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Geführte Wattwanderung zur ehemaligen Festungsinsel Langlütjen II

Eine geführte Tour des Tourismus-Services Butjadingen ermöglicht es, die sonst gesperrte historische Insel Langlütjen II im Watt zu erkunden. Teilnehmer müssen für den anstrengenden Weg durch den Schlick körperlich fit sein.

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Matsch bis an die Büx und Pupsgeräusche aus dem Watt – genau mein Ding. — Rocky, Chefkolumnist
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Der Tourismus-Service Butjadingen bietet geführte Wattwanderungen zur ehemaligen Festungsinsel Langlütjen II an, die sich in Privatbesitz befindet und sonst nicht betreten werden darf. Die anspruchsvolle Tour durch das schlickige Watt erfordert von den Teilnehmern eine gute körperliche Verfassung. Während der Wanderung vermitteln erfahrene Führer historische Hintergründe und Einblicke in die Natur des Wattenmeers.

Die Außenweser beherbergt zwischen Bremerhaven und Blexen zwei kleine Inseln in Privatbesitz, die im Regelfall nicht betreten werden dürfen. Während Langlütjen I mit seinem gelben Radarturm bei Ebbe mit dem Festland verbunden ist, handelt es sich bei Langlütjen II um eine ehemals künstlich angelegte Festungsinsel. Der Bau der Anlage begann im Jahr 1872, und ab 1880 diente ein Marine-Fort zur Sicherung der Wesermündung gegen Angriffe von See. Eine legale Möglichkeit zur Besichtigung bietet eine tideabhängige Wattwanderung ab Tettens, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.

Eine anspruchsvolle Tour durch das Watt

Die Wanderung startet früh am Morgen um 8.30 Uhr. Geleitet wird die Tour von Wattführer Theodor Köhne. Der 83-Jährige besucht die Insel bereits seit seinem zwölften Lebensjahr – damals heimlich mit Freunden, heute mit Erlaubnis des Inhabers und mit Gästen. Über seine damaligen Weggefährten bedauert der gebürtige Burhaver, der als Kind nach Blexen zog: „Die Freunde laufen im Himmel mit“.

Während die Teilnehmer vorsichtig die ersten Schritte im Schlick machen, scheint Köhne über den Schlick zu schweben. „Ob das Watt kalt ist?“, fragt sich die Reporterin beim ersten Einsinken. Nach einem anfänglich kalten Gefühl legt sich dieser Eindruck jedoch. Die ungewohnte Bewegung auf dem rutschigen Untergrund erfordert Konzentration. Kleine Schritte zu machen und sich nicht ruckartig zu drehen, erklärt Wattführer aus Tossens Nils, der ebenfalls mitläuft.

Naturbeobachtungen und ein Picknick an der Festung

Ein etwa achtjähriger Teilnehmer aus Wittenberg bewegt sich flink durch das Watt und kichert über die Pups-Geräusche, die der Boden beim Stehenbleiben erzeugt. Während der Pausen zeigt Köhne den Gästen einen Butt, gräbt einen Krebs aus oder erklärt die Muscheln der Nordsee. Allerdings bedauert der erfahrene Wattführer, dass er immer weniger Vögel und Getier findet.

Nach einer knapp zweistündigen Wanderung entlang eines kleinen Wasserlaufs und über mehrere Gräben erreicht die Gruppe die Insel. Am Rande der Festung wird ein Picknick veranstaltet. Dabei liest Autor Helmut Heyen spontan einen passenden Abschnitt aus seinem Werk „Unter Windflüchtern“ vor. Im November soll sein neuer Krimi „Die Insel“ erscheinen, in dem auch Köhne eine Rolle spielt.

Historische Spuren und Mahnung an die Geschichte

Auf der Festungsinsel konnten früher bis zu 100 Mann Besatzung mehrere Monate lang autark leben. Das Innere der Anlage kann nicht besichtigt werden, doch im Außenbereich zwischen den Holzpfählen lassen sich vom Wasser ausgespülte Fundstücke wie Tintenfässchen, Porzellanteile und eine halbe Pfeife entdecken.

Köhne zeigt den Gästen zudem eine von ihm selbst aufgehängte Tafel, die an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert, als die Nazis auf der Insel Andersdenkende inhaftiert hatten. Dem Wattführer ist die Mahnung an die nächste Generation wichtig: „Das Schild habe ich aufhängen dürfen, damit die Geschichte von Langlütjen II nicht vergessen wird, auch wenn ich mal nicht mehr bin.“ Der Rückweg der Wanderung wird von den Teilnehmern unterschiedlich anstrengend wahrgenommen und endet kurz vor dem Einsetzen von starkem Regen.

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