Ungelöster Mordfall auf Sylt: Polizei sucht in Westerländer Teich nach Beweismitteln
Nach dem gewaltsamen Tod eines 38-Jährigen vor mehr als drei Jahren sucht die Polizei auf Sylt erneut nach Beweisen. Ein wegen Pflegearbeiten abgepumpter Teich in Westerland bietet den Ermittlern eine neue Gelegenheit für Untersuchungen.
Die Ermittler durchsuchen derzeit einen Teich am Südwäldchen in Westerland nach Spuren im Fall des getöteten Grzegorz S.. Wie die Polizeidirektion Flensburg gegenüber der Redaktion erklärt, gibt es jedoch noch immer keine neuen Erkenntnisse oder Hinweise in dem mysteriösen Fall, wie die shz berichtet. Der Einsatz wurde nicht durch neue Hinweise ausgelöst, sondern durch einen Zufall.
Zufallsfund durch Teichpflegearbeiten
Auslöser des Einsatzes sind Teichpflegearbeiten der Gemeinde. Weil das Gewässer derzeit abgepumpt wird, entschied sich die Polizei, den Bereich noch einmal gründlich nach möglichen Beweismitteln abzusuchen. Ein Mitarbeiter der Gemeinde habe sich nach Angaben einer Polizeisprecherin an die Ermittlungen erinnert und Kontakt aufgenommen. Die Ermittler entschieden daraufhin, die Gelegenheit zu nutzen und den nun trockengelegten Bereich erneut zu untersuchen. Das Gewässer sei bereits unmittelbar nach der Tat von Polizeitauchern durchsucht worden, wobei die Suche damals ohne Ergebnis blieb. Die Suche soll nach derzeitiger Planung ein bis zwei Tage dauern.Leichenfund im Löschschaum gibt weiter Rätsel auf
Der Fall beschäftigt Polizei und Justiz bis heute. Am 16. März 2023 machte ein Spaziergänger auf einem Feldweg nahe des Campingplatzes in Westerland eine schockierende Entdeckung. Auf der Rückbank eines verschlossenen VW Passat lag der 38-jährige Grzegorz S. tot. Das Fahrzeug war mit Löschschaum gefüllt. Der aus Polen stammende Mann hatte auf Sylt gelebt und dort über sieben Jahre regelmäßig als Maler gearbeitet. Schon früh gingen die Ermittler davon aus, dass sein Tod kein Unglücksfall war.Ein rechtsmedizinisches Gutachten ergab, dass Grzegorz S. durch massive Gewalteinwirkung ums Leben gekommen war. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll mindestens ein Täter beteiligt gewesen sein. Wie genau der 38-Jährige starb und was sich vor seinem Tod ereignete, halten Polizei und Staatsanwaltschaft bis heute unter Verschluss. Ob die erneute Suche im abgepumpten Gewässer nun doch noch entscheidende Spuren ans Licht bringt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Auch mehr als drei Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Grzegorz S. gibt der Fall den Ermittlern noch immer Rätsel auf.