Tipps für die Reiseapotheke: So sorgen Urlauber für den Ernstfall vor
Wer im Urlaub krank wird, braucht schnell die passenden Medikamente. Apotheker aus Itzehoe erklären, welche Grundausstattung in jede Reiseapotheke gehört und worauf chronisch Kranke achten müssen.
Hauptsache, das Pflaster hält im Wind. Den Rest regelt der Apotheker.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Eine gut vorbereitete Reiseapotheke kann im Urlaub helfen, kleinere gesundheitliche Beschwerden direkt selbst zu behandeln. Welche Medikamente und Hilfsmittel eingepackt werden sollten, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Reiseziel und den persönlichen Bedürfnissen ab. Apotheker aus Itzehoe geben wichtige Ratschläge zur Vorbereitung und zur richtigen Lagerung der Arzneimittel. Die Vorfreude auf die Ferien ist meist groß, doch Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden oder kleine Verletzungen können die schönsten Tage des Jahres schnell trüben. Zur Grundausstattung einer Reiseapotheke gehören in jedem Fall Schmerz- und Fiebermittel, Pflaster in verschiedenen Größen, Blasenpflaster, Verbandmaterial sowie ein Wunddesinfektionsmittel, wie die shz berichtet.
Individuelle Beratung und Grundausstattung
„Wer in den Urlaub fliegt, hat möglicherweise auch mit einer verstopften Nase zu tun – hier hilft ein Nasenspray“, sagt Apothekerin Franziska Wenning von der Hanseaten-Apotheke am Hanseatenplatz. Zusätzlich empfiehlt sie, optional Medikamente gegen Erkältungsbeschwerden einzupacken. Sinnvoll sei außerdem ein Mittel gegen Durchfall. „Insbesondere bei Reisen in wärmere Länder, in denen das Trinkwasser ungewohnt ist oder der Magen auf andere Essgewohnheiten reagiert, kann das schnell hilfreich sein.“
Für Apotheker Sebastian Jahn von der Viktoria-Apotheke in der Kirchenstraße gibt es keine Reiseapotheke von der Stange. „Wir bieten aber eine individuelle Beratung vor Reiseantritt an“, sagt Jahn. Wichtig sei es dabei, zu erfahren, wer reist. Sind Kinder dabei? Wohin geht die Reise? Geht es an den Strand, in die Berge, in ein außereuropäisches Land oder in einen Cluburlaub? Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, was benötigt wird.“
Besondere Hinweise für chronisch Kranke
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte diese in ausreichender Menge mitführen – am besten mit einer kleinen Reserve für unvorhergesehene Verzögerungen. Verschreibungspflichtige Arzneimittel sollten in der Originalverpackung transportiert werden. Apothekerin Gudrun Stisser von der Altstädter Apotheke in der Breiten Straße rät chronisch kranken Menschen, grundsätzlich etwa ein Drittel mehr Medikamente mitzunehmen, als für die eigentliche Reisedauer benötigt wird. Denn: „Bei der Heimreise kann es immer zu Verzögerungen kommen.“ Chronische Schmerzpatienten, die unter anderem Betäubungsmittel mitführen, sollten sich für Flug- oder Schiffsreisen unbedingt ein ärztliches Attest ausstellen lassen, um Probleme bei Sicherheits- und Zollkontrollen zu vermeiden.
Schwangeren und älteren Menschen empfiehlt die Apothekerin außerdem, bei längeren Auto- oder Flugreisen Kompressionsstrümpfe zu tragen, um das Risiko einer Thrombose zu senken. Wichtig sei zudem, bei Fernreisen über mehrere Zeitzonen auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente zu achten. „Arzneimittel wie die Antibabypille, Parkinsonmedikamente oder Medikamente im Rahmen einer Schmerztherapie sollten möglichst immer zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.“ Ein weiterer Tipp der Apothekerin: Die Reiseapotheke gehört grundsätzlich ins Handgepäck – Koffer können auch mal verloren gehen.
Anpassung an das Reiseziel und richtige Lagerung
Je nach Reiseziel sollte die Reiseapotheke ergänzt werden. Für tropische Länder können beispielsweise Mittel zur Malariaprophylaxe oder ein wirksamer Mückenschutz notwendig sein. Bei Wander- oder Campingurlauben sind zusätzliche Blasenpflaster, eine Zeckenzange und weiteres Verbandmaterial sowie ein Sonnenschutz sinnvoll.
Ebenso wichtig ist die richtige Lagerung der Medikamente. Sie sollten trocken, möglichst kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufbewahrt werden. „Diabetiker sollten beachten, dass Insulin gekühlt gelagert werden muss. Dafür können wir geeignete Kühlmöglichkeiten organisieren“, sagt Jahn. Zudem rät er, sich vor Reiseantritt über die Einfuhrbestimmungen für Medikamente im jeweiligen Urlaubsland zu informieren. „Ich empfehle jedem Reisenden, sich vorab mit seinem Reiseziel auseinanderzusetzen. Informationen dazu bieten unter anderem die Krankenkassen oder das Auswärtige Amt.“ Eine gut vorbereitete Reiseapotheke ersetzt zwar keinen Arztbesuch, kann aber dazu beitragen, kleinere Beschwerden schnell selbst zu behandeln und den Urlaub entspannter zu genießen.
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