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Mitmach-Aktion in der Wilstermarsch: Bürger gestalten Fliesenkunstwerke im Delfter Stil

Bei drei bevorstehenden Festen in der Region können Besucher kostenlos Fliesen im traditionellen Delfter Stil bemalen. Aus den Werken entstehen später dauerhafte Gemeinschaftsbilder für den öffentlichen Raum.

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Fliesen bemalen im Norden? Hauptsache, das Blau passt zum grauen Himmel. — Rocky, Chefkolumnist
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Der Regionalverein Wilstermarsch lädt im Rahmen eines Förderprojekts zu kostenlosen Malaktionen im traditionellen Delfter Stil ein. Bei drei Festen in St. Margarethen, an der Schleuse Kasenort und in Beidenfleth können Bürger eigene Fliesen gestalten. Aus den einzelnen Werken sollen später dauerhafte Gemeinschaftskunstwerke für den öffentlichen Raum entstehen.
Das kreative Angebot ist Teil des Förderprojekts „Steinburg – 10 Kultur.Gemeinschaften“, wie die shz berichtet. Auf den drei bevorstehenden Festen soll ein verbindendes Kunstwerk entstehen, das von den Besuchern gestaltet wird. Bemalt werden weiße Fliesen-Rohlinge in der traditionellen Fayencetechnik im klassischen Delfter Stil. Die Teilnehmer sollen ein Motiv malen, das sie mit der Region verbinden, wobei Vorkenntnisse nicht erforderlich sind.

Gemeinschaft im Land unterm Meeresspiegel

„Jede und jeder ist herzlich willkommen, ein eigenes kleines Kunstwerk beizutragen“, betont Daniel Kötter von der Wilstermarsch Service GmbH im Pressegespräch. Es gehe dabei nicht um Perfektion, sondern „um die Gemeinschaft im Land unterm Meeresspiegel“, bekräftigt Anke Rohwedder, ebenfalls von der Wilstermarsch Service GmbH. Damit soll ein kulturelles Zeichen für Zusammenhalt gesetzt werden.Die Entscheidung für die Fayencefliesen-Gestaltung sei bewusst gefasst worden, erzählt Vorsitzender des Regionalvereins Wilstermarsch Olaf Prüß. „Das passt hier rein, da kann jeder mitmachen“, fügt er hinzu. Besonders gefalle ihm der Symbolcharakter, da an allen drei Orten eigene Gesamtkunstwerke entstehen, die eine Einmaligkeit darstellen.

Professionelle Anleitung und historische Bezüge

Die Teilnahme an den Aktionen ist vollständig kostenlos. Für die professionelle Anleitung und Aufsicht sorgt Betreiberin der Fliesenmanufaktur Seestermühe Claudia van Hees, die in ihrem Betrieb Delfter und holländische Fliesen in Handarbeit reproduziert. Die Keramikerin wird jeweils 100 weiße Rohlinge sowie die Malutensilien mitbringen. „Fünf Leute können immer parallel malen“, kündigt sie an. Zudem wird sie die Teilnehmer mit der Technik vertraut machen und über die Geschichte der Fayence-Malerei berichten. Das Delfter Blau wurde um 1700 als preiswertere europäische Alternative zum damals teuren blau-weißen chinesischen Porzellan modern und etablierte sich später auch auf Fliesen in den Höfen und Häusern der Wilstermarsch.

Die Termine in den Gemeinden

Die Mitmach-Aktion macht bei drei Veranstaltungen Station. In St. Margarethen findet die Fayencemalerei beim Festival „Musik im Dorf“ am Samstag, 15. August, von 18 bis 22 Uhr vor dem Dolling Huus statt. „Wir sind sehr gespannt, wie sich das Publikum mit den Fliesen beschäftigen wird“, sagt Elke Runke-Winterstein aus dem St. Margarethener Organisationsteam. Bürgermeister und Amtsvorsteher Volker Bolten fügt hinzu: „Ich bin vor allem auf die Motive gespannt“.Beim Jubiläumsfest an der Kasenorter Schleuse am Samstag, 12. September, wird das Projekt von 12 bis 16 Uhr angeboten. Anke Rohwedder sieht darin einen besonderen Programmpunkt, der Besucher anlocken wird.In Beidenfleth soll am Sonntag, 13. September, von 12 bis 18 Uhr auf dem Vorplatz erstmals ein Kunsthandwerkermarkt an der Fähre Else stattfinden. Fährbetreiber Henning Müller-Heinrich und Carina Schweia aus dem Organisationsteam hoffen auf einen Erfolg. „Wir hoffen, dass er sich etablieren wird“, so Initiator Müller-Heinrich. „Wir hoffen auch auf ausreichend Aussteller und viele Besucher“, fügt Carina Schweia hinzu. Die Malaktion findet dort von 13 bis 17 Uhr in einem Zelt statt.Nach den Aktionen werden die Fliesen in der Manufaktur von Claudia van Hees bei rund 1000 Grad Celsius gebrannt. „Diese Kachelkunstwerke werden später im öffentlichen Raum ausgestellt und bleiben als Erinnerung an das Gemeinschaftsprojekt erhalten“, kündigt Daniel Kötter an. In den Wintermonaten werden sie frostsicher untergebracht. Das Projekt wird über das Bundesprogramm „Aller.Land“ gefördert, das mit dem Kreisprojekt „Steihnburg – 10 Kultur.Gemeinschaften“ Kulturvorhaben im ländlichen Raum unterstützt.

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