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Herausforderungen bei der Regulierung des Wasserstands im Quickborner Himmelmoor

Das Quickborner Himmelmoor leidet unter sommerlicher Trockenheit und sinkenden Wasserständen. Eine künstliche Bewässerung oder einfache Anstauung des Hochmoors ist jedoch aus rechtlichen und ökologischen Gründen kompliziert.

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Moor nass, Rocky glücklich. Aber Petrus geizt im Norden mal wieder mit dem Regen. — Rocky, Chefkolumnist
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Das Quickborner Himmelmoor leidet unter den hohen Temperaturen und der Trockenheit der vergangenen Wochen, was zu einem deutlich sinkenden Wasserstand führt. Da Moore wichtige Kohlenstoffspeicher sind, ist ihr Schutz von großer Bedeutung, doch eine einfache Regulierung des Wasserhaushalts gestaltet sich als äußerst schwierig. Rechtliche Hürden und die besondere Natur des Hochmoors verhindern eine schnelle künstliche Bewässerung.
Wo vor wenigen Wochen noch eine spiegelglatte Wasserfläche zu sehen war, ragen nun zahlreiche kleine Inseln aus der Oberfläche, auf denen Enten rasten. Weil das Moor verhältnismäßig flach ist, heizt sich das Wasser schneller auf als in anderen Gewässern, erklärt Theodor Hildebrecht vom Förderverein Himmelmoor, wie die shz berichtet. Der Wasserstand ist bereits zur Mitte des Sommers um einige Zentimeter gesunken.

Die Bedeutung der Moore für das Klima

Schleswig-Holstein gehört zu den moorreichen Bundesländern in Deutschland. Das Himmelmoor gilt mit ursprünglich rund 600 Hektar Oberfläche als das größte Hochmoor des Landes. Während früher etwa zehn Prozent der Landesfläche mit Mooren bedeckt waren, sind heute laut dem BUND in SH 90 Prozent der Moore entwässert und zerstört. Grund dafür sind menschliche Eingriffe wie landwirtschaftliche Nutzung und Torfabbau. Naturnahe Moore existieren in Schleswig-Holstein laut den Zahlen des BUND SH nur noch „auf einer Fläche von etwa 17.500 Hektar“; bei einer Gesamtfläche an organischen Böden von 180.000 Hektar sei dies „extrem wenig“. Im Jahr 2011 wurden laut Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume nur etwa 12 Prozent der Moore als naturnahe Moore mit Senkenfunktion eingeschätzt.
Diese Flächen sind als Kohlenstoffspeicher extrem wichtig. Ein Hektar Moor kann bis zu sechsmal so viel Kohlenstoff speichern wie ein Hektar Wald. Der Förderverein Himmelmoor formuliert es so: „Moorgebiete bedecken nur drei Prozent der Erdoberfläche, binden in ihren Torfschichten jedoch ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffs – doppelt so viel wie die Wälder der Erde“. Damit dies gelingt, muss das Moor nass sein, denn nur so wachsen Torfmoose, die CO2 binden. „Ein Kernsatz bei Mooren ist wirklich: Moor muss nass sein“, sagt Hildebrecht.

Probleme bei der Wiedervernässung

Ohne nassen Boden wächst kein Torfmoos. Entwässerte Moore zersetzen sich bei Kontakt mit Sauerstoff und setzen Klimagase frei. Eine Regulierung ist jedoch schwierig, da das Wasser durch dicke Rohre abläuft. „Im Rahmen des jahrhundertelangen Torfabbaus wurde dafür gesorgt, dass das Wasser aus dem Moor abläuft“, so die Himmelmoor-Experten. „Und das ist das Problem – egal, ob wir’s so heiß haben wie jetzt oder nicht: Sobald wir ordentlich Regenwasser haben, geht ein Großteil direkt verloren und fließt in die Pinnau und die Elbe.“ Dies erschwert die Renaturierung durch die Stiftung Naturschutz. Der aktuelle Zustand des Moores wird als „degeneriert“ beschrieben. Ein gesundes Moor müsste so dicht bewachsen sein, dass kein offenes Wasser zu sehen ist.

Rechtliche und praktische Hürden

Das einfache Schließen der Abläufe ist rechtlich kompliziert. Zwar gibt es laut Hildebrecht sogenannte Eimermoore, wo Menschen pragmatisch Abläufe auf eigene Faust dichtgemacht haben. Für einen legalen Weg ist jedoch hoher Aufwand nötig. „Dafür muss man erst mal schauen, was passiert, wenn ich diesen Ablauf zumache, welche Flächen dann vernässt würden und ob wir Zugriff auf diese haben“, erläutert Theodor Hildebrecht. Da neben den Flächen der Stiftung Naturschutz auch rund 2300 Quadratmeter in Privateigentum liegen, fehlen oft Genehmigungen oder die Eigentümer sind unbekannt. Eine Enteignung ist nicht möglich.
Dennoch gibt es Möglichkeiten zur Regulierung. „Es gibt Bereiche, wo das Wasser durch einen Überlauf gut reguliert werden konnte. Das Wasser läuft dort nur ab, wenn der Stand wirklich hoch ist, und nicht einfach unkontrolliert“, meint Hildebrecht. Zudem helfen Sumpfpflanzen, die Verdunstung zu senken. Eine künstliche Zufuhr von Grund- oder Oberflächenwasser ist jedoch ausgeschlossen, da das Himmelmoor als Hochmoor ausschließlich von regelmäßigem Niederschlag abhängig ist.

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