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Spezialreinigung am Klimahaus Bremerhaven: Handwerker säubern die Glasfassade in schwindelerregender Höhe

Vor dem Start der Hauptsaison reinigt ein Spezialteam aus Schneverdingen die 4.700 Glasscheiben des Klimahauses in Bremerhaven. Die Arbeiten in bis zu 43 Metern Höhe erfordern präzise Planung und schwindelfreie Fachkräfte.

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Fensterputzen in 43 Metern Höhe? Da bleibe ich lieber am Boden bei meinem Fischbrötchen. — Rocky, Chefkolumnist
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Die aufwendige Reinigung der markanten Glasfassade des Klimahauses Bremerhaven stellt die beauftragten Handwerker vor besondere Herausforderungen. Ein Spezialteam aus Schneverdingen säubert die 4.700 unterschiedlich geformten Glasscheiben in schwindelerregender Höhe kurz vor dem Start der Hauptsaison. Dabei müssen die Fachkräfte nicht nur mit den extremen Witterungsbedingungen an der Küste, sondern auch mit logistischen Hindernissen umgehen.
Einige Wochen vor den Sommerferien beginnt für das Team der Gebäudereinigung Walter die Arbeit bereits kurz nach fünf Uhr morgens. Ihr Weg führt durch das Treppenhaus und die technischen Zwischenetagen bis auf das Dach des Klimahauses, das wie ein Schiff in den Havenwelten liegt. Dort oben beginnt für die Handwerker der mehrwöchige Einsatz, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. „Wir sind da ganz viel hinter den Kulissen, wo die Besucher gar nicht hingekommen“, sagt Geschäftsführer Matthias Walter.

Die Stahl-Glas-Fassade des Klimahauses besteht aus 4.700 unterschiedlich geformten Glasscheiben. Das maritime Klima mit starkem Wind, Schlagregen und salziger Seeluft stellt besondere handwerkliche Anforderungen an die Reinigung, die auch dem Werterhalt dient. „Das ist ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Walter. Über der Plaza seilen sich die Mitarbeiter ab, zudem kommen Hubsteiger für Höhen von 28 und 43 Metern zum Einsatz. Für die Fachkräfte ist dies eine Frage von Ausbildung und Sicherheit. „Man braucht einen gewissen Grundrespekt“, sagt Walter und fügt hinzu: „Das ist eine Gewöhnungssache. Ich mache das jetzt seit fast 30 Jahren.“

Reinigungstechnik ohne Chemie

Eine technische Herausforderung besteht darin, in über 30 Metern Höhe den notwendigen Wasserdruck aufzubringen. „Wenn ich Wasser nach oben befördern will, brauche ich den entsprechenden Druck“, erklärt Walter. Die Fahrzeuge des Teams sind daher mit Wasserfilteranlagen und Kompressoren ausgestattet. „Das ist quasi das A-Team der Gebäudereinigung“, sagt Walter. Der Betrieb aus Schneverdingen arbeitet zu rund 99 Prozent chemiefrei mit mineralfreiem Wasser, aus dem Kalk und Metalle gefiltert wurden. Dies verhindert Schlieren und sorgt dafür, dass neuer Schmutz weniger schnell anhaftet.

Seit 2024 ist der Betrieb regelmäßig vor den Sommerferien vor Ort. Vor den Herbst- und Osterferien wird die Glasbrücke gereinigt. Kürzlich stand zudem eine Intensivreinigung der Technik und Sichtflächen an der Verbindungsbrücke zum Columbus-Center an. Die Einsätze erfordern eine wochenlange Planung für Unterkünfte, Arbeitsbereiche und Sondergenehmigungen. In diesem Jahr erschwerte die gesperrte historische Klappbrücke die Logistik, weshalb Arbeiten in die Abend- und Nachtstunden verlegt werden mussten.

Arbeit unter besonderen Bedingungen

Die Verlegung in die kühleren Stunden war wegen der Hitze im Juni von Vorteil, da die Sonneneinstrahlung an der Glasfassade die Belastung verstärkt. „Das ist ein bisschen wie ein Dönerspieß“, beschreibt Walter die Situation. Bei Dunkelheit wird die Fassade mit Scheinwerfern an den Hubsteigern ausgeleuchtet, und die Mitarbeiter nutzen Stirnlampen. Am Boden sichern Kollegen in Leuchtkleidung den Bereich ab, um Passanten sicher vorbeizuleiten.

Walter nutzt den Auftrag auch, um jungen Menschen in den sozialen Medien das Handwerk näherzubringen. Viele seiner Gesellen sind Umschüler aus Berufen wie Mechatronik, Bau- oder Malerhandwerk. „Man kriegt Fachkräfte, wenn man etwas dafür tut“, sagt er. Wichtig sei es, Menschen etwas zuzutrauen. Diese Haltung vertritt er auch bei Vorträgen an Schulen, um zu zeigen, dass Erfolg nicht zwingend das Abitur voraussetzt.

Für das zwölfköpfige Team bleibt die Arbeit am Klimahaus eine besondere Erfahrung, die zusammenschweißt. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es als Team schaffen, so ein großes Ding zu machen“, sagt Walter. „Ich nenne das immer eine Nahtoderfahrung“, scherzt er. Über mehrere Wochen wohnen sie gemeinsam, verbringen den Feierabend zusammen und erleben sich so noch mal völlig anders als im sonstigen Arbeitsalltag.

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