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Gescheitertes Großprojekt: Als Bremerhaven eine 1.500 Meter lange Weserbrücke plante

Jahrzehntelang prägten Fähren den Verkehr über die Weser. In den 1960er-Jahren sollte eine gigantische Brücke die Ufer verbinden – doch es kam anders.

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Brücke gescheitert? Mir recht, auf der Fähre schaukelt es viel schöner. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Geschichte der Weserquerung zwischen Bremerhaven und dem gegenüberliegenden Ufer reicht bis ins Mittelalter zurück und ist von stetigem Wandel geprägt. Neben dem historischen Fährbetrieb gab es in den 1960er- und 1970er-Jahren konkrete Pläne für den Bau einer 1.500 Meter langen Brücke über den Fluss. Dieses Großprojekt wurde jedoch letztlich zugunsten einer anderen Lösung aufgegeben.
Bereits im Mittelalter dürfte es eine fährähnliche Verbindung zwischen Lehe und Blexen gegeben haben, die in einfachen Ruderbooten bewältigt wurde. Das Fährrecht „Vehr to Blexumb — Vehr to Lee“ wurde im Jahr 1573 erstmals schriftlich erwähnt. Historiker fanden heraus, dass diese Verbindung „von alters her“ von der Blexer Kirche betrieben wurde, welche die Mutterkirche für die Gläubigen auf beiden Seiten der Weser darstellte. Mit der Gründung Bremerhavens im Jahr 1827 begann der Handel auf beiden Seiten der Weser zu boomen, doch erst 1861 endete das Zeitalter der Ruderboote als Transportmittel.

Vom Dampfschiff zur modernen RoRo-Fähre

Im Jahr 1862 eröffnete der Norddeutsche Lloyd (NDL) aus Bremen einen Fährdienst mit einem Dampfer zwischen Geestemünde, Nordenham und Blexen. Die Bugsiergesellschaft „Union“, gegründet 1873, erwarb 1884 die oldenburgische Fährkonzession und verkehrte fortan mit eigenen Fährdampfern auf der zwei Kilometer langen Strecke zwischen Geestemünde und Nordenham. Die Schaufelradfähre „Union“ konnte 660 Fahrgäste auf einmal befördern und bot täglich sechs Abfahrten an. In den folgenden Jahren bedienten auch die Schiffe „Solide“ und „Fischereihafen“ die Strecke. Allerdings waren die Kunden nicht zufrieden. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, schilderte die Handelskammer Oldenburg im Jahr 1903 die Zustände an Bord der „Solide“ drastisch: „Der in dieser mangelhaft erleuchteten Kajüte durch Bier-, Zigarren- und Kohledunst erzeugte Geruch spottet manchmal jeder Beschreibung.“Wegen diverser Missstände ließ die oldenburgische Regierung den Vertrag im Jahr 1911 auslaufen, woraufhin die Union Konkurs anmelden musste. Da kein neuer Privatunternehmer gefunden wurde, gründeten das Land Oldenburg, die Städte Geestemünde, Lehe, Bremerhaven und Nordenham, die Gemeinde Blexen und der Amtsverband Butjadingen die Weserschiffsgesellschaft mbH, die später zur heutigen Weserfähre GmbH wurde. Die heute genutzten Anleger wurden 1954 in Betrieb genommen, zeitgleich mit der Indienststellung der Fähre „Bremerhaven“, die damals als größtes Flussfährschiff Deutschlands galt. Die Gesamtinvestition belief sich auf rund 4 Millionen Mark (2,05 Millionen Euro). Die Konstruktion aus Stahl und Beton ermöglichte das Anlegen von sogenannten RoRo-Fähren (Roll-on/Roll-off), bei denen Fahrzeuge längs auf das Schiff fuhren.

Pläne für eine 1.500 Meter lange Brücke

Mit dem einsetzenden Wirtschaftswunder stiegen die Beförderungszahlen rasant an: Wurden 1947 noch 12.281 Fahrzeuge mitgenommen, waren es 1950 bereits 26.634, im Jahr 1955 schon 92.745 und 1960 schließlich 172.191. Aufgrund dieses Erfolgs wurde Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre die Idee einer Weserbrücke diskutiert. Den entscheidenden Anstoß gab die Gründung der „Gesellschaft Weserbrücke“ im April 1968, die den Bau einer festen Weserquerung zwischen der Luneplate bei Bremerhaven und dem Gebiet südlich der Friedrich-August-Hütte in Nordenham vorantreiben wollte. Damals hieß es in einem Bericht: „Nach vorsichtigen Schätzungen wird die Länge des Brückenbauwerkes bei 1.500 Metern liegen“. Zudem wurde ausgeführt: „Durch einen Pfeilerabstand von etwa 300 bis 400 Metern würde die Sicherheit des Schifffahrtsbetriebes auf dem Fluss in keiner Weise behindert. Eine lichte Höhe von 45 bis 60 Metern wird als verkehrsgerecht angesehen.“

Das Ende der Brücken-Idee

In den frühen 1970er-Jahren wurde die Brücke zunehmend als Teil einer geplanten „Küstenautobahn“ betrachtet, wobei auch südlichere Trassen bei Dedesdorf untersucht wurden. Im Jahr 1979 sprach sich die Industrie- und Handelskammer jedoch für den Bau eines Tunnels anstelle einer Brücke aus. Diese Alternative wurde in den Folgejahren favorisiert, unter anderem aus Rücksicht auf die Schifffahrt, das Küstenradar sowie aus ökologischen Gründen. Damit war die Brücken-Idee endgültig beerdigt. Die feste Weserquerung wurde schließlich zwischen 1998 und 2004 in Form des Wesertunnels bei Dedesdorf realisiert.

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