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Von Baltimore an die Weser: Wie ein US-Amerikaner in Bremerhaven seine Heimat fand

Der gebürtige Amerikaner Rainer June kam als Soldat nach Bremerhaven und blieb. Ein kleiner Imbiss in der Hafenstraße hilft ihm bis heute gegen das Heimweh.

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Hauptsache Wasser vor der Tür. Und 'n ordentliches Würstchen auf die Hand. Passt. — Rocky, Chefkolumnist
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Der gebürtige Amerikaner Rainer June fand vor über 30 Jahren durch seinen Militärdienst den Weg nach Bremerhaven. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr in die USA lebt er seit 2009 wieder in der Hafenstadt an der Weser, die für ihn zur zweiten Heimat geworden ist. Eine besondere Verbindung zu seinen amerikanischen Wurzeln pflegt er im lokalen Imbiss „Chili Willies“.
Die Namensgebung von Rainer June war reiner Zufall: Seine Mutter wählte den deutschen Vornamen willkürlich aus dem Telefonbuch aus, als sie auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Namen war. Damals ahnte noch niemand, dass es den gebürtigen Amerikaner aus der Hafenstadt Baltimore in Maryland später tatsächlich nach Deutschland verschlagen würde. Im Jahr 1990 kam er als Soldat der US-Armee nach Bremerhaven und fühlte sich in der Stadt an der Weser sofort wohl.
„Close to the water, it´s like my Heimat in Baltimore“, erklärt June, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Die Nähe zum Wasser ist für den heute über 50-Jährigen essenziell, da er auch in Baltimore viel Zeit beim Fischen oder Krabbenfangen verbrachte. „I don’t think, I ever wanna live too far from the Water“, sagt er. Neben dem Wasser und dem Hafen erinnern ihn auch die Footballspiele der Bremerhaven Seahawks an seine Herkunft. Die stärkste Verbindung zu den USA spürt er jedoch beim Besuch des Imbisses „Chili Willies“ in der Hafenstraße.

Ein Stück Amerika in der Hafenstraße

Für viele Amerikaner ist der Imbiss „A little piece of Home“, so June. Der Besitzer ist ebenfalls gebürtiger Amerikaner. Im Laden hängen dutzende amerikanische Kennzeichen an den Wänden, im Regal lagern US-Süßigkeiten, und die Menükarte bietet unter anderem 16 verschiedene Hotdog-Sorten sowie Burger.
Dabei sah Junes Lebensweg ursprünglich anders aus. Er begann ein Kunststudium an der „University of Maryland“, stellte jedoch schnell fest, dass sein Interesse für die nicht-künstlerischen Pflichtfächer gering war. Nach zwei Jahren brach er das Studium ab. Da sich seine Eltern eine Karriere für ihn wünschten, entschied er sich für das Militär und absolvierte die Ausbildung zum „Physical Assistant“. Dieser Schritt führte ihn schließlich 1990 nach Bremerhaven.

Rückkehr und Neuanfang

Nach dem Ende seiner Stationierung kehrte June 1993 als einer der letzten amerikanischen Soldaten in die USA zurück. Seine in Bremerhaven kennengelernte Freundin holte er nach, das Paar heiratete und lebte zwölf Jahre in den Staaten. Seit 2009 wohnen beide wieder in Bremerhaven, wo June eine neue Karriere in der Logistik startete und bis heute das amerikanische Militär-Personal mit Fahrzeugen versorgt. Obwohl das Paar inzwischen getrennt ist, ist June stolz auf die gemeinsamen Kinder und Enkelkinder.
Seit der Eröffnung des Imbisses in Lehe durch Inhaber Willie Kimbrough ist June dort regelmäßiger Gast. Im vergangenen Jahr feierte der Laden sein 15-jähriges Bestehen. „It’s always been like a part of home“, beschreibt June die Bedeutung des Ortes, an dem er mit dem Besitzer bei einem Feierabendbier über alles Mögliche spricht. Beide verbindet vor allem die Liebe zu Bremerhaven. Ob June jemals in die USA zurückkehren wird, lässt er offen – er fühlt sich in der Stadt am Meer zu wohl.

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