Meldung ✓

Geestland berät über künftige Windpark-Standorte im Stadtgebiet

In einer Sondersitzung haben die Ortsräte und der Bauausschuss von Geestland über die Windkraft-Pläne des Landkreises Cuxhaven beraten. Trotz vereinzelter Proteste aus Hymendorf erhebt die Stadt keine Einwände gegen die geplanten Vorranggebiete.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Viel Wind um Windräder. Hauptsache, die Frisur sitzt bei der steifen Brise. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Geestland berät über künftige Windpark-Standorte im Stadtgebiet
Illustration: KI-generiert
Die Stadt Geestland hat in einer gemeinsamen Sitzung aller 16 Ortsräte und des Bauausschusses über die Windkraft-Pläne des Landkreises Cuxhaven beraten. Bei der gut besuchten Veranstaltung im Lindenhof-Saal in Langen ging es um die Erarbeitung einer Stellungnahme zu den geplanten Vorrangstandorten im Stadtgebiet. Trotz teils heftiger Diskussionen, insbesondere um einen geplanten Standort in Hymendorf, beschlossen der Bau- und der Verwaltungsausschuss, keine Einwände gegen die Pläne zu erheben.
Geestland wird ein zentraler Punkt für die Windenergie im Cuxland sein. Insgesamt 35 potenzielle Windpark-Standorte hat der Landkreis im Stadtgebiet ins Visier genommen, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. „Wir sind reichlich mit Windparks gesegnet“, formulierte es Planungsabteilungsleiter Günter Ehmann. Hintergrund der Neuaufstellung der Raumordnung für den Bereich Wind durch den Kreis Cuxhaven ist das Ziel der Bundesregierung, dass bis zum Jahr 2030 80 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Windkraft soll dabei die entscheidende Rolle spielen.

Zahlreiche potenzielle Standorte im Stadtgebiet

Bei der Planung müssen verschiedene Vorgaben wie die Flächengröße, der Abstand zu Wohngebieten sowie der Natur- und Vogelschutz berücksichtigt werden. Im Juni gab der Landkreis die ersten 77 Flächen bekannt, die als Vorrangstandorte dienen sollen. Bauamts-Vertreter Ehmann stellte in der Sitzung jeden einzelnen Park in Geestland vor. Bislang haben es 23 der 35 Windparks im Stadtgebiet in die Raumordnung geschafft. Diese haben gute Aussichten, als Vorrangstandorte realisiert zu werden. Ehmann erläuterte auf Nachfrage, dass neue Windparks auch außerhalb dieser Flächen entstehen könnten, sofern die Gemeinde dies wünscht, ihren Flächennutzungsplan ändert und ein Investor bereit ist, teure Umweltgutachten selbst zu finanzieren.

Konflikte und Diskussionen in Hymendorf

Eine Ausnahme bei den Diskussionen bildete der Ortsteil Hymendorf, wo es im Vorfeld heftige Debatten über den geplanten Windpark südlich der Moorsiedlung gegeben hatte. Im Ortsrat herrschten dazu unterschiedliche Meinungen. Ortsratsmitglied Gunnar Böltes (SPD) sprach sich dafür aus, eine Unterschriftenliste mit 235 Unterschriften gegen den Windpark der Stellungnahme der Stadt beizufügen. Andere Mitglieder des Ortsrats kritisierten die Unterschriftensammlung als verfrüht, da sie zu einem Zeitpunkt stattgefunden habe, als noch keine Informationen über das Projekt vorlagen.Dies führte zu weiteren Wortmeldungen im Saal. Ratsmitglied Julian Wesch, der für die SPD im Beerster Ortsrat sitzt, warnte vor einer Spaltung: „Wir müssen aufpassen, dass wir mit dieser Debatte keinen Keil in unsere Dörfer treiben.“ Es gebe in allen Orten sowohl Menschen, die durch eigenen Grundbesitz von den Windparks profitierten, als auch solche, die Lärm oder Schattenwurf befürchteten. „Es ist unsere Aufgabe, diesen Konflikt gut zu moderieren“, appellierte er an seine Kollegen.Anne Holst, eine der Sprecherinnen der Initiative gegen den Windpark in Hymendorf, forderte den Stadtrat auf, das Projekt abzulehnen, „um unsere sensiblen Moorböden zu schützen“. Dieser Appell blieb jedoch ohne direkte Wirkung auf die Entscheidung. Bauamts-Vertreter Ehmann verkündete, dass die Stadt die Unterschriftenliste bereits an den Landkreis weitergereicht habe. Letztlich beschlossen sowohl der Bauausschuss als auch der Verwaltungsausschuss von Geestland, keine Einwände gegen die Windpark-Pläne des Landkreises zu erheben.Bürger, Verbände und Behörden können noch bis einschließlich Dienstag, 11. August, ihre Einwände gegen die Windpark-Pläne des Landkreises Cuxhaven einreichen. Dies ist auf einer digitalen Plattform unter www.beteiligung-regionalplan.de/LK-Cuxhaven-Wind möglich.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr