Weserfähre kämpft mit logistischen Problemen an der Seebäderkaje
Wegen eines maroden Anlegers nutzt die Weserfähre derzeit die Seebäderkaje. Nun sorgen eine fehlende Gangway, Tankstopps und Liegeplatz-Konflikte für weitere Einschränkungen im Fährbetrieb.
Vom geplanten Sommerurlaub haben sich sowohl Weserfähren-Geschäftsführer Robert Haase als auch der technische Leiter Jörg Stelter schon längst verabschiedet – der marode Anleger und die Folgen bereitet dem Verantwortlichen weiter Kopfzerbrechen, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Weil der Anleger an der Geesteeinfahrt nicht mehr standsicher ist, legt die Fähre jetzt an der Seebäderkaje ab, um stündlich Fußgänger, Rad- und Rollfahrer nach Nordenham zu bringen. Autos müssen weiter den Tunnel nutzen.
Einschränkungen durch provisorische Gangway
Nach dem erfolgreichen Start gibt es aber neue Klippen, die umschifft werden müssen. „Wir hatten uns eine Gangway geliehen, doch die braucht die Reederei Cassen Eils jetzt in Cuxhaven“, sagt Haase.Während eine neue Laufplanke schon bei der Faßmer-Werft in Berne produziert wird, hat Bremenports der Weserfähre ein altes Modell verliehen.
Doch diese ist nicht optimal nutzbar: „Damit weiterhin alle Passagiere sicher und bequem an Bord gehen können, können momentan keine Rollstuhlfahrer und Personen mit Rollatoren befördert werden“, bedauert Haase. Das Ganze gilt bis Mittwoch (29. Juli), denn schon am Dienstag soll die neue Gangway ankommen.
Betankung erzwingt Bus-Ersatzverkehr
Und auch ein anderes Problem ist aufgetaucht. „Auch der 60.000 Liter fassende Tank der Fähre ‚Bremerhaven‘ ist irgendwann leer, wir können aber an der Seebäderkaje nicht bunkern“, sagt Haase, also das Schiff nicht betanken.Für den geplanten Bunkervorgang muss die „Bremerhaven“ zu einem bestimmten Zeitpunkt aussetzen. Am Mittwoch (29. Juli) von 8 Uhr bis 12 Uhr fährt der Bus statt der Fähre ab Willy-Brandt-Platz.
Und die dritte Klippe heißt „Oceana“: Da sich die Fähre den Anleger mit dem Ausflugsschiff aus Bremen teilt, kommt es zu Problemen: Ein gleichzeitiges Boarding ist nicht möglich. Mittwochs, donnerstags und samstags zwischen 15 und 16 Uhr kommt es deshalb zu Wartezeiten an beiden Anlegestellen (Seebäderkaje und Blexen).
Parallel versuchen die Verantwortlichen, die „Nordenham“ für den Einsatz an der Seebäderkaje vorzubereiten, dann könnte beim Bunkern das Schiff getauscht werden.
Die Schiffe sind nicht baugleich: „Die Nordenham hat keine seitliche Öffnung im Schanzkleid“, sagt Haase. Damit Passagiere längsseits an Bord kommen, muss also ein Loch in die Bordwand geschweißt werden. Auch das wird vorbereitet, um flexibler zu sein.
Suche nach Lösungen für den regulären Anleger
Viel wichtiger ist für viele Stammgäste, dass die Weserfähre am regulären Anleger in Bremerhaven an der Geeste wieder voll einsetzbar ist. Doch da gibt es eine schlechte Nachricht: „Die erste Idee, wie wir den Anleger sichern könnten, hat sich zerschlagen“, bedauert Haase. Die Hubplattform ist abbestellt. Man wollte den Anleger mit vorgelagerten Dalben (Stahlrohen) und Schrägpfählen stützen. Das klappt nun nicht.Die Statiker müssen nun Alternativen berechnen, eine komplexe Aufgabe, weiß Bauingenieur Haase. Das Problem: „Wir brauchen eine schnelle Lösung, die finanzierbar ist und keine endgültige Sanierung darstellt“, beschreibt er. Für Dienstag sei eine neue Besprechung angesetzt, bei der neue Lösungsvorschläge diskutiert werden sollen.