65 neue Mietwohnungen in Kappeln durch beschleunigtes Bauverfahren geplant
In Kappeln sollen mithilfe des sogenannten Bau-Turbos vier Mehrfamilienhäuser mit bezahlbarem Wohnraum entstehen. Das Projekt sieht überwiegend öffentlich geförderte Mietwohnungen vor.
Kappelner Hotelier Bo Teichmann plant das Vorhaben gemeinsam mit Architekt Marc Ulrich aus Borgwedel auf dem Grundstück seiner Großeltern, wie die shz berichtet. Entstehen sollen vier überwiegend zweigeschossige Gebäude plus Staffelgeschoss in Massivbauweise. Geplant sind barrierearme Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 50 und 75 Quadratmetern. „Alle Gebäude sollen zu 65 bis 70 Prozent geförderten Wohnraum beinhalten“, sagt Marc Ulrich.
Das Grundstück gehört Bo Teichmann, dessen Großeltern dort ehemals Landwirtschaft betrieben. Das bestehende Einfamilienhaus soll für die Neubauten weichen, während ein großer Teich auf dem Areal erhalten bleibt. Die Gebäude werden in zwei Bauabschnitten zu beiden Seiten der Zufahrt errichtet. „Wir bleiben weg von der umliegenden Bebauung“, kündigt Bo Teichmann an. Es werden Abstände eingehalten, darunter etwa 150 Meter zum nächsten Grundstück im Süden sowie eingegrünte Stellplätze im Norden. Alle 65 Einheiten sind als Mietwohnungen konzipiert – „keine Ferienwohnungen“, sagt Teichmann, da der Bau-Turbo diese ohnehin ausschließe.
Unterstützung durch die Stadtverwaltung
Für die Stadtverwaltung stellt das Projekt ein Novum dar. Bauamtsleiter Jörg Exner stellte das Vorhaben bereits als passendes Fallbeispiel für die Anwendung von Wohnraumbedarfsanalyse und Baulandbeschluss dar. Mit diesen Instrumenten legt die Stadt fest, welcher Wohnraum zu welchen Bedingungen zugelassen wird. Auch amtierender Bürgermeister Lars Braack befürwortet das Projekt: „Hier wird Dauerwohnraum zur Miete geschaffen, der unsere städtebaulichen Ziele erfüllt.“ Er spricht zudem von einer „guten Kooperation“ zwischen den Beteiligten.Herausforderung der öffentlichen Förderung
Ein kritischer Punkt für die Umsetzung ist die öffentliche Förderung. Sollte diese ausbleiben, wird die Realisierung der Pläne laut Marc Ulrich schwierig. In einer Bauausschusssitzung räumte er dies bereits ein und erklärt nun: „Wir sind vorbereitet und werden alles tun, um das Projekt voranzutreiben.“ Er verfügt über Erfahrung mit dem Verfahren, betont jedoch: „Aber es ist kein Selbstgänger.“ Geld fließt nur, wenn die Mittel bereitstehen und alle Beteiligten ihren Beitrag leisten.Als nächster Schritt ist eine kommunale Stellungnahme erforderlich, um die soziale Wohnraumförderung zu beantragen. Dieses Dokument muss den Bedarf an preisgebundenem Wohnraum in Kappeln bestätigen. Eine zuvor durchgeführte Wohnraumbedarfsanalyse hatte bereits einen Mangel an bezahlbaren, kleinen Wohnungen aufgezeigt. Bo Teichmann äußert sich zuversichtlich: „Der Förderbescheid ist zwar die größte Unbekannte, aber das, was hier entstehen soll, wird in Kappeln gebraucht“, sagt er. Teichmann: „Ich habe ein gutes Gefühl.“