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Große Pünktlichkeitsunterschiede im Schienenverkehr von Schleswig-Flensburg

Während einige Zugverbindungen im Kreisgebiet überdurchschnittlich pünktlich sind, bleibt die Pendlerstrecke nach Hamburg weit hinter den Vorgaben zurück. Als Hauptursachen gelten eine marode Infrastruktur und Personalmangel.

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RE 72 läuft. Wer nach Hamburg will, packt sich besser ordentlich Butterbrote ein. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Pünktlichkeit im Schienenverkehr im Kreis Schleswig-Flensburg zeigt ein zweigeteiltes Bild. Während einige Regionalstrecken die Vorgaben des Landes übertreffen, bleibt die wichtige Pendlerverbindung nach Hamburg deutlich hinter den Erwartungen zurück. Als Hauptgründe für die Verzögerungen gelten eine marode Infrastruktur, technische Probleme und Personalmangel.
Wer im Kreisgebiet oder in Richtung Förde reist, kommt meist pünktlich an. Am verlässlichsten fährt derzeit der RE 72 von Flensburg nach Kiel mit einer Pünktlichkeit von 96,5 Prozent. Dieser Wert liegt über den vom Land geforderten 95 Prozent und schlägt den schleswig-holsteinischen Gesamtdurchschnitt von 87 Prozent deutlich, wie die shz berichtet. Fast genauso zuverlässig bringt der RE 74 seine Fahrgäste von Kiel nach Husum: Hier erreichen 92,8 Prozent der Züge rechtzeitig ihr Ziel, was bedeutet, dass nur etwa jeder 14. Zug Verspätung hat. Dies zeigen aktuelle Daten des Nahverkehrsbundes Nah.SH sowie der neue Landesverkehrsplan.

Probleme auf der Pendlerachse nach Hamburg

Ganz anders stellt sich die Situation auf der Pendlerverbindung von Flensburg nach Hamburg über Kiel dar. Hier kommen lediglich 76,7 Prozent aller Züge pünktlich an, obwohl der Zielwert eigentlich zwischen 81 und 90 Prozent liegen sollte. Laut Verkehrsministerium hat das verschiedene Ursachen, bei denen Infrastruktur- und Fahrzeugprobleme zusammenkommen. Gerade auf den stark befahrenen Strecken um Hamburg herum führen technische Probleme zu Kettenreaktionen, durch die Züge ausfallen, sich verspäten oder Anschlüsse verpasst werden. Im aktuellen Nahverkehrsplan des Ministeriums heißt es dazu: „Der sich laufend verschlechternde Zustand der Infrastruktur, stark genutzte Fahrzeuge, mehr Fahrgäste und unzureichender Personalbestand haben den SPNV auch in Schleswig-Holstein an seine Leistungsgrenze gebracht“.

Marode Infrastruktur und Personalmangel

Wie sanierungsbedürftig das Schienennetz in Schleswig-Holstein ist, verdeutlicht auch der Netzzustandsbericht der DB InfraGo von 2025. Mit einer Note von 3,25 belegt Schleswig-Holstein bei der Infrastruktur den vorletzten Platz im Bundesländervergleich, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit einer Note von 3,26. Neben geplanten Baustellen stellt fehlendes Personal den Hauptgrund für Zugausfälle oder Verspätungen im Kreisgebiet dar. Zudem wirkte sich im Januar das Sturmtief Elli als extremes „Naturereignis“ auf die Bilanzen aus.

Geplante Maßnahmen zur Besserung

Verbessert werden soll die Pünktlichkeit auf der Pendlerachse laut einem Sprecher von Nah.SH mit zwei Ansätzen. Zum einen wird seit Dezember 2025 im neuen Fahrplan auf dem kritischen Streckenabschnitt zwischen Hamburg und Neumünster etwas mehr Puffer eingeplant, um eventuelle Verspätungen auffangen zu können. Zum anderen plant die Bahn für das Jahr 2028 den Ersatz einiger alter Stellwerke und die Anpassung der Sicherungstechnik im Abschnitt zwischen Neumünster und Flensburg. Die neue Technik soll laut einem Sprecher von Nah.SH in Kombination mit der Kürzung von Blockabschnitten – Bereiche einer Strecke, auf der sich nur ein Zug zur Zeit befinden darf – für weniger Verspätungen in diesem Abschnitt sorgen.

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05.09., 04:12 Uhr