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Sanierung verzögert sich: Freibad Brokdorf öffnet erst zur Saison 2027

Die Wiedereröffnung des sanierten Freibads in Brokdorf verschiebt sich erneut. Nach mehreren Verzögerungen und einer Firmeninsolvenz ist der Start nun erst für das Jahr 2027 geplant.

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Saison 2027? Bis dahin habe ich das Schwimmen im Trockenen gelernt. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Eröffnung des sanierten Freibades in Brokdorf verzögert sich erneut. Ursprünglich für diesen Sommer geplant, verschiebt sich die Inbetriebnahme nun auf die Saison 2027. Grund dafür sind diverse Verzögerungen im Bauablauf sowie die Insolvenz einer Tiefbaufirma zu Beginn der Arbeiten.

Eigentlich hatte die Gemeinde Brokdorf die Neueröffnung des sanierten Freibads für diesen Sommer fest im Blick. Mitte Juli, spätestens im August, sollten sich endlich die Tore zum Schwimmbad am Deich wieder öffnen. Doch ein Blick auf die Anlage zeigt, dass man von einer Fertigstellung weit entfernt ist. „Der Badebetrieb wird dieses Jahr nichts mehr“, sagt Bürgermeister Jörg Schmidt – sichtlich enttäuscht und verärgert. Denn weitere Verzögerungen im Verlauf der Sanierungsarbeiten führten dazu, dass eine Schwimmbaderöffnung in der laufenden Saison nicht mehr zu schaffen sei, erklärt er.

Teilweise seien Firmen zu langsam gewesen, und die Planung sei nicht ganz ausgereift gewesen, berichtet die shz. Als aktuelles Beispiel nennt der Bürgermeister den Stromanschluss, bei dem jetzt festgestellt worden sei, dass er zu klein für die Anlage sei. Das sei nur schwer nachvollziehbar, denn schließlich sei der Anlagenumfang – die Erneuerung der gesamten Schwimmbadtechnik – bekannt gewesen. Das sei ein ausschlaggebender Grund dafür gewesen, warum noch nicht gestartet werden könne. Zudem habe es weitere Verzögerungen gegeben, weil von Firmen nachträgliche Änderungen eingebracht worden seien.

Verzögerungen und gestiegene Kosten

Wesentlicher Grund für den Verzug war jedoch bereits der zu Beginn der Sanierungsmaßnahme im Frühjahr 2024 erfolgte Ausfall der mit den Erdarbeiten beauftragten, aber in Insolvenz geratenen Firma. Neuausschreibung und Beauftragung eines anderen Unternehmens nahmen viel Zeit in Anspruch, erst Anfang 2025 ging es weiter. „Es ist einfach unglaublich.“ Das Vergaberecht müsse geändert werden – weg vom Bürokratismus, hin auch zu mehr Eigenverantwortung der Kommunen, meint der Bürgermeister.

Aufgrund des hohen Investitionsvolumens und der mit dem Sanierungsprojekt verbundenen Förderung mussten die Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden, wobei der günstigste Anbieter den Zuschlag bekommt. Natürlich sei die Förderung toll, so Schmidt. Wenn allerdings die durch außer- und überplanmäßige Ausgaben entstandenen Mehrkosten den Förderbetrag einholten, müsse man überlegen, wie sinnvoll die Vergabevorgabe sei. Als die Sanierungsplanungen im Jahr 2023 konkret wurden, waren die Brokdorfer von 4,8 Millionen Euro ausgegangen. „Das Bad wird jetzt deutlich teurer“, so Schmidt. Wie teuer konkret, könne er noch nicht sagen.

Verschiebung der Eröffnungstermine

Durch den Verzug gleich zu Beginn wurden Zeitpläne für weitere Firmen, unter anderem aufgrund anderer Aufträge, problematisch. Trotzdem sei man schließlich davon ausgegangen, dass die Außenanlagen in diesem Jahr so fertiggestellt werden würden, dass im Juli eröffnet werden könne. „Irgendwann hieß es dann schon August“, sagt Bürgermeister Schmidt. „Wir hätten vielleicht auch Mitte August noch eröffnet“, fügt er hinzu. Doch jetzt noch einen Eröffnungstermin für dieses Jahr vorzubereiten, mache keinen Sinn.

Wegen der Elektroarbeiten verlaufen noch Gräben auf dem Gelände. Parallel laufen die Pflasterarbeiten, danach folgen die Grünanlagen. Die Baufirma liefere gute Arbeit, wie natürlich auch einige andere Firmen das getan haben, betont der Bürgermeister. „Wenn alles fertig ist, wird es ein tolles Freibad sein“, ist er überzeugt.

Details zur Ausstattung und Technik

Die Becken sind neu, der Rutschenauslauf auch. Besonders schön schließt sich der Kinderbecken-Bereich an. Die Liegewiese werde zur Straße hin in Höhe des Nichtschwimmerbeckens erweitert, wo noch ein Sichtschutz geschaffen werde. Die Rutsche sei vollkommen nutzbar, nur die Fenster des Rutschenturms müssten noch gereinigt werden. Wie beim Nichtschwimmerbecken wurde im Zuge der Sanierung auch auf barrierefreien Zugang zum Schwimmerbecken für Menschen mit Beeinträchtigung geachtet. Zum einen gibt es eine Treppe mit Handläufen, zum anderen eine Vorrichtung, über die Badegäste vom Rollstuhl aus ins Wasser gelangen können.

Vorgesehen ist jetzt Anfang September der „Färbetest“. Dann werden die Becken farblich durchspült, um zu prüfen, ob technisch im Außenbereich auch alles funktioniert. Im Herbst werden dann noch die sanitären Einrichtungen im Freibadgebäude saniert. Die Wärmeversorgung erfolgt über zwei große Wärmepumpen, zudem wird Photovoltaik auf dem Dach platziert. Auch zusätzliche Parkplätze sowie eine neue Platzierung der Fahrradständer sind im Umfeld des Freibads noch geplant. Dort müsse auch die Pflasterung des Gehwegs und des Zugangs zum Schwimmbadeingang erneuert werden. Modernisiert werden soll auch das Kassensystem.

Die Einweihung soll schließlich mit dem Saisonstart 2027 gefeiert werden – nach dann drei verpassten Saisons. Dies geschieht rechtzeitig zur dann geplanten Sanierung des benachbarten Fortuna-Bads in Glückstadt, das in der Freibadsaison 2027 komplett geschlossen haben soll. Das dürfte dem runderneuerten Brokdorfer Freibad zum Start viele zusätzliche Badegäste bescheren.

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