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Historische Traktoren treffen sich zum Jubiläum in Nordenham

Die Interessengemeinschaft „Die Rostheuler“ feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit einem großen Oldtimer-Treckertreffen in Nordenham-Schweewarden.

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Hauptsache, der alte Diesel knattert lauter als die Möwen. Schönes Ding! — Rocky, Chefkolumnist
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Die Interessengemeinschaft „Die Rostheuler“ veranstaltet von Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 2. August, ihr elftes Oldtimer-Treckertreffen am Widdersweg in Nordenham-Schweewarden. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Gruppe werden 120 bis 130 historische Traktoren aus den 1950er- bis 1970er-Jahren erwartet. Alle interessierten Besucher sind bei freiem Eintritt willkommen.

Die Interessengemeinschaft besteht heute aus etwa 20 Mitgliedern, die eine Vorliebe für die Landwirtschaft teilen, berichtet die Nordsee-Zeitung. Dem Zusammenschluss gehören Freunde von Oldtimer-Traktoren aus Nordenham, Butjadingen, Hude, Osterholz-Scharmbeck, Wüsting, Edewecht und Hagen im Bremischen an. Sprecher ist Gründungsmitglied Sven Lippa aus Nordenham (55). Auch seine beiden Töchter Hannah Sofie (23) und Amelie (21) sind aktiv dabei.

„Unser Hobby ist für mich ein wichtiger Ausgleich zum Berufsleben und es macht Freude, mit Freunden zusammenzukommen“, sagt Betriebsleiter Sven Lippa. Auch andere Mitglieder teilen diese Leidenschaft. „Der Geruch von altem Diesel in der Nase und das Knattern des Motors - das erinnert mich voll an den kleinen Bauernhof meiner Eltern am Niederrhein“, merkt Paul Zegers (70) aus Nordenham-Atens an. Er hat Schreiner und Maurer gelernt, arbeitete später als Techniker in der Stadtverwaltung von Kleve und verbrachte sein letztes Berufsjahr bei der Stadt Nordenham. Auch Andreas Kok (69) aus Abbehausen, ehemaliger Schichtführer bei Kronos Titan in Blexen, hat wie Sven Lippa seit seiner Kindheit eine Verbindung zur Landwirtschaft, schraubt gerne und schätzt den Austausch mit anderen Oldtimer-Freunden.

Entstehung der Interessengemeinschaft

Die Rostheuler begannen vor 30 Jahren als Untergruppe des Rüstringer Heimatbundes. Aufgrund unterschiedlicher Ansichten entwickelte sich daraus eine eigenständige Interessengemeinschaft, die bewusst auf die Regularien eines Vereins verzichtet. Initiator war Wolfgang Bittner aus Kleinensiel. Die Idee, eigene Treffen zu organisieren, stammte von Jürgen Frerichs vom Esenshammer Groden. Seitdem organisieren die Rostheuler alles in Eigenleistung, inklusive Kost und Logis. „Das ist jedesmal eine Menge Arbeit“, sagt Sven Lippa, und die Gruppe sei den freiwilligen Helfern sehr dankbar. Die Rostheuler fahren jährlich zu etwa zehn Veranstaltungen, wobei die weiteste Tour sie nach Nordhorn in der Grafschaft Bentheim führte.

Technische Entwicklung im Fokus

In der Wesermarsch setzte die Motorisierung der Landwirtschaft wegen des damals schlechten Wegesystems erst relativ spät Mitte/Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre ein. Zu Beginn war ein Porsche-Trecker mit 14 PS der Standard. Viele Landwirte hatten damals Vorbehalte gegen schwerere Maschinen, weil sie befürchteten, dass sie den Boden zu sehr verdichten, berichtet Sven Lippa. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es etwa 250 Traktorenhersteller in Deutschland. Als der Markt gesättigt war, sprangen viele Unternehmen ab. Porsche stieg ganz aus dem Trecker-Markt aus, während sich MAN auf den Lastwagenbau konzentrierte. Lanz wurde Ende der 1950er-Jahre vom US-amerikanischen Unternehmen John Deere übernommen. Deutz gehört mittlerweile zum italienischen Unternehmen SAME. Hanomag konzentrierte sich auf Baumaschinen und gehört heute zum japanischen Industriekonzern Komatsu.

Programm des Jubiläumstreffens

Bei den Oldtimerfreunden hat es derweil einen Generationswechsel gegeben. Mittlerweile bevorzugen Sammler Modelle aus den 1970er-, teilweise sogar aus den 1980er-Jahren von Deutz, Fendt, IHC oder einen MB-trac von Mercedes-Benz. Dabei geht der Trend hin zu immer größer und mehr Komfort. Auf dem Widdersweg in Schweewarden werden diese liebevoll restaurierten und gepflegten alten Traktoren zu sehen sein. Zudem werden Traktoren und Geräte im Einsatz vorgeführt. Es wird gezeigt und erläutert, wie bis in die 1960er-Jahre hinein mit dem Messerbalken gemäht und wie mit einem Heuauflader gearbeitet wurde. Ein Teile- und Flohmarkt lädt zum Stöbern ein, eine Hüpfburg wird aufgebaut und es gibt verschiedene Speisen sowie kühle Getränke. Ein besonderer Höhepunkt soll die Disco am Samstagabend werden, bei der gemeinsam gefeiert werden kann.

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