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Wasserschaden und Schimmel: Mieter in Eckernförde erstatten Strafanzeige

Eine Familie in Eckernförde kämpft seit Monaten mit massiven Feuchtigkeitsschäden und Schimmel in ihrer Mietwohnung. Da die Mängel nicht behoben wurden, haben die Mieter nun rechtliche Schritte eingeleitet.

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Eine Familie aus Eckernförde leidet seit Monaten unter den Folgen von Wasserschäden und Schimmelpilzbefall in ihrer Mietwohnung. Trotz wiederholter Reparaturversuche und Beschwerden bei der Hausverwaltung bleibt die Situation ungelöst. Nun haben die Betroffenen rechtliche Schritte eingeleitet und Strafanzeige erstattet.
Seit über zwei Monaten erlebt Familie Mittelstädt aus Eckernförde einen Albtraum in ihrer Mietwohnung in der Berliner Straße 44, wie die shz berichtet. Fließendes Wasser entlang der Wände, feuchte Räume und Schimmel bestimmen den Alltag. Die Küche ist unbenutzbar, an der Wand klafft ein großes Loch und nach einem Wasserrohrbruch ist inzwischen auch das Badezimmer von Schimmel befallen. Unter den Zuständen leiden Martin Mittelstädt, seine Frau Natalia Mittelstädt und der vierjährige Sohn Max Mittelstädt. „Wir haben alle seit mehreren Wochen Husten und Halsschmerzen“, sagt der Familienvater. Der 52-Jährige ist deswegen derzeit krankgeschrieben – seine Atemwegsprobleme lassen das Arbeiten im Moment nicht zu.

Chronologie der Mängel

Für die Familie ist der aktuelle Fall nur die Spitze des Eisbergs. Schon im August 2024 gab es den ersten Wasserschaden in ihrer Wohnung, woraufhin monatelang die Trocknungsgeräte dröhnten. Im März 2025 folgte ein Wasserschaden im Keller, im Dezember stand dann der Waschraum unter Wasser. Am 6. Mai schließlich lief wieder Wasser durch die Wohnung der Familie. Es folgte ein monatelanges Hin und Her mit dem Hausmeister und den Handwerkern, die laut Mittelstädt zunächst nur zum Begutachten kamen und oft nicht mehr taten als Fotos zu machen. Erst am 2. Juli rückte eine Firma zur Reparatur an. „Es wurden lediglich Löcher im Rohr geflickt. Die Wände sind immer noch feucht, und wir haben ein Problem mit Schimmel“, schildert Martin Mittelstädt. Die Wohnung gleicht einer improvisierten Baustelle: Da die Küche unbenutzbar ist, stehen Schränke und Kühlschrank im Wohnzimmer. Gekocht wird draußen auf dem Balkon auf einem kleinen Gasgrill. „Auch auf die Toilette gehen wir nur noch mit Atemschutzmaske“, erklärt der 52-Jährige. „Und das alles für 1000 Euro Miete im Monat.“

Heizungsausfall und Nebenkosten

Im Juli fiel zudem die Heizung aus, sodass das gesamte Acht-Parteien-Haus über zehn Tage ohne Warmwasser dastand. Zwar fließt inzwischen wieder warmes Wasser, doch die Heizung streikt weiter. Natalia Mittelstädt blickt mit Schrecken auf die kälteren Monate: „Wir haben jetzt schon Panik vor dem Herbst und Winter.“ Neben dem Gesundheitsamt hat die Familie bereits einen Anwalt eingeschaltet. Die Kommunikation mit der Hausverwaltung Noctua beschreibt Martin Mittelstädt als Desaster: „Über die Hotline erreicht man fast nie jemanden.“ Drei Fristen ließ Noctua angeblich verstreichen. Zudem verlangt die letzte Nebenkostenabrechnung die Bezahlung von 200.000 Litern Kaltwasser, was laut Martin Mittelstädt die Folge von defekten Wasserzählern im Haus ist. Eine Nachbarin, die anonym bleiben möchte, bestätigt das Problem: „Durch die ständigen Mängel ziehen die Leute schnell wieder aus – obwohl wir eine tolle Hausgemeinschaft sind.“ Dennoch möchte die Familie nicht aufgeben. „Wir fühlen uns hier wohl und schätzen die Nachbarschaft. Wir hoffen, dass alles repariert wird und wir bleiben können“, betont Natalia Mittelstädt.

Eigentümer und Hausverwaltung weisen auf Aufwand hin

Offizieller Eigentümer des Gebäudes ist die Polarlicht 1 UG & Co. KG, während das Portfolio zu einem Immobilienfonds der DWS, der Investmenttochter der Deutschen Bank, gehört. Für das operative Tagesgeschäft ist die Hausverwaltung Noctua zuständig. Auf Redaktionsanfrage bezieht Leiter des Asset-Managements Kai Gödeker Stellung: „Der Schaden ist uns bekannt und es waren bereits Firmen vor Ort.“ Demnächst sollen laut Gödeker Trocknungsgeräte aufgestellt werden, für das kommende Jahr seien zudem weitere Sanierungen geplant. Zu den Verzögerungen erklärt er: „Wir versuchen, schnellstmöglich unser Bestes zu tun. Bei über 1000 betreuten Wohnungen kann jedoch der Eindruck entstehen, dass zunächst nichts passiert.“ Weil auf juristischem Weg bislang nichts passierte, hat die Familie nun die Notbremse gezogen und die Polizei eingeschaltet. Martin Mittelstädt erklärt dazu: „Wir haben Strafanzeige gegen die Geschäftsführung von Polarlicht UG und Noctua erstattet. Was hier passiert, ist nicht in Ordnung. Es braucht ein gründliches Sanierungskonzept – und kein ständiges Wischiwaschi-Flicken.“

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