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Lions Club Husum übergibt Ostenfelder Feuerwehrauto in der Ukraine

Ein Team des Lions Clubs Husum hat ein ausgedientes Löschfahrzeug nach Lwiw überführt. Vor Ort erlebten die Helfer den Kontrast zwischen scheinbarem Alltag und den Zerstörungen des Krieges.

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Ein Team des Lions Clubs Husum hat ein ausgedientes Feuerwehrauto aus der Gemeinde Ostenfeld in die ukrainische Stadt Lwiw überführt. Die Spende soll an der Front zum Löschen nach Drohnen- und Raketenangriffen eingesetzt werden. Vor Ort erlebten die Helfer die extremen Kontraste eines Landes, das sich seit mehr als vier Jahren im Krieg behaupten muss.
Um das Feuerwehrauto in die Ukraine zu bringen, hat Lions-Club-Mitglied Hartmut Pursch gemeinsam mit einem weiteren Mitglied und zwei weiteren Organisationen die Fahrt nach Lwiw auf sich genommen. Wie die shz berichtet, wurden insgesamt drei Fahrzeuge übergeben, die dringend an der Front gebraucht werden. Das Auto der Lions hatten sie von der Gemeinde Ostenfeld gekauft. Genutzt werden soll es zum Löschen von abgeschossenen russischen Drohnen und nach Raketeneinschlägen. Pursch, der für die Öffentlichkeitsarbeit im Club zuständig ist, wollte unbedingt selbst fahren, um den Mitgliedern zu zeigen, wofür sie gespendet haben. Vorab informierte er sich über die Lage in Lwiw, das rund 70 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt liegt und wo länger kein Angriff stattgefunden hatte. „Natürlich macht man sich vorher Gedanken, was einen erwarten könnte“, beschreibt Pursch.

Geheime Übergabe und Kontraste im Alltag

Die Fahrt wurde zu einem Abenteuer, und die Übergabe fand an einem geheimen Ort in der Region statt. Um eine Verfolgung der Geräte und Fahrzeuge durch Russland zu verhindern, mussten Handys ausgeschaltet werden; die Kommunikation lief über Funkgeräte. „Über die wurden wir an unseren Zielort geführt“, erklärt Pursch. Die Übergabe selbst lief mit einer kleinen Rede, einem Foto und der Erklärung der Technik ähnlich ab wie in Deutschland. Nach der Übergabe blieb das Team noch ein paar Tage in der Stadt und schaut sich um. Da Lwiw weit von der Front entfernt liegt, durfte sich das Team frei bewegen, ging abends in Restaurants und erkundete die Stadt. „Wir wurden aber auch eingewiesen, was wir dann tun und wo es Schutzräume gibt.“ Neben der Oper und den vielen älteren Häusern beeindruckten Pursch auch die Menschen: „Die sind sich der Situation schon bewusst, sind aber auch sehr stolz.“ Sein Eindruck von der Bevölkerung war: „Die Hoffnung auf eine Einigung mit Russland ist schon groß, aber sie sind auch weiterhin bereit zu kämpfen.“

Spuren des Krieges im Stadtbild

Auf den ersten Blick wirkte Lwiw wie eine normale Großstadt, in der derzeit fast eine Million Menschen leben sollen. „Auf den ersten Blick war alles wie eine ganz normale Großstadt“, so das Lions-Club-Mitglied. Erst auf den zweiten Blick fielen verstärkte oder umhüllte Kirchenfenster und Denkmäler auf, die vor Angriffen geschützt werden sollen. „Außerdem fehlen auffällig die Menschen mittleren Alters.“ Ansonsten glich das Leben dem einer normalen Studentenstadt mit spielenden Kindern und belebten Plätzen.Doch die Helfer sahen auch die andere Seite des Krieges: Männer im Rollstuhl, die nur noch ein Bein und einen Arm haben. Ein Guide führte das Team zudem zu einem Logistikkomplex in der Stadt, der von Russland vollständig zerstört worden ist. Auch der Besuch eines Soldatenfriedhofs stand auf dem Programm. „Da wird einem bewusst, da liegen mehr als 1000 Tote“, beschreibt Pursch diesen emotionalen Moment.Sollte es noch einmal zu einer Fahrzeugübergabe kommen, stünde Öffentlichkeitsbeauftragter Hartmut Pursch bereit: „Ich hoffe, dass sich die Situation in der Ukraine bald ändert.“ Die Fahrt über Sachsen-Anhalt und Polen habe ihm gezeigt, wie schön Europa ist. Das ehemalige Ostenfelder Feuerwehrauto wurde unterdessen weiter an die Front transportiert. In die Stadt, in der es eigentlich ankommen sollte, wird das Fahrzeug aber nicht gebracht. Russische Soldaten haben laut Pursch die Stadt umstellt, weshalb die Gefahr einer Einnahme groß und unklar ist, welche Stadt das Auto letztlich erhalten wird.

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