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Historischer Verbindungskanal in Bremerhaven durch Bohrmuscheln gefährdet

Der historische Verbindungskanal zwischen dem Alten und Neuen Hafen leidet unter starkem Bohrmuschelbefall. Die Holzpfähle der denkmalgeschützten Anlage drohen zu kollabieren.

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Holzfressende Muscheln? Bei uns im Norden schmeckt eben alles mit Fischkopp. — Rocky, Chefkolumnist
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Der historische Verbindungskanal zwischen dem Alten und dem Neuen Hafen in Bremerhaven ist durch den Befall von Bohrmuscheln gefährdet. Die Holzpfähle, auf denen die gesamten Hafenanlagen stehen, werden von den Schädlingen systematisch zerstört. Das im Jahr 1928 fertiggestellte Bauwerk verbindet die beiden Hafenbecken und steht seit 1992 unter Denkmalschutz.
Die Hafenanlagen in Bremerhaven wurden auf einem schwierigen Untergrund errichtet, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. „Der Boden, auf dem die ersten Hafenanlagen entstanden, war niedriges Watt- und Grünland. (...) Er bestand bis in eine Tiefe von etwa 15 Metern aus Klei- und Schlickboden“, beschreibt Oberbaurat P. Beck in einem 1929 erschienenen Artikel in dem Magazin „Deutschlands Städtebau“. Weiter heißt es dort: „Man war deshalb gezwungen, durch diesen Boden starke Pfähle hindurchzutreiben, um den tragfähigen Sand zu erreichen.“ (...) So stehen auch alle Bauwerke der Häfen auf Pfählen, ein unterirdischer Wald breitet sich unter unseren Füßen aus“. Diese hölzerne Gründung ist jedoch durch die Bohrmuschel (Teredo navalis) bedroht, die seit Ende der 1990er Jahre in Bremerhaven aktiv ist. Ein erster Nachweis des Schädlings wurde 1997 in den Resten eines Bootssteges vor Fort Brinkamahof dokumentiert.

Ein wichtiges Verbindungsstück der Hafenanlagen

Der Kanal mit seinen beiden Klappbrücken war und ist ein wichtiges Verbindungsstück der beiden Hafenbecken. Ursprünglich bestand diese Verbindung nicht. Sie wurde notwendig, weil nach fast 100 Jahren Betrieb die von dem niederländischen Wasserbauingenieur Jacobus Johannes van Ronzelen entworfene Kammerschleuse zum Alten Hafen nicht mehr den Anforderungen entsprach. Ein Neubau war jedoch nicht möglich, da der Hafen während der Bauzeit hätte gesperrt werden müssen. „Es liegt auf der Hand, dass sich hieraus allerlei Missstände für den Schiffsverkehr und den Hafenbetrieb ergeben“, fasste es Beck in einem Artikel im Heft „Die Bautechnik“ zusammen. Dies hätte die damals am Alten Hafen ansässige Fischindustrie für etwa drei Jahre lahmgelegt. Mit den Bauarbeiten am Verbindungskanal wurde 1926 begonnen, an denen auch das Bremerhavener Wasserbauunternehmen Gustav W. Rogge beteiligt war. Zwischen den Häfen lag ein schmales Landstück, auf dem Bahngleise sowie Versorgungsleitungen verliefen. Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, wurde eine hölzerne Behelfsbrücke über den Neuen Hafen gebaut. „Bei Kabeln und Leitungen liess sich eine mehrmalige Verlegung nicht vermeiden“, schrieb Beck damals.

Technische Details der Klappbrücken

Die Verbindung wird durch zwei elektrisch betriebene Klappbrücken überspannt. Die Brückenkonstruktion sowie die Maschineneinrichtungen wurden von einem Konsortium aus den Vereinigten Stahlwerken Dortmunder Union sowie der Freund-Starke-Hoffmann Maschinen AG hergestellt. Die schmalere Brücke mit einer Breite von 4,75 Metern diente ursprünglich der Eisenbahnüberführung und wird heute als Fußgänger- und Radfahrerüberweg genutzt. Die breitere Brücke mit einer Breite von 8,5 Metern war für den Straßenverkehr ausgelegt. Der etwa 50 Meter lange Kanal weist eine Breite von 12,50 Metern auf. Beck schrieb 1928: „Der Kanal ist beiderseits von massiven Ufermauern auf hölzernem Pfahlrost eingefasst. Die Mauern selbst bestehen aus Zementtrassbeton mit Eiseneinlagen und Klinkerverbindung.“ Das Bauprojekt wurde 1928 fertiggestellt und kostete 1,25 Millionen Reichsmark. Im Volksmund wurde die neue Verbindung schnell als „Panama-Kanal“ bezeichnet. Im Jahr 1992 wurden die beiden Klappbrücken mit ihren vier Nebengebäuden unter Denkmalschutz gestellt.

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