CDU Glückstadt zieht positive Halbzeitbilanz für 2026
Die CDU-Fraktion in Glückstadt blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. Trotz ungelöster Probleme wie Leerstand und Schwerlastverkehr lobt die Partei die interfraktionelle Zusammenarbeit.
Sich selbst gute Noten geben – das können Politiker besonders gut.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die CDU Glückstadt zieht eine positive Bilanz für das erste politische Halbjahr 2026, sieht jedoch weiterhin Handlungsbedarf bei verschiedenen städtischen Projekten. Trotz einiger unbefriedigender Entwicklungen lobt die Partei die parteiübergreifende Zusammenarbeit in den großen Zukunftsfragen der Stadt. Im zweiten Halbjahr sollen nun wichtige Vorhaben wie die Verkehrsberuhigung und die Bürgerbeteiligung vorangetrieben werden. Eigentlich lief das erste politische Halbjahr 2026 in Glückstadt gut, findet die CDU. Mit den anderen Parteien und Fraktionen klappt die Verständigung. „In den großen Fragen sind wir uns oft einig“, sagt CDU-Vorsitzender Markus Weinheimer, wie die shz berichtet.
Manchmal gebe es untereinander zwar unterschiedliche Wege, doch zum Ziel kämen sie schließlich alle, erläutert er. Wie etwa beim geplanten Neubaugebiet Rhinschlot. Das Ziel liege hier zwar noch ein gutes Stück entfernt, allerdings sei man im vergangenen Halbjahr „Meilensteine vorangekommen“, so Weinheimer. Über das „Was“ und „welche Größe“ sei man sich parteiübergreifend einig. Jetzt werden die Bürger beteiligt. „Da warten wir ab, was sie uns ins Stammbuch schreiben“, sagt Weinheimer.
In großen Schritten geht es auch beim Umbau des Fortuna-Bads voran – für die CDU eine gute Sache. „Wir haben einhellig Gelder im Haushalt umgeschichtet, damit das klappt. Das war gut“, erläutert Weinheimer. Das Fortuna-Bad und die neue Feuerwache könnte man nun bald von der Liste der vielen Bauprojekte in Glückstadt abhaken. Doch nicht nur bei Projekten, sondern auch als CDU selbst sei man vorangekommen. „Wir haben für einen gewissen gesunden Realismus sorgen können“, sagt Weinheimer. Als Beispiel nennt er den geplanten Stadtteiltreff in Glückstadt-Nord. Luftschlösser wie diese wollte und will die CDU nicht mehr bauen. „Das war einfach zwei Nummern zu groß“, meint Weinheimer. Dieser Gedanke sei mittlerweile auch bei den anderen Parteien angekommen.
Herausforderungen in der Innenstadt und beim Wohnraum
Richtig schlecht lief aus Sicht der CDU im ersten Halbjahr 2026 zwar nichts, unbefriedigend war laut Weinheimer trotzdem einiges. Der Leerstand in der Innenstadt mache der CDU – und letztlich der Stadt – zu schaffen. Zwar hätte die Politik hier „erste zarte Pflänzchen, aber noch nichts ins Werk gesetzt“, so Weinheimer. Das Baugebiet Rhinschlot sieht die CDU zwar als Prestigeprojekt. „Es hilft aber wenig, neue Baugebiete auszuweisen, wenn die Altstadt immer mehr verkommt und die Menschen deshalb wegziehen“, meint Weinheimer.
Als „maximal unbefriedigend“ bezeichnet die CDU auch die Situation um das ehemalige EAW-Gelände. „In all den Jahren sind wir da keinen Schritt vorangekommen“, sagt Weinheimer. Die Politik könne hierbei fragende Bürger bloß immer wieder vertrösten. „Das Gelände ist nun mal in Privatbesitz“, so Weinheimer. Dass es außerdem keinen Wohnmobilstellplatz auf der Docke gibt, war für die CDU ein herber Schlag. Nun werden zwar Alternativen gesucht, „da müssen wir aber zu Potte kommen“, so Weinheimer. Die CDU hätte zudem im ersten Halbjahr gern über die Pläne für ein Hotel in Glückstadt gesprochen. Es gebe allerdings bisher keinen geeigneten Unternehmer dafür, so Weinheimer.
Verkehrsprobleme und bundespolitischer Appell
Und dann ist da noch der Schwerlastverkehr, der vor allem jetzt wegen der Baustelle auf der B431 durch die Altstadt donnert. „Das müssen wir im zweiten Halbjahr angehen. Der muss raus aus der Stadt“, sagt Weinheimer.
Alles in allem vergibt die CDU dem ersten politischen Halbjahr 2026 dennoch die Note „gut“ – zumindest für Glückstadts Kommunalpolitik. Bundespolitisch warnt Weinheimer davor, dass sich einige Bevölkerungsgruppen weiter radikalisieren. „Da gilt für die Demokraten: zusammenstehen und inhaltlich zurückdrängen“, sagt Weinheimer, der sich zudem mehr Menschen in der Kommunalpolitik wünscht. „Um Wolfgang Schäuble zu zitieren: ‚Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht‘“, so Weinheimer.
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