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Wiederaufbau des abgebrannten Wulsdorfer Kirchturms vor dem Abschluss

Rund zwei Jahre nach dem verheerenden Brand der historischen Dionysius-Kirche in Bremerhaven blicken die Handwerker stolz auf ihr Werk. Die Sanierung erfordert traditionelle Techniken und viel Fingerspitzengefühl.

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Knapp zwei Jahre nach dem verheerenden Brand der historischen Dionysius-Kirche in Bremerhaven-Wulsdorf steht der Wiederaufbau des Kirchturms vor dem Abschluss. Das Feuer hatte alle Holzteile des historischen Bauwerks vernichtet, während die Außenmauern erhalten blieben. Die Sanierung unter Denkmalschutzbedingungen stellt die Handwerker vor besondere Herausforderungen.
Die Aufregung war groß, als im Herbst vor zwei Jahren in einer Oktobernacht plötzlich der Turm der historischen Dionysius-Kirche in Bremerhaven-Wulsdorf in Flammen stand. Der Brand was schnell gelöscht, aber die Schäden, die Feuer und Löschwasser verursachten, waren groß. Bis heute sind sie nicht völlig behoben, aber die Arbeiten nähern sich ihrem Ende. Noch sieht es um die Wulsdorfer Dionysius-Kirche herum zwar sehr nach Baustelle aus. Der Turm ist eingerüstet, drinnen liegen Baustoffe und Werkzeuge, und es riecht nach frisch gestrichenen Wänden und Holzstaub. Aber man kann schon erkennen, wie es hier aussehen wird, wenn alles fertig ist. Mittendrin steht Zimmermann Sven Brückmann, sichtlich stolz. "Wer kann schon von sich behaupten, dass er einen nagelneuen Kirchturm gebaut hat. Das kann ja nun nicht jeder Zimmermann von sich behaupten", sagt Sven Brückmann.

Historischer Wiederaufbau nach technischem Defekt

Der Brand in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 2024 hatte alle Holzteile des Kirchturms vernichtet, die Zwischendecken, die Treppen und den Dachstuhl, wie die Tagesschau berichtet. Nur die Außenmauern aus Ziegeln waren noch übrig. Die Feuerwehr konnte immerhin verhindern, dass der Brand auf das Kirchenschiff übergriff. Ein technischer Defekt hatte das Feuer ausgelöst. "Zum Glück keine Brandstiftung", sagt Kirchenvorständin Annegret Warnecke, die sich seit dem Feuer um die Instandsetzung gekümmert hat. Die Herausforderungen stecken darin, dass alles wieder historisch hergestellt werden muss, da natürlich auch der Denkmalschutz beteiligt ist. Zudem findet man viele Baustellen, die vorher nicht sichtbar waren, wie morsche Balken und Mauern, die zum Teil aufgefüllt werden mussten, weil sie nicht mehr stabil waren.Die neuen und alten Schäden zu beseitigen, könnte insgesamt um die drei Millionen Euro kosten, schätzt Annegret Warnecke. Für die Zerstörungen aus der Brandnacht kommt die Versicherung auf, aber auch Kirchenkreis und Gemeinde leisten einen Beitrag. Konkret liegt der Hauptteil laut der Kirchenvorständin bei der Versicherung, während die Landeskirche einen großen Teil der Bauschäden übernimmt, die nicht durch den Brand entstanden sind. Von der Kirchengemeinde kommen demnach 300.000 Euro, etwa für eine Wärmepumpe-Heizung. "Dafür haben wir Anträge an Stiftungen gestellt", sagt Annegret Warnecke. "Der Kirchenkreis zahlt einen Teil, es ruht auf vielen Schultern."

Traditionelle Materialien und krumme Mauern

Steinmetz Michael Kowaleski rührt gerade in einem Eimer Schlämmfarbe für die Wände an. Seit Oktober arbeitet seine Firma an der Kirche. "Man darf im historischen Bereich nur Materialien benutzen, die man früher auch benutzt hat. Es ist eine andere Herangehensweise als mit den heutigen Materialien. Man muss aufeinander abstimmen: Welches darf ich, welches kann ich benutzen? Was wurde verwendet?", erklärt Michael Kowaleski.Eine Kirche zu sanieren und den Kirchturm in großen Teilen neu zu bauen, bringt besondere Anforderungen mit sich. Das sagen hier alle Handwerker. Es sei kein Projekt wie jedes andere, findet auch Zimmermann Sven Brückmann: "Beim Neubau hat man alles gerade, hier ist es gerade schief, man muss Kompromisse finden. Manchmal auch große, dass man irgendwie auf einen Nenner kommt. Das macht es unwahrscheinlich spannend."Hinter so einem Projekt müsse man komplett hinterstehen und kreativer sein als ein Neubauzimmermann, erklärt Sven Brückmann weiterhin. In dem Turm stecke viel Herzblut. Die Holzdecken und Eichenbalken sehen neu und frisch aus, aber auch so, als hätte man sie vor Hunderten von Jahren genauso gebaut. Das soll so sein, schließlich stammt die denkmalgeschützte Dionysius-Kirche aus dem 12. Jahrhundert und ist damit Bremerhavens älteste Kirche. Sven Brückmanns Dachdecker-Kollegen haben sogar an die Fledermäuse gedacht, die traditionell in Kirchtürmen wohnen: "Hier oben sind zwei Löcher reingemacht von den Dachdeckern draußen, damit die Fledermäuse auch rein können in den Turm."

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