Fahrradtourismus im Norden trotzt dem wechselhaften Wetter
Trotz wechselhaften Wetters verzeichnet der Radtourismus in Schleswig-Holstein eine positive Saison. Besonders Tagestouren und E-Bikes sind bei Urlaubern gefragt.
Die Wetterkapriolen der vergangenen Wochen haben den Fahrradtourismus in Schleswig-Holstein kaum ausgebremst, wie die Tagesschau berichtet. Nach Einschätzung der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) verläuft die Saison bislang positiv. Viele Urlauber ließen sich selbst von Regen oder Hitze nicht vom Radfahren abhalten, sondern passten ihre Touren flexibel an. Ausflüge würden bei schlechtem Wetter häufig eher verschoben statt abgesagt, erklärte ein TA.SH-Sprecher.
Spontane Entscheidungen und Zertifizierung im Lauenburgischen
Laut TA.SH bleibt vor allem die Nachfrage nach Rund- und Tagestouren durchs Land hoch. Gleichzeitig würden viele Entscheidungen immer spontaner getroffen, sei es bei der Planung einer Tour oder bei der Buchung eines Leihrades. Auch der E-Bike-Boom halte an. Die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH bestätigt diesen Trend. Die Auswirkungen bemerken die Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe am deutlichsten, ob nun positiv oder negativ.
Der Kreis befindet sich gerade im Prozess, vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als Radreiseregion zertifiziert zu werden, beispielsweise durch bessere Radwege, Reparatur- und Ladestellen oder fahrradfreundliche Unterkünfte. Das habe das Thema Radtourismus deutlich nach vorne gebracht. Nach dem wechselhaften Wetter der vergangenen Wochen hoffen die Touristiker im Kreis Herzogtum Lauenburg jetzt auf eine ebenfalls starke zweite Saisonhälfte. "Für den Radtourismus ist gerade der Herbst eine wichtige Saisonverlängerung", so Krüger.
Investitionen am Ochsenweg
Doch nicht nur im Lauenburgischen tut sich etwas, auch am sogenannten "Ochsenweg" wird weiter investiert. Er führt von der Elbe durchs Binnenland an die dänische Grenze bei Flensburg. Das Entwicklungsprojekt zur ADFC-Radreiseregion sei fast abgeschlossen, erklärte Laura Krause vom Holstein Tourismus. Infrastruktur, Beschilderung und Service-Angebote seien ausgebaut worden. Gleichzeitig steige das Interesse an dem Radfernweg: Allein die Internetseite habe in diesem Jahr bislang rund 50.000 Aufrufe verzeichnet.
ADFC sieht gute Perspektiven
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club freut sich über die aktuellen Entwicklungen. Landesgeschäftsführer Jan Voß sagte, Schleswig-Holstein sei längst nicht nur Tourismusland, sondern auch Radreiseland. Viele Menschen nutzten ihren Urlaub für Rundtouren oder Tagesausflüge mit dem Fahrrad. Ziel sei es nun, auch das Angebot für mehrtägige Radreisen weiter auszubauen.