Deutlicher Rückgang bei Tempoverstößen im Landkreis Wesermarsch
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der Wesermarsch deutlich weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert. Die Kreisverwaltung vermutet präventive Maßnahmen und die winterliche Witterung als Ursachen.
Wer sachte fährt, spart Geld. Da weint der Kreishaushalt, aber mir gefällt das.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Im ersten Halbjahr 2026 hat der Landkreis Wesermarsch einen deutlichen Rückgang bei den registrierten Tempoverstößen verzeichnet. Vom 1. Januar bis zum 30. Juni wurden insgesamt 30.398 Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst, wobei polizeiliche Messungen nicht eingerechnet sind. Im Vergleich zum gesamten Vorjahr deutet dies auf eine spürbare Abnahme der Verstöße hin. Im gesamten Jahr 2025 gab es in der Wesermarsch noch insgesamt 83.208 amtlich gemessene Geschwindigkeitsüberschreitungen. Dass es auch in diesem Jahr eine ähnlich hohe Gesamtzahl an Verstößen geben wird, könnte angesichts der jetzt vorliegenden Halbjahres-Auswertung als eher unwahrscheinlich erachtet werden, berichtet die Nordsee-Zeitung.
Millioneneinnahmen durch Verwarngelder und Bußgelder
Bei den Tempoüberschreitungen, die vom 1. Januar bis 30. Juni in der Wesermarsch gemessen worden sind, ist in 6.359 Fällen ein Bußgeld- und in 24.039 Fällen ein Verwarngeldverfahren eröffnet worden. Ein Bußgeld muss man zahlen, wenn man deutlich zu schnell gefahren ist. Ein Verwarngeld wird bei kleineren Verstößen fällig.
Würde jedes dieser Verfahren damit enden, dass das verhängte Buß- und Verwarngeld auch tatsächlich gezahlt wird, könnte der Kreis für das erste Halbjahr mit Gesamteinnahmen von rund 1,6 Millionen Euro rechnen. „Theoretisch belief sich die Summe für Verwarngelder auf 821.957,99 Euro und für die Bußgelder auf 777.792,08 Euro“, heißt es hierzu vom Landkreis.
Bei den Verkehrsteilnehmern, die im Kreis im ersten Halbjahr mit Bleifuß gefahren sind, sticht ein Temposünder im negativen Sinne heraus: Er ist in Jade, also innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, ganze 51 Kilometer pro Stunde zu schnell gewesen. „Dafür wurde ein Bußgeld in Höhe von 1.188,50 Euro sowie ein zweimonatiges Fahrverbot verhängt“, so die Kreisverwaltung in Brake.
Ursachen für den Rückgang der Verstöße
Doch wie erklärt sich der vergleichsweise geringe Gesamtwert? „Das kann als positives Signal gewertet werden und möglicherweise auf die Wirksamkeit unserer gezielten Präventions- und Kontrollmaßnahmen hindeuten“, schreibt der Kreis. Gleichzeitig könnte aber auch der lange Winter eine Rolle gespielt haben, da viele Verkehrsteilnehmer vorsichtiger unterwegs gewesen seien.
„Daneben konnten auch aufgrund der Witterung nicht alle geplanten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden. Welche Faktoren letztlich ausschlaggebend waren, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen“, macht der Landkreis deutlich.
Doch was geschieht eigentlich mit dem Geld, das der Kreis durch Messungen einnimmt? „Von den Einnahmen werden zunächst die Aufwendungen für Personal sowie Sach- und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Bußgeldangelegenheiten finanziert“, hat der Kreis schon bei früherer Gelegenheit mitgeteilt. Die verbleibende Summe fließe dann in den Haushalt und diene hier unter anderem der Finanzierung von Verkehrssicherheit und Straßenunterhaltung.
Aktuelle Blitzer-Infrastruktur im Landkreis
Der Landkreis betreibt aktuell noch zwei stationäre Blitzer. Beide stehen an der Bundesstraße 212 - der eine in Golzwarderwurp, der andere bei der Hunteklappbrücke zwischen Elsfleth und Berne. Zudem hat der Kreis zwei mobile Geräte sowie zwei halbstationäre Anlagen, die in der Wesermarsch auch als Fiete und Meta bekannt sind.
Früher hatte der Kreis mehr stationäre Blitzer als aktuell. Anlagen gab es zum Beispiel am Wesertunnel (Bundesstraße 437), in Schweiburg (ebenfalls B437) und in Barghorn bei der Tankstelle (B211).
In Neustadt in Holstein wurde die erste Meerwasser-Wärmepumpe Deutschlands offiziell vorgestellt. Das System nutzt die Wärme der Ostsee zur Versorgung von mehr als 200 Haushalten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen neuen Verwaltungssitz in der Bremer Überseestadt bezogen. Bislang verstreute Standorte werden nun an einem Ort zusammengeführt.
Nach Kürzungen bei den Schulbegleitungen lockern einige Hamburger Sonderschulen die Kontrolle der Schulpflicht. Die Schulbehörde mahnt die Einhaltung an, während Opposition und Eltern scharfe Kritik üben.
Wegen eines kapitalen Motorschadens startet die neue Elbfähre erst im kommenden Jahr. Der Fährbetrieb mit dem bisherigen Schiff bleibt bestehen, ist derzeit aber wegen Niedrigwassers eingeschränkt.
Nach dem Großbrand auf einem Schrottplatz in Leer hat die Feuerwehr ihren Einsatz nach dem Löschen der letzten Glutnester beendet. Zeitweise waren rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.