Sturmschäden an der Westküste: Windhose fegt über Steinburg und Pinneberg
Eine Windhose hat am Sonntagabend in den Kreisen Steinburg und Pinneberg erhebliche Schäden angerichtet. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt und der Bahnverkehr nach Hamburg ist beeinträchtigt.
Das Unwetter zog von der Elbe kommend gegen kurz vor 19 Uhr durch Glückstadt, wie die Tagesschau berichtet. In einem Industriegebiet in der Straße "der Keil" knickte der Wind das Flachdach einer Halle um. Zudem zog der Tornado durch eine Reihenhaussiedlung am Bühler Weg, deckte mehrere Dächer ab und ließ Scheiben bersten. Später erreichte die Windhose im Bereich Engelbrechtsche Wildnis ein weiteres Wohngebiet, in dem bei acht Häusern die Dachpfannen wegflogen. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 40 bis 50 Gebäude beschädigt, unter anderem durch herumfliegende Trümmerteile. Ein Betroffener schilderte die Situation: "Wir waren in der Küche beim Abendessen. Auf einmal kam eine weiße Wand auf unser Fenster zu. Dann gab es einen riesigen Knall, die Scheibe zerbarst und es flog alles durch die Gegend. Es war fürchterlich."
Schäden in Pinneberg und Segeberg
Auch weiter südlich machten sich die Auswirkungen der Windhose bemerkbar. In Groß Offenseth-Aspern im Kreis Pinneberg hob der Wind in der Dorfstraße einen 40 Fuß großen Container an, wodurch drei bis vier Autos beschädigt wurden. Zudem liefen in Wahlstedt im Kreis Segeberg in der Kieler Straße die Gullideckel über, was zu einer Überschwemmung der Straße führte. Die Straße war deshalb ab 22 Uhr halbseitig gesperrt, ist laut Polizei inzwischen jedoch wieder befahrbar.
Einschränkungen im Bahnverkehr und hohe Schadenssumme
Auf der Bahnstrecke zwischen Itzehoe und Elmshorn knickte die Windhose nach Angaben der Feuerwehr den Mast einer Oberleitung um, woraufhin die Verbindung riss. Aufgrund dieser umgekippten Oberleitung verspäten sich nach Angaben der Bahn einige Züge bis in den Nachmittag. Während des gesamten Einsatzes war ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und THW vor Ort. Einige Menschen konnten teilweise nicht in ihre Häuser zurückkehren. Verletzt wurde niemand. Der Gesamtschaden der stürmischen Nacht liegt nach Angaben der Polizei im sechs- bis siebenstelligen Bereich.