Erste Preiserhöhung seit elf Jahren im Wellenbad Aquaföhr
Das Meerwasser-Wellenbad Aquaföhr in Wyk auf Föhr erhöht wegen gestiegener Kosten erstmals seit elf Jahren die Eintrittspreise. Die Mehreinnahmen reichen jedoch kaum aus, um die anstehenden Sanierungskosten des sanierungsbedürftigen Bades zu decken.
Föhr-Preise steigen. Aber im Meer baden bleibt zum Glück weiterhin umsonst, moin.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das Meerwasser-Wellenbad Aquaföhr in Wyk auf Föhr erhöht zum 3. August erstmals seit elf Jahren seine Preise. Grund für die moderate Anhebung sind erheblich gestiegene Kosten für Energie, Personal und Versicherungen. Die Mehreinnahmen sollen dabei helfen, den Betrieb des sanierungsbedürftigen Bades aufrechtzuerhalten, dessen geplanter Neubau vorerst gestoppt wurde. Die Preise in dem Hallenbad steigen zum 3. August um 50 Cent, wie die shz berichtet. Eine Stunde Baden kostet künftig 4,60 Euro statt bisher 4,10 Euro, während für zwei Stunden 6,70 Euro fällig werden. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder verteuert sich von 11,30 Euro auf 13,80 Euro. „Das ist eine sehr moderate Preiserhöhung. Das spiegelt die Kostensteigerung über die Jahre nicht wider“, sagt Geschäftsführer der Wyk auf Föhr Touristik GmbH (WTG) Björn Hoppe. Die Gesellschaft betreibt das Meerwasser-Wellenbad.
Steigende Kosten erzwingen Preisanpassung
Als Gründe für den Schritt nennt Hoppe die allgemeine Teuerung: „Strom, Gas, Personal, Wasser, Fernwärme und auch die Versicherungsbeiträge sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen“. Im Gespräch in seinem Büro erklärt Bäderchef Hoppe weiter: „Was viele nicht vermuten würden: Wir geben auch immens viel Geld für die notwendigen Versicherungen aus“. Eine Erhöhung habe sich daher nicht länger aufschieben lassen, da die Preise in dem Wellenbad, das mit Technik aus den frühen 1970er-Jahren betrieben wird, seit elf Jahren stabil waren. „Einige der Preise resultieren sogar noch aus dem Jahr 2002“, erklärt Hoppe.Für die Erhöhung führt Hoppe psychologische Gründe an: „Im Kopf eines Menschen hat alles einen Wert. Auch das Schwimmen. Und wenn es nichts kostet, dann hat es auch keinen Wert“. Auch Saunagänger müssen tiefer in die Tasche greifen. Der Saunatarif für vier Saunen und den Meerwasser-Whirlpool steigt um zwei Euro. Zwei Stunden kosten nun 10 Euro, drei Stunden 14 Euro. Bereits erworbene Sechserkarten behalten jedoch ihren alten Preis. „Auch wichtig: Die Preise für Gesundheitsanwendungen und den Thalassobereich werden nicht erhöht“, erklärt der Geschäftsführer. Dies gelte ebenso für den Fitnessbereich.Sorgen bereitet Hoppe die geringe Auslastung der Angebote trotz der im Bundesvergleich günstigen Preise. Die WTG verzeichnete 27.485 Schwimmbadbesucher und 5.679 Saunagäste. „Beide – Bad und Sauna können mehr“, zeigt sich Hoppe überzeugt. Das Ziel bleibe, ein sauberes und funktionierendes Bad anzubieten. „Und bei kleinen Verbesserungen wollen wir auch weiterhin dranbleiben“, so Hoppe. Dennoch sei klar, dass die Stadt trotz angespannter Haushaltslage eine größere Summe bereitstellen muss.
Zukunft des Neubaus bleibt ungewiss
„Wir haben gerade 25.000 Euro in das Dach gesteckt“, sagt Betriebswirt Hoppe. Man hoffe, dass die andere Hälfte noch eine Weile halte. Die Zukunft des Aquaföhr ist unklar, nachdem die Stadt Wyk Ende April die Kostenbremse zog und den fast 100 Millionen Euro teuren Neubau stoppte. Der „Lenkungskreis Aquaföhr“ prüft nun vier Szenarien für einen Neubau oder eine Sanierung, um bis September eine Variante zu präsentieren.Bis dahin sollen die erwarteten jährlichen Mehreinnahmen von rund 12.500 Euro helfen, das bestehende Bad instand zu halten. Hoppe betont die Bedeutung der Einrichtung: „Wir machen hier Daseinsvorsorge für alle Schwimmenden. Für Gäste und Einheimische. Für Schul- und Vereinsschwimmen“. Kritik von Gästen erwartet er kaum: „Die kennen die Preise von draußen“, erklärt der Bäderchef optimistisch.
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