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Marschbahn-Ausbau: Neue Hoffnung durch Spielräume im Bundeshaushalt

Der zweigleisige Ausbau der Marschbahn könnte über den regulären Verkehrshaushalt finanziert werden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Truels Reichardt sieht durch steigende Mittel für Schienenwege neue Chancen für das Projekt.

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Zweites Gleis? Hauptsache, der Zug kommt überhaupt mal pünktlich an die Küste. — Rocky, Chefkolumnist
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Der lang ersehnte zweigleisige Ausbau der Marschbahn in Nordfriesland könnte über neue finanzielle Spielräume im Bundesverkehrshaushalt realisiert werden. Nachdem eine direkte Finanzierung aus dem Sondervermögen des Bundes ausgeschlossen ist, eröffnen steigende Mittel für den Schienenausbau neue Optionen. Ein nordfriesischer SPD-Bundestagsabgeordneter sieht darin eine realistische Chance für das Infrastrukturprojekt.
Seit Jahren wird in Nordfriesland für den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn gekämpft, wie die shz berichtet. Seit 2025 gehört Truels Reichardt als SPD-Abgeordneter dem Bundestag an und verwendet viel seiner Zeit darauf, dass Nordfriesland endlich das lang ersehnte zweite Gleis für die Marschbahn bekommt. Anfang Juni machte er vor Mitgliedern des deutsch-dänischen Vereins Infrastruktur Westküste die Idee öffentlich, nicht abgerufene Kreditermächtigungen des Bundeshaushaltes für den Bau des zweiten Gleises zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie zwischen Morsum und Tinnum zu nutzen.

Hürden bei der direkten Finanzierung

Für den Bau der Gleise ist eine Summe von 428 Millionen Euro veranschlagt. Dem stehen 1,6 Milliarden Euro nicht abgerufener Kreditermächtigungen gegenüber. Doch das Geld, das über das Sondervermögen des Bundes zur Verfügung gestellt wird, darf nicht direkt für den Marschbahngleisbau verwendet werden. Das hat laut Reichardt mittlerweile eine interne Prüfung dieser Finanzierungsoption ergeben. „Die Schienenmittel des Sondervermögens sind nach der derzeitigen Systematik vor allem für die Sanierung und Digitalisierung des bestehenden Netzes vorgesehen“, sagt er.

Spielräume im regulären Verkehrshaushalt

Der realistische Finanzierungsweg für die Marschbahn führe daher über den regulären Verkehrshaushalt. „Und dort gibt es eine positive Entwicklung: Im Regierungsentwurf für 2027 steigt der Ansatz für den Aus- und Neubau von Schienenwegen von 1,808 auf 2,226 Milliarden Euro. Das sind 418 Millionen Euro oder 23 Prozent mehr als 2026“, so Reichardt. Dieses Plus wurde laut dem SPD-Mann dadurch ermöglicht, dass Sanierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen in erheblichem Umfang aus dem Sondervermögen finanziert werden und dadurch Spielräume im Kernhaushalt entstehen. An dieser Stelle wird der Zusammenhang zwischen dem Sondervermögen und den zusätzlichen Mitteln für die Schiene im kommenden Haushalt deutlich: „Auch wenn nicht abgerufene Mittel aus dem Sondervermögen nicht direkt für den Ausbau der Marschbahn umgeschichtet werden können, eröffnet die Entlastung des Kernhaushalts dennoch neue Perspektiven für die Ausbaustrecke Niebüll–Klanxbüll–Westerland“, sagt Reichardt.

Forderung nach Priorisierung und Ministerwechsel

Die zusätzlichen Mittel sind allerdings noch keine Finanzierungszusage für die Marschbahn, schaffen laut Reichardt aber neue Spielräume: „Jetzt kommt es darauf an, welche Projekte das Bundesverkehrsministerium priorisiert. Der Bundestag hat den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn mit großer Mehrheit unterstützt und die Bundesregierung aufgefordert, die Voraussetzungen für die Finanzierung zu schaffen.“ Die Vorplanung sei bereits abgeschlossen. Zudem würden mögliche Klagen gegen das Vorhaben unmittelbar vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt, sodass beim Rechtsweg unnötige Verzögerungen vermieden würden.

„Ich werbe innerhalb der Regierungskoalition und gegenüber dem Ministerium dafür, den Beschluss des Bundestages nun in einen konkreten Finanzierungspfad zu übersetzen. In der SPD-Bundestagsfraktion gibt es eine breite Unterstützung für unser Anliegen. Einen seriösen Auszahlungstermin kann ich heute jedoch noch nicht nennen“, wird Reichardt deutlich.

Am Freitag wurde zudem die Absetzung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder durch Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) bekannt. „Mein zentraler Kritikpunkt am bisherigen Minister war, dass trotz so vieler finanzieller Mittel wie nie zuvor für den Verkehrsbereich weiterhin keine hinreichend klare Priorisierung der Aus- und Neubauprojekte vorliegt“, sagt Truels Reichardt dazu. Von der neuen Hausleitung erwarte er nun schnell Transparenz und verbindliche Entscheidungen und: „Die Marschbahn muss dabei berücksichtigt werden.“

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