Erfolgreiche Travemünder Woche zieht rund 600.000 Besucher an
Die 137. Travemünder Woche bot zehn Tage lang hochklassigen Segelsport und ein vielfältiges Festivalprogramm. Trotz wechselhaften Wetters und einiger Zwischenfälle ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz.
Die 137. Travemünder Woche geht am Sonntag mit einer positiven Bilanz der Veranstalter zu Ende. Rund 600.000 Besucherinnen und Besucher kamen an die Ostsee, um zehn Tage lang internationalen Segelsport, Konzerte und Festivalstimmung zu erleben. Nach einer bewusst kleineren Ausgabe im vergangenen Jahr kehrte die Travemünder Woche 2026 damit wieder zu ihrer ursprünglichen Größe zurück. Rund 900 Boote mit etwa 1.600 Seglerinnen und Seglern aus 30 Nationen gingen auf den Regattabahnen der Lübecker Bucht an den Start. Mit 28 Entscheidungen, darunter 16 Europa- und Weltmeisterschaften, war das sportliche Programm so umfangreich wie nie zuvor, wie die Tagesschau berichtet. Trotz wechselhafter Wetterprognosen konnte an allen Veranstaltungstagen gesegelt werden.
Zufriedenheit im Segelsport und buntes Festivalprogramm
Sportlich sind die Organisatoren zufrieden. „Wenn ich auf meinen Zettel gucke, gibt es fast überall nur grüne Felder. Wir werden bei fast 90 Prozent der geplanten Wettfahrten landen. Unter den Bedingungen war das hervorragend - besser geht es eigentlich gar nicht.“ Zu den sportlichen Höhepunkten gehörten unter anderem die zahlreichen internationalen Meisterschaften sowie die RS Games. Auch die täglichen Trave Races direkt vor der Promenade lockten viele Zuschauerinnen und Zuschauer an.
An Land war die Travemünder Woche ebenfalls ein Publikumsmagnet. Rund 600.000 Gäste besuchten das Festivalgelände entlang der Strand- und Travepromenade. Besonders gefragt waren die Konzerte auf der Bühne an der Nordermole, das Programm im Brügmanngarten sowie die tägliche Lasershow an der Viermastbark Passat. Mit mehr als 120 Programmpunkten, Familienangeboten, Gastronomie und Musik wurde die Travemünder Woche erneut zu einer Mischung aus Segelveranstaltung und Sommerfestival. Den Abschluss bildet heute Abend um 22:45 Uhr das traditionelle Höhenfeuerwerk über der Ostsee.
Kuriose Szenen beim Rotspon Cup und Einsätze für Rettungskräfte
Ein besonderer Höhepunkt war erneut der traditionelle Volksbank Rotspon Cup zur Halbzeit der Veranstaltung. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) setzte sich in einem turbulenten Match Race gegen Schleswig-Holsteins Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU) durch. Das Showrennen auf den historischen Zwölfer-Yachten „Sphinx“ und „Trivia“ sorgte für einige kuriose Momente: Herbst musste nach einem missglückten Start zunächst von einer Sandbank vor dem Priwall freigeschleppt werden. Lindenau verpasste später selbst die Ziellinie, konnte sich am Ende aber trotzdem durchsetzen.
Ganz ohne Zwischenfälle verlief die Veranstaltung allerdings nicht. Das THW musste in den ersten Tagen mehr als zwei Dutzend gekenterte Segler aus der Ostsee retten. Zudem beteiligten sich zahlreiche Einsatzkräfte an einer großen Suchaktion nach einem Segler, der bis vor Neustadt abgetrieben war. Überschattet wurde das erste Wochenende zudem von einer größeren Auseinandersetzung auf der Strandpromenade. Dabei wurden sieben Menschen verletzt, darunter auch Polizeibeamte und Helfer. Die Polizei ermittelt gegen sechs Tatverdächtige wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Nach dem Vorfall verstärkten die Einsatzkräfte ihre Präsenz auf dem Festivalgelände.
Blick auf die kommenden Jahre
Trotz der Vorfälle überwiegt bei den Organisatoren die Zufriedenheit. Die Rückkehr zu einer größeren Travemünder Woche mit internationaler Beteiligung sei gelungen. Wegen des umfangreichen Programms, der vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie des höheren Flächenbedarfs mussten zusätzliche Infrastruktur und Veranstaltungsbereiche aufgebaut werden. Nach Angaben der Veranstalter habe sich der größere Aufwand ausgezahlt.
Mit dem Abschluss der 137. Travemünder Woche richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Ausgaben. Auch 2027 und 2028 sollen wieder ähnlich große Segel- und Sportprogramme stattfinden. Geschäftsführer Frank Schärffe sieht die Veranstaltung dafür gut vorbereitet: „Die beiden nächsten Jahre kündigen sich etwa gleich große Segel- und Sportprogramme an. Insofern brauchen wir auch eine entsprechende Organisation an Land. Wir haben aber noch Reserven und Möglichkeiten, uns auszudehnen, falls wir zusätzliche Flächen benötigen.“ Auch sportlich stehen die ersten Höhepunkte bereits fest. Nach Angaben von Sportlicher Leiter Jens Kath kehren unter anderem der traditionsreiche Drachen Gold Cup, die Internationale Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaft, die Europameisterschaft der 29er, die Weltmeisterschaft der Dart 18 sowie die Deutschen Meisterschaften der Starboote und Flying Dutchman nach Travemünde zurück.
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