Niedrigwasser bremst Schiffsverkehr auf der Oberweser aus
Die Pegelstände der Oberweser sinken dramatisch, was zu weitreichenden Einschränkungen für Fähren und Ausflugsschiffe führt. Ursache ist der extrem niedrige Füllstand der Edertalsperre.
Tja, wer sein Boot liebt, der schiebt jetzt wohl besser.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das anhaltende Niedrigwasser der Oberweser führt zu erheblichen Einschränkungen für den Schiffsverkehr und die Personenschifffahrt. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) rechnet in den kommenden Tagen mit weiter sinkenden Pegelständen. Betroffen sind neben Ausflugsschiffen auch der gewerbliche Schiffsverkehr sowie Fährverbindungen. In Hann. Münden lag der Pegelstand am Montagmorgen bei 70 Zentimetern, wie die Tagesschau berichtet. In der Nacht zu Donnerstag vergangener Woche hatte er noch 1,10 Meter betragen, während er am Samstagabend laut WSV zeitweise bei nur noch 67 Zentimetern lag. Zuerst hatte die "Deister- und Weserzeitung" über die sinkenden Wasserstände berichtet. Auch weiter flussabwärts in Dörverden fiel der Pegel seit letzter Woche auf 2,22 Meter. Der Tiefststand wird dort voraussichtlich am Dienstag erwartet.
Ausfälle bei der Personenschifffahrt und Einschränkungen für Fähren
Das Ausflugsschiff MS "Weserstein" kann die Oberweser in Hann. Münden aufgrund des Niedrigwassers nicht mehr befahren. Mike Förster von Weserstein Touristik musste deshalb bereits umplanen. "Ich schätze mal, von Hann. Münden bis Karlshafen wird jetzt erst mal nichts mehr gehen", sagte Förster auf Anfrage von NDR Niedersachsen. Sein Schiff liegt seit Donnerstag an der Anlegestelle Eduard-Wüstenfeld-Weg auf der Fulda. "Wir haben unseren Anleger hinter die Schleuse verlegt. Da können wir zum Glück uneingeschränkt weiterfahren." Auch die "Flotte Weser" bietet seit Samstag vorerst keine Linienfahrten zwischen Hameln und Bodenwerder sowie keine kleinen Weserrundfahrten ab Bodenwerder mehr an. Rundfahrten ab Hameln finden jedoch weiterhin statt.
Bei der Weserfähre Polle gibt es ebenfalls Einschränkungen. Wie der Landkreis Holzminden mitteilt, kann die Fähre statt der üblichen Nutzlast von 40,7 Tonnen derzeit nur noch maximal 7,5 Tonnen befördern. Dies betrifft unter anderem die Landwirtschaft, da nur leere Gespanne oder einzelne Fahrzeuge unter 7,5 Tonnen transportiert werden können, was zu längeren Wartezeiten führen kann. Der Betrieb soll jedoch voraussichtlich aufrechterhalten werden.
Schwierigkeiten für den gewerblichen Verkehr und leere Talsperre
Der gewerbliche Schiffsverkehr auf der Oberweser gestaltet sich laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) zunehmend schwierig, da die meisten Schiffe einen zu großen Tiefgang haben. Kanus und Paddelboote können hingegen weiter fahren. Wann sich die Situation entspannt, ist laut Fachbereichsleiter Jens Köhne vom WSA noch nicht abzusehen, da hierfür lang anhaltende und maßgebliche Regenfälle im Bereich der Zuflüsse nötig wären.
Grund für das Niedrigwasser ist die geringe Füllmenge der Edertalsperre in Nordhessen, die normalerweise die Oberweser speist. Derzeit befinden sich dort nur 40 Milliarden statt der üblichen 155 Milliarden Liter Wasser. Da es zu wenig regnete, musste die Talsperre früh viel Wasser abgeben und reduziert die Abgabe nun auf ein Minimum. An der Elbe in Neu Darchau lag der Pegelstand am Montagvormittag zwar ebenfalls bei niedrigen 76 Zentimetern, die Schifffahrt ist dort laut Schifffahrtsbüro Lauenburg jedoch nicht eingeschränkt.
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