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Nach Sicherheitsbedenken: Schleifähre „Missunde III“ nimmt Betrieb wieder auf

Nach technischen Anpassungen am Anlegesystem nimmt die E-Fähre auf der Schlei wieder Fahrt auf. Pächter Rüdiger Jöns plant dennoch weiterhin seinen Ausstieg.

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Ein Wal in der Schlei? Da hilft auch kein neuer Haken, sondern ordentlich Gegenwind. — Rocky, Chefkolumnist
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Nach einer zehntägigen Unterbrechung wegen Sicherheitsbedenken nimmt die Schleifähre „Missunde III“ am Samstag wieder ihren Betrieb auf. Nach technischen Anpassungen und erfolgreichen Testfahrten haben sich der Pächter und der Betreiber auf die Wiederaufnahme geeinigt. Dennoch sieht der Pächter langfristig keine Zukunft für sich auf dem neuen Schiff.
Pächter Rüdiger Jöns hatte den Fährbetrieb am 15. Juli eingestellt, da sich die E-Fähre mehrfach aus dem Fanghaken am Anleger gelöst hatte. Wenn er nach der „Missunde III“ gefragt wird, findet er deutliche Worte: „Das Schiff fährt scheiße! Es ist wie ein Wal, der sich in die Schlei verirrt hat.“ Die Fähre sei zu groß und nicht für die Bedingungen an der Schlei konzipiert. In den vergangenen Monaten kam es bereits zu mehreren Pannen, wie einem gerissenen Antriebsriemen und ausgelaufenem Hydrauliköl, die jedoch nicht miteinander zusammenhingen.

LKN reagiert mit Anpassungen

Der Betreiber Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) untersuchte die Vorfälle. Sprecher Wolf Paarmann erklärte, wie die shz berichtet: „Es stimmt, dass die Fähre in bestimmten Konstellationen den Fanghaken nicht immer richtig getroffen hat.“ In tiefen Keilstellungen und bei Anfahrten im spitzen Winkel rastete der Haken nicht immer komplett ein. „Dieses Schiff ist ein Prototyp und auch bei der Anlegetechnik ein Unikat, deshalb ist es nicht überraschend, dass im Dauerbetrieb Probleme auftauchen“, so Paarmann weiter. Um das Problem zu beheben, wurden die orangefarbenen Fender des Landkeils erhöht. Projektkoordinator Jan Aufderbeck sagte dazu: „Die Fender ragen nun höher aus dem Wasser, wodurch die Leifunktion erhöht wurde. Somit ist das Anlegen insgesamt für die Fährmänner erleichtert worden.“ Zudem wurde die Landkeilsteurung feiner abgestimmt.

Einigung nach Testfahrt

Am Freitag, 24. Juli, trafen sich der Pächter, die Crew und Vertreter des LKN, darunter Direktorin Birgit Matelski und nautischer Inspektor Heino Nommensen, zu einem Austausch im Kuchenhaus. Nach einer gemeinsamen Testfahrt wurde beschlossen, den Fährbetrieb am Samstag wieder ab sieben Uhr aufzunehmen. Laut LKN ist die Fähre nun sicherer. Paarmann betonte: „Die Verbesserungen, die wir in den vergangenen Tagen umgesetzt haben, werden dazu führen, dass die Fähre noch sicherer zu bedienen sein wird.“ Zudem fügte er hinzu: „Am Ende fährt der Pächter mit seinem Team das Schiff, deshalb müssen auch alle Fährleute ein sicheres Gefühl haben.“Pächter Jöns fühlt sich nun zwar sicher genug für den Betrieb, plant jedoch weiterhin seinen Ausstieg: „Ich sehe keine Zukunft für mich als Pächter in diesem Schiff.“ Bezüglich alternativer Szenarien mit der Vorgängerfähre „Missunde II“ zeige er sich jedoch gesprächsbereit.

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