Deutlicher Mietanstieg und weniger Sozialwohnungen in Niedersachsen
Die Angebotsmieten in Niedersachsen sind seit 2020 um fast ein Viertel gestiegen, während die Zahl der Sozialwohnungen deutlich zurückgeht. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor.
Bei den Mietpreisen ist meine Hundehütte bald eine echte Wertanlage.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
In Niedersachsen sind die Angebotsmieten zwischen 2020 und 2025 um 24,7 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr lagen sie auf einem Rekordhoch, während zugleich der Bestand an Sozialwohnungen sinkt. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, wie die Tagesschau berichtet. Der Quadratmeterpreis lag im vergangenen Jahr bei 9,69 Euro. Als "dramatisch" bezeichnet niedersächsischer Linken-Bundestagsabgeordneter Jorrit Bosch die Entwicklung der Mieten. Wohnen werde zunehmend zu einer "finanziellen Belastungsprobe", so Bosch. Ursächlich dafür sieht er die Mietenpolitik, die "den Markt machen lässt, statt bezahlbaren Wohnraum konsequent zu sichern".
Deutlicher Rückgang bei Sozialwohnungen
Mehr als jeder dritte Haushalt müsse mindestens 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Kaltmiete aufbringen, führt Linken-Politiker Bosch weiter aus. Rund 253.000 Haushalte gaben demnach im vergangenen Jahr sogar mindestens 40 Prozent ihres Einkommens aus. Gleichzeitig ist der Bestand an Sozialwohnungen den Angaben nach seit 2015 um fast 40.000 geschrumpft.
Regionale Unterschiede bei den Mietpreisen
Das waren im Jahr 2025 die teuersten Gebiete: der Landkreis Harburg mit 12,31 Euro pro Quadratmeter (28,1 Prozent Steigerung in fünf Jahren), die Stadt Oldenburg mit 11,68 Euro pro Quadratmeter (31,8 Prozent Steigerung in fünf Jahren) und der Landkreis Lüneburg mit 11,53 Euro pro Quadratmeter (28,5 Prozent Steigerung in fünf Jahren). Die stärksten Mietanstiege verzeichneten der Landkreis Cuxhaven mit 45,1 Prozent auf 9,75 Euro pro Quadratmeter, der Landkreis Emsland mit 43,5 Prozent auf 9,79 Euro pro Quadratmeter und die Grafschaft Bentheim mit 41,8 Prozent auf 10,51 Euro pro Quadratmeter.
Diskussion über Neubau und Mietendeckel
Immer mehr Neubau sei nicht die Lösung für die Wohnungskrise, sagt Bosch. "Entscheidend ist nicht nur, dass gebaut wird, sondern für wen gebaut wird", führt er aus. Was fehle, seien dauerhaft bezahlbare Wohnungen in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand. Zudem fordert Linken-Politiker Bosch einen wirksamen Mietendeckel.
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