Sehenswürdigkeiten in der Schleistadt: Fünf historische Highlights in Kappeln
Die einstige Fischer- und Marinestadt Kappeln zieht heute zahlreiche Urlauber an. Ein Rundgang mit einer Stadtführerin zeigt die wichtigsten historischen Orte und Wahrzeichen der Stadt.
Fischbrötchen und 'ne steife Brise am Hafen – mehr braucht man in Kappeln nicht.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die schleswig-holsteinische Stadt Kappeln an der Schlei hat sich von einem ehemaligen Fischerdorf und einer Marinestadt zu einem beliebten Erholungsort für Urlauber entwickelt. Bei einem Stadtrundgang lassen sich zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten und landschaftliche Besonderheiten entdecken. Fünf markante Highlights prägen dabei das Bild der Schleistadt besonders. Die 1888 nach holländischer Bauart errichtete Mühle „Amanda“ ist mit ihren 32 Metern die höchste Mühle Schleswig-Holsteins und verfügt über eine einzigartige Kombination aus Mahl- und Sägemühle. Während das historische Sägewerk besichtigt werden kann, ist die Mühle selbst derzeit gesperrt, sodass der Ausblick von der Galerie verwehrt bleibt; geöffnet ist jedoch die Tourist-Info im gegenüberliegenden Müllerhaus. Wie die shz berichtet, begleitete Stadtführerin Christiane Spliedt einen Rundgang zu den wichtigsten Stationen der Stadt. Ein zentraler Anlaufpunkt ist der Hafen. „Besonders schön finde ich die Fischerfigur neben der Brücke“, sagt Christiane Spliedt. „Auf der gegenüberliegenden Seite steht seine Frau Elli und ruft ihn. In der Hand hat sie eine Bratpfanne, und man ist sich nicht einig, ob die Pfanne für die Fische ist oder ob sie damit ihrem Mann eins überziehen will, weil er wieder nicht hört“, erzählt sie. Nahe der Brücke befindet sich der rund 600 Jahre alte Heringszaun, der letzte funktionstüchtige seiner Art in Europa. Seit über 20 Jahren verbindet zudem eine Klappbrücke die Altstadt mit Ellenberg. „Wer sich für die Geschichte der Schleibrücke interessiert, dem kann ich nur empfehlen, das Brückenwärterhaus zu besuchen. Dort gibt es eine interessante kleine Ausstellung“, sagt Christiane Spliedt.
Maritimer Ausblick und die St.-Nikolai-Kirche
Am ehemaligen Brückenkopf in Ellenberg erinnert der goldene Albatros, die Galionsfigur der „Gorch Fock“, an die Marine-Tradition. Von dort blickt man auf das Hafenpanorama mit den drei Schornsteinen der Fischräucherei Föh. Im Stadtzentrum steht die spätbarocke St.-Nikolai-Kirche aus dem 18. Jahrhundert. „Von hier oben haben die Frauen ihren Fischern beim Auslaufen zugewunken und auf ihre Heimkehr gehofft. Deshalb heißt die Straße hinter der Kirche auch Kehrwieder. Das heißt zwar eigentlich Sackgasse, aber die Erklärung mit den sehnsuchtsvollen Abschieden gefällt mir besser. Von hier hat man heute noch einen schönen Blick auf die Schlei“, sagt Christiane Spliedt. In der Kirche ist der Gudewerdt-Altar zu sehen, während auf dem Kirchturm der Heilige Christophorus als Windfahne dient. „Der Legende nach hat der Riese Christophorus die Menschen früher über die Schlei gebracht. Und eines Tages hat er auch das Jesuskind durch das Wasser getragen, mit der Weltkugel in der Hand. Aber es gibt auch andere Orte, die das für sich beanspruchen“, erzählt sie augenzwinkernd. Die Figur hat eine große Bedeutung für die Stadt und ist auch im Wappen sowie als Brunnenfigur vertreten. „Besonders schön finde ich den Christophorus am Brunnen in der Ladenstraße“, meint Spliedt.
Ruheoasen und historische Gassen
Abseits des Trubels bietet der zentrale Friedhof mit seiner Lindenallee einen Ort der Ruhe. Direkt dahinter liegt eine geschichtsträchtige Kleingartenanlage. „Kappeln hat den ersten und ältesten Kleingärtnerverein Deutschlands, der wurde schon 1814 gegründet“, erzählt Spliedt. In der Nähe befindet sich das 1869 als Realschule errichtete Rathaus. Neben dem eigenständigen Erkunden der historischen Gassen werden von Mai bis Oktober verschiedene Themenführungen angeboten, darunter auch eine Führung auf den Spuren des „Landarztes“. Weitere Informationen sind auf der Website www.ostseefjordschlei.de abrufbar.
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