienstleistungen rund um Tiefkühllagerung und Kommissionierung von Fischen und aus Fischen verarbeiteter Lebensmittel an.

Sorge vor Monopolbildung im Fischereihafen

Im Bremerhavener Fischereihafen, Europas größtem Standort für Fischverarbeitung, häufen sich seit Herbst 2025 die Insolvenzfälle. Die Fischfeinkost-Gruppe Heinrich Abelmann wurde verkauft, musste sich vom über 100 Jahre alten Fischveredler Wilhelm Petersen verabschieden und neu aufstellen. Die eng verzahnten Betriebe Isey Fischimport GmbH und Fimex Tiefkühl GmbH wurden in die Niederlande verkauft. Matos Seafood gibt es nicht mehr. Manche Branchenkenner sehen eine Gefahr im Verlust des Unternehmens, die sich auf andere Betriebe negativ auswirken könnte. Ein Cuxhavener Unternehmen hätte dann ein Monopol und könnte die Preise diktieren, was bei den knappen Kalkulationen zu weiteren finanziellen Engpässen in Fischbetrieben führen könnte. Der Insolvenzverwalter wollte diese Sichtweise jedoch nicht kommentieren.

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