Flensburger Gastronomie-Immobilie an der Schiffbrücke steht zum Verkauf
Das denkmalgeschützte Gebäude, in dem das Restaurant Hafenküche und das Hostel Seemannsheim betrieben werden, wird für 2,5 Millionen Euro angeboten. Die Betreiber suchen nach einem Nachfolger, während der Betrieb vorerst weiterläuft.
2,5 Millionen? Da muss ich aber verdammt viele Fischbrötchen für verkaufen.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Betreiber des bekannten Flensburger Restaurants Hafenküche und des Hostels Seemannsheim suchen einen Nachfolger. Die denkmalgeschützte Immobilie an der Schiffbrücke wird gemeinsam mit dem Betrieb für 2,5 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Trotz der Verkaufspläne läuft der Betrieb des beliebten Standorts an der Hafenpromenade vorerst weiter. In der Anzeige des Flensburger Nobelmaklers Engel und Völkers bei Immoscout 24 wird das Objekt unter dem Titel „Seltene Gelegenheit – Maritimes Investment in erstklassiger Hafenlage“ angeboten. Es handelt sich um ein „denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus mit großzügiger Wohn- und Nutzfläche“, das an der Schiffbrücke 40 liegt. Wie die shz berichtet, umfasst das Angebot nicht nur das Grundstück und das Gebäude, sondern optional auch den laufenden Betrieb. In der Anzeige heißt es dazu: „Zum Verkauf steht bei Interesse neben der Immobilie gesondert ebenfalls die mietende GmbH inkl. vollständiger Ausstattung.“ Bei der mietenden Gesellschaft handelt es sich um die Hafenküche Flensburg GmbH. Geschäftsführerin Sandra Nielsen möchte sich, ebenso wie der Eigentümer der Immobilie, aktuell nicht zu den Hintergründen des Verkaufs äußern. Auf der Homepage des Betriebs wird die Nachfolgersuche jedoch offen kommuniziert. Dort heißt es unter der Überschrift „Nachfolger gesucht!“: „Zwar mitten im touristischen Zentrum Flensburgs, doch meilenweit entfernt vom Mainstream führen wir unser Restaurant und Hostel mit Kreativität, einer gewissen Eigenwilligkeit und ganz viel Herz. Nun sind wir bereit, diese Aufgabe abzugeben, und suchen nach Nachfolgern, die Lust haben, ein neues Projekt zu beginnen.“ Kauf, Pacht oder eine komplette Übernahme der GmbH stehen für potenzielle Nachfolger zur Auswahl.
Sanierung und Geschichte des Gebäudes
Das geschätzte Baujahr des denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses liegt um 1840. Bevor das Lokal am 28. März 2018 eröffnete, war das Gebäude drei Jahre lang aufwendig und detailreich kernsaniert worden. Neben Geschäftsführerin Sandra Nielsen hatten damals Fabian Keller, Jan Voß und Ben Heinrich, die auch die gegenüberliegende Fischhütte am Museumshafen betreiben, das Restaurant und das darüber liegende Hostel Seemannsheim eröffnet. Die Immobilie verfügt über eine Gesamtfläche von knapp 700 Quadratmetern, die sich auf rund 480 Quadratmeter Wohn- und 220 Quadratmeter Nutzfläche verteilen. Das Grundstück ist knapp 380 Quadratmeter groß.
Neues Konzept nach Schließungsgerüchten
Bereits im März 2025 gab es Gerüchte über eine Schließung des bei Einheimischen und Touristen beliebten Restaurants. Diese wurden von den Betreibern jedoch zurückgewiesen. „Wir machen weiter“, erklärte Geschäftsführerin Sandra Nielsen damals im Gespräch mit der Redaktion. Im April folgte daraufhin eine Konzeptänderung unter dem Motto „Hafenküche trifft Champagneria“. Dieses Konzept brachte den Verzicht auf die klassische Menüfolge und den Zwei-Schicht-Betrieb mit sich. Auch Reservierungen wurden abgeschafft. Der Restaurant- und Hostelbetrieb läuft ungeachtet des inserierten Verkaufs weiter.
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