E-Mail-Affäre um Buckelwal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sven Partheil-Böhnke
Nach dem Streit um einen gestrandeten Wal steht der Bürgermeister von Timmendorfer Strand im Visier der Justiz. Es besteht der Verdacht, dass er eine Straftat vorgetäuscht haben könnte.
Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat Ermittlungen gegen den Bürgermeister von Timmendorfer Strand eingeleitet. Es besteht der Anfangsverdacht des Vortäuschens einer Straftat sowie der Verdacht auf mögliche Beleidigungsdelikte im Zusammenhang mit einem Streit um einen Buckelwal. Dies berichtet die shz unter Berufung auf die Behörde. Im Zentrum der Ermittlungen steht Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke (FDP). Nach der Rettung eines Buckelwals vor Niendorf Ende März waren E-Mails bekannt geworden, die von seinem Account verschickt worden sein sollen. In diesen Nachrichten wurde Meeresbiologe Robert Marc Lehmann unter anderem als „absolut inkompetenter, selbstdarstellerischer Spinner“ bezeichnet, zudem wurde seine fachliche Qualifikation angegriffen.
Hintergründe zum angeblichen Hackerangriff
Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke weist die Urheberschaft der Nachrichten zurück. Er hatte erklärt, sein E-Mail-Konto und sein Handy seien gehackt worden. Im Zuge dieses mutmaßlichen Angriffs sei das Rathaus für zwei Tage von allen Kanälen getrennt gewesen. Die Gemeinde ließ daraufhin eine forensische IT-Untersuchung durchführen, deren Ergebnis bislang jedoch nicht veröffentlicht wurde.
Ermittlungen wegen möglicher Vermögensschäden
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erstrecken sich nach eigenen Angaben auch auf mögliche Vermögensschäden, die infolge der Sicherungsmaßnahmen entstanden sind. Der Bürgermeister soll bereits rechtliches Gehör erhalten haben. Ob letztlich Anklage erhoben wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke war für eine Stellungnahme nicht erreichbar und ist derzeit krankgeschrieben.
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