Mittelalter-Rock und ordentlich Pyrotechnik – dat brennt im Norden besser als jeder Grog.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das Nordstern-Festival hat am vergangenen Samstag rund 1.600 Mittelalter-Rockfans auf das Außengelände hinter der Stadthalle in Bremerhaven gelockt. Bei friedlicher und fröhlicher Stimmung traten bekannte Bands der Szene wie Rauhbein, Fiddlers Green und In Extremo auf. Die Besucher zeigten sich von der Bandauswahl und dem Veranstaltungsort begeistert.
„Mit Sünden ist mein Kahn geladen. Voll mit Unzucht bis zum Kragen.“ Die Texte der Mittelalter-Rockband In Extemo haben nicht viel mit Minnesang zu tun, vielmehr singt Frontmann und Bandgründer Michael Rheine von Schlachten, Tod und Teufel – und die knapp 1.600 Fans gröhlen jedes Wort lauthals mit. Am vergangenen Samstag herrschte auf dem Außengelände hinter der Stadthalle friedlich fröhlicher Ausnahmezustand, berichtet die Nordsee-Zeitung. André Finger und Patrick Bentz sind aus Cloppenburg angereist. „Die Bandkombination ist genial und das Gelände hier finde ich richtig gut“, schwärmt Patrick.
Auftritte von Rauhbein und Fiddlers Green
Den Reigen der mittelalterlichen Superlative eröffnen Rauhbein um Schwergewicht Henry, der mit seiner Reibeisenstimme von seinem Lieblingskaff singt, und Mädels, denen Stress mit ihrem Mann am Allerwertesten vorbeigeht. Der gelernte Fliesenleger hat nach einem schweren Arbeitsunfall die Musik zu seinem Lebenselixier gemacht und nimmt mit seiner sympathischen Präsenz sofort das Publikum für sich ein.
Fiddlers Green aus Erlangen bringen die Fans im Anschluss mit ihrem Speedfolk mächtig in Wallung. Die Menge vor der Bühne hüpft im Wellengang auf und nieder. David Pertak aus der Nähe von Hannover ist jetzt schon begeistert: „Das Konzert ist ein echtes Highlight und vorher haben wir uns Bremerhaven angesehen. Die Stadt finden wir überraschend schnuckelig.“
In Extremo heizen Fans ein
Mit einem lauten Knall entern In Extremo die Bühne und nachdem sich alle von dem Schreck erholt haben, eilen sie Richtung Bühne. Wer sich zu weit über das Absperrgitter lehnt, läuft Gefahr, sich die Haare zu versengen, denn mit Pyrotechnik sparen In Extremo bekanntlich nicht. „Hallo Bremerhaven! Wir haben es nach 21 Jahren das erste Mal nach Bremerhaven geschafft. Das Meer haben wir noch nicht gesehen, dafür aber ganz viele Möwen“, begrüßt Frontmann Michael Rhein die Fangemeinde, bevor er ihnen mit seinen Musikern für knapp zwei Stunden mächtig Feuer macht. „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“, ruft er in bester Klaus-Kinski-Manier über das Gelände, singt vom Spielmannsfluch. Als die Musik längst verklungen ist und die Fans erschöpft den Platz verlassen, sind die letzten Rauchschwaden noch nicht verzogen.
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