Stiftung führt das Lebenswerk des Bremerhavener Unternehmers Friedrich Dieckell fort
Der verstorbene Unternehmer Friedrich Dieckell baute ein Millionenvermögen auf und engagierte sich stark für seine Heimatstadt. Seine 1998 gegründete Stiftung unterstützt bis heute soziale und kulturelle Projekte in Bremerhaven.
Wer ordentlich Butter bei die Fische gibt, der hinterlässt eben auch Spuren.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die gemeinnützige Stiftung des 2013 verstorbenen Bremerhavener Unternehmers Friedrich Dieckell führt das soziale und gesellschaftliche Engagement des Gründers fort. Mit seinem Erbe werden weiterhin zahlreiche Projekte in der Stadt unterstützt. Der einstige Selfmade-Millionär baute zeit seines Lebens ein beachtliches Vermögen auf, das er zu großen Teilen für das Wohl Bremerhavens einsetzte. In den Firmenräumen am Konrad-Adenauer-Platz erinnern gerahmte Urkunden der Ehrenbürgerschaft und des Bundesverdienstkreuzes an den Unternehmer Friedrich Dieckell, berichtet die Nordsee-Zeitung. Seine im Jahr 1998 gegründete gemeinnützige Stiftung wird in seinem Sinne weitergeführt und speist sich aus seinem Erbe. Zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 2006 betonte Dieckell: „Ich bin in dieser Stadt groß geworden – und ich möchte etwas von dem zurückgeben, was sie mir gegeben hat. Sie hat es verdient“.
Vom kleinen Lebensmittelladen zum Multimillionär
Die Karriere von Friedrich Dieckell begann im Jahr 1958 im Alter von 27 Jahren mit einem kleinen Lebensmittelladen in der Wilhelmshavener Straße 5a, dessen Kredit er mit monatlich 250 Mark abbezahlte. Im Jahr 1962 eröffnete er den ersten „Für Sie“-Discounter in der Weserstraße. Rund zehn Jahre später betrieb er bereits 17 dieser Märkte in ganz Norddeutschland, die einen Jahresumsatz von umgerechnet 100 Millionen D-Mark erzielten. Nach dem Verkauf der Kette im Jahr 1975 „für einen guten Preis“ und einer anschließenden Atlantiküberquerung per Segelboot startete er eine zweite Karriere mit Unternehmensbeteiligungen an Firmen wie Kaufring, Brilliantleuchten und der Handelskette Spar. Im Jahr 2007 wurde er zum Ehrenbürger Bremerhavens ernannt. Bürgermeister Michael Teiser (CDU) hob in seiner Laudatio hervor, dass die Auszeichnung nicht mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmers zusammenhänge, sondern mit seinem gesellschaftlichen und sozialen Engagement.
Engagement für die Entwicklung der Stadt
Friedrich Dieckell setzte sich aktiv für die Ansiedlung von Betrieben in Bremerhaven ein, wie etwa NordCeram im Fischereihafen, und trat als Investor für die Neubebauung am Konrad-Adenauer-Platz auf. Das Manager-Magazin schätzte sein Vermögen im Jahr 2010 auf 300 Millionen Euro. Bis kurz vor seinem Tod blieb er unternehmerisch aktiv. Enkel Marc Dieckell, der heute die gemeinnützige Dieckell Stiftung leitet, bezeichnet seinen Großvater als Unternehmer durch und durch. Noch einen Tag vor seinem Tod im Jahr 2013 erkundigte sich dieser nach der Baugenehmigung für ein Grundstück an der Ecke Elbe- und Rheinstraße, auf dem heute ein dm-Drogeriemarkt, ein Lidl und ein Getränkehandel stehen.
Die 1998 gegründete Stiftung unterstützt schulische, soziale und kulturelle Projekte sowie benachteiligte Kinder. Ein Großteil dieses Engagements blieb der Öffentlichkeit verborgen. Über sich selbst sagte der Unternehmer, der sich nie in den Vordergrund drängte: „In meinem Leben habe ich relativ viel Glück gehabt.“
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