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Wie eine Wette den Frauen-Ringreiterverein auf Föhr begründete

Im Jahr 1989 gründeten Frauen auf Föhr nach einer gewonnenen Wette ihren eigenen Ringreiterverein. Bis heute behauptet sich die Tradition erfolgreich gegen die alten Männerdomänen.

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Gegen Frauen wetten? Auf Föhr verliert Mann da eben traditionell. — Rocky, Chefkolumnist
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Heute gehören sie fest zur Föhrer Tradition, doch vor wenigen Jahrzehnten waren Frauen beim Ringreiten unerwünscht. Aus Protest und einer Wette entstand im Jahr 1989 der erste Frauen-Ringreiterverein der Nordseeinsel. Die Geschichte des Vereins zeigt einen langen Weg zur Gleichberechtigung in einer einstigen Männerdomäne.
Stolz präsentiert Standartenträgerin Kerrin Nickelsen die magenta-pinke, aufwendig bestickte Fahne des "Feerer Wüfensringridjferian", des Föhrer Frauenringreitervereins. "Unsere Fahne lächelt", ruft die Reiterin von ihrem Pferd herunter und zeigt die Rückseite der Standarte, deren Details tatsächlich an einen Smiley erinnern. Aber schon zieht die Kolonne weiter durch die Straßen von Wrixum.
Vorneweg marschieren die Musikfreunde Föhr Ost, gefolgt von den Standartenträgerinnen und der aktuellen Königin Levke Jensen mit Geleit. Dahinter reitet die Tagessiegerin an diesem Tag, Freya Thomsen, die sich mit über 60 Punkten deutlich vor der Zweiten, Svenja Jensen mit 41 Punkten, den ersten Platz sicherte.

Eine Wette im Gasthof

Dass es "die Roten", benannt nach ihren roten Jacken, überhaupt gibt, daran ist eine Wette schuld, wie die shz berichtet. Ringreiterin der ersten Stunde Birte Arfsten ist in den 1960er-Jahren auf der Insel mit Pferden groß geworden, als die ersten Trecker die Arbeitspferde auf den Bauernhöfen ablösten. Diese konnten damit zu Reitpferden, zum Freizeitvergnügen, werden. Obwohl das Reiten oft Mädchensache war, blieb das Ringreiten den Männern vorbehalten. Drei Vereine gab es mit einer Tradition bis in die 1920er-Jahre: die "Grünen" aus dem Ostteil, die "Schwarzen" aus den Mitteldörfern und die "Weißen" aus dem Westen. Auch beim beliebten Gäste-Ringreiten der 1970er- und 1980er-Jahre ritten fast ausschließlich Männer.
Auf die Idee, Frauen reiten zu lassen, kam in den Ringreitervereinen niemand. "Wir wollten einfach mitmachen", erinnert sich Birte Arfsten. Es ging nicht darum, ob Frauen bessere oder schlechtere Reiterinnen sind, sondern darum, sich nicht mehr ausschließen zu lassen. "Das kriegst du nie im Leben hin", rief ein Mann im "Nordfriesischen Gasthof" in Oldsum, dem heutigen "Ual fering Wiartshüs", Birte Arfststens Schwester Jutta Nickelsen zu. Diese wettete dagegen und behielt recht: Anfang 1989 beteiligten sich fast 20 Frauen an der Gründungsversammlung des ersten weiblichen Ringreitervereins auf Föhr.

Bruch mit alten Traditionen

"Frauen brechen in Männerdomäne ein", titelte der "Inselbote", als im August desselben Jahres zum ersten Mal eine Königin ausgeritten wurde. Die Vereinsmitglieder waren geschlossen zum Turnier angetreten und wollten auch mit anderen Traditionen brechen: Rote Sweatshirts statt der steifen Uniformjacken, keine militärisch anmutenden Kommandos und keine traditionelle Standarte. "Wir hatten eine Friesenfahne", so Birte Arfsten. Inzwischen gibt es Uniformen und eine Standarte, und auch andere Traditionen wurden übernommen. So ist die Amtssprache auf dem Platz Fering, das Föhrer Friesisch. Beim Turnier am Sonnabend hieß es oft "Betj huuger" (ein bisschen höher), da die Ringe nach dem Kinderringreiten am Vorwochenende höher gehängt werden mussten.
Birte Arfsten hat ihre Pferde-Leidenschaft an ihre beiden Töchter weitergegeben. Levke unterrichtet den Nachwuchs, während Svenja Jensen regelmäßig auf den Siegerlisten steht und an diesem Wochenende Zweite wurde. Auch der Osterlandföhrer Ringreiterverein, die "Grünen", lässt seit 2016 Frauen mitreiten. In diesem Jahr gelang es zum dritten Mal einer Frau, den Königsring dreimal zu stechen: Majestät Natalie Brodersen wurde mit Musikzug und Geleit nach Hause gebracht. Bei den "Weißen" und "Schwarzen" hingegen haben Frauen weiterhin keinen Zugang; diese beiden Vereine veranstalteten dieses Jahr ein gemeinsames Ringreiten, um mit ausreichend Teilnehmern antreten zu können.

Die Platzierungen des Turniers

Die Platzierungen des Turniers lauten:
1. Freya Thomsen
2. Svenja Jensen
3. Elke Jacobsen
4. Anni Christiansen
5. Kerrin Nickelsen
6. Kerrin Braren
Siegerin des K.o.-Cups wurde Kerrin Nickelsen.

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