Förderbescheid übergeben: Behrensdorf plant neuen Klimadeich zum Schutz vor Sturmfluten
Nach der Ostsee-Sturmflut von 2023 soll in der Gemeinde Behrensdorf ein neuer, höherer Klimadeich entstehen. Mit der Übergabe eines Förderbescheids über 342.000 Euro können nun die konkreten Planungen beginnen.
Büschn höher schadet nie, wenn die Ostsee mal wieder nasse Füße machen will.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
In der Gemeinde Behrensdorf im Kreis Plön haben die Planungen für einen neuen Klimadeich begonnen, der besseren Schutz vor zukünftigen Sturmfluten bieten soll. Küstenschutz-Staatssekretärin Katja Günther (Grüne) überreichte dazu einen Förderbescheid über 342.000 Euro an die Gemeinde und den Deichverband. Der neue Deich wird deutlich höher, aber kürzer als der bisherige Schutzwall sein und weiter im Landesinneren verlaufen. Bei der Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023 entging die kleine Gemeinde Behrensdorf im Kreis Plön nur knapp einer Katastrophe, wie die Tagesschau berichtet. Damals stieg das Wasser bis kurz unter die Deichkrone. Bürgermeister Hans-Rudolf Osbahr (CDU) erinnert sich: "Glücklicherweise hat der Deich noch gehalten. Nur der Strandwall wurde durchbrochen." Er ist sich sicher, dass der Deich durch den steigenden Meeresspiegel in Zukunft nicht mehr ausreichen wird: "Unser bisheriger Deich liegt bei etwa 2,60 Meter - das ist entschieden zu wenig."
Neuer Deichverlauf im Landesinneren
In Behrensdorf wird ein komplett neuer Deich errichtet, ein sogenannter Klimadeich, anstatt den alten einfach nur zu erhöhen. Das Umweltministerium Schleswig-Holstein teilt mit, dass dieser neue Deich anders als bisher nicht entlang der Küstenlinie verläuft, sondern landeinwärts vor den Toren der Gemeinde hochgezogen wird. Dadurch sollen die rund 70 akut betroffenen Anwohnenden sowie der Campingplatz besser vor Sturmfluten geschützt werden.
Den bisherigen Vorplanungen zufolge soll der neue Klimadeich mit rund vier Metern deutlich höher werden als bisher. Gleichzeitig wird er wegen der Lage im Landesinneren viel kürzer sein und statt drei Kilometern nur noch einen Kilometer lang werden, erklärt das Ministerium. Durch den neuen Verlauf wird der Ostsee mehr Raum gelassen, wodurch Wellen stark abgebremst werden, ehe sie auf den Deich treffen. Ein Klimadeich gewährleistet den Schutz auch dann noch, wenn der mittlere Meeresspiegel um einen Meter höher steht als heute. Zudem erhält der Deich ein Spitzenschöpfwerk, um das Hinterland bei häufiger auftretendem Starkregen entwässern zu können. Auch das Naturschutzgebiet mit seinen Salzwiesen, die bisher hinter dem Deich lagen, soll sich mit der neuen Deichlage und möglichen Überflutungen wieder natürlich entwickeln können.
Planungsphase und Finanzierung
Laut Umweltministerium handelt es sich um den ersten Landesschutzdeich in Schleswig-Holstein, der nach der Ostsee-Sturmflut vor fast drei Jahren entsteht. Küstenschutz-Staatssekretärin Katja Günther (Grüne) hat heute Vormittag einen Förderbescheid über 342.000 Euro an Vertreter des Deichverbands Kemps-Behrensdorf und der Gemeinde überreicht. Damit können die Planungsarbeiten starten. Bürgermeister Behrensdorf freut sich: "Wir sind alle sehr froh in der Gemeinde. Das ist der höchstmögliche Schutz", betont er.
Auch für den späteren Bau kommt das Land auf. Auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein geht das Umweltministerium aktuell von rund 15 Millionen Euro Kosten für den neuen Landesschutzdeich aus. Die Mittel werden aus dem Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" stammen, wobei die genauen Kosten erst nach den konkreten Planungen ermittelt werden können. "Aktuell wird der Baustart spätestens im Jahr 2030 erwartet", so eine Sprecherin. Auch wie lange gebaut wird, würden erst die Planungen zeigen.
Zukünftige Zuständigkeit und weitere Planungen an der Ostsee
Nach der Fertigstellung wird zukünftig das Land den Küstenschutz im Bereich der Gemeinde übernehmen. Der bisher zuständige Deichverband Kembs-Behrensdorf wird dann aufgelöst, erklärt Vorsitzender Jörg Dittmann. Bis dahin bleibt der Verband bei den Planungen aber mit im Boot. Neben dem Verband sind auch die Gemeinde, der Landesbetrieb für Küstenschutz, der NABU Schleswig-Holstein und weitere Akteure involviert. Es sei ein ambitioniertes Vorhaben, sagt Dittmann: "Wir werden Kompromisse finden müssen, aber ich sehe da positiv in die Zukunft." Für den örtlichen Verband sei es zuletzt aufgrund der Sturmfluten immer schwieriger geworden, den Deich zu unterhalten.
Auch in den weiteren sieben Niederungen an der Ostseeküste, die für einen Landesschutzdeich grundsätzlich in Frage kommen, haben laut einer Sprecherin des Umweltministeriums Planungen begonnen. Zurzeit erarbeiten die Kommunen und Verbände Hochwasserschutzkonzepte als Grundlage für die Planung und Förderung von Küstenschutzmaßnahmen. Die Umsetzung wird vielerorts jedoch noch Jahre dauern. Die Schwierigkeit bestehe darin, die unterschiedlichen lokalen Interessen der Betroffenen unter einen Hut zu kriegen, erklärt die Sprecherin. Wie teuer diese Maßnahmen am Ende werden und wann die Ostsee-Kommunen ausreichend vor Sturmfluten geschützt sein werden, ist daher noch nicht absehbar.
In Neustadt in Holstein wurde die erste Meerwasser-Wärmepumpe Deutschlands offiziell vorgestellt. Das System nutzt die Wärme der Ostsee zur Versorgung von mehr als 200 Haushalten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen neuen Verwaltungssitz in der Bremer Überseestadt bezogen. Bislang verstreute Standorte werden nun an einem Ort zusammengeführt.
Nach Kürzungen bei den Schulbegleitungen lockern einige Hamburger Sonderschulen die Kontrolle der Schulpflicht. Die Schulbehörde mahnt die Einhaltung an, während Opposition und Eltern scharfe Kritik üben.
Wegen eines kapitalen Motorschadens startet die neue Elbfähre erst im kommenden Jahr. Der Fährbetrieb mit dem bisherigen Schiff bleibt bestehen, ist derzeit aber wegen Niedrigwassers eingeschränkt.
Nach dem Großbrand auf einem Schrottplatz in Leer hat die Feuerwehr ihren Einsatz nach dem Löschen der letzten Glutnester beendet. Zeitweise waren rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.