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Ehrenamtlicher Einsatz auf Föhr: DLRG-Rettungsschwimmer sichern die Strände von Wyk

Insgesamt 18 ehrenamtliche Rettungskräfte der DLRG verbringen ihren Urlaub auf der Nordseeinsel Föhr, um für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Neben alltäglichen Hilfeleistungen weisen sie auch auf die zunehmenden Gefahren beim Schwimmen hin.

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Auf der Nordseeinsel Föhr sorgen derzeit 18 ehrenamtliche Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für die Sicherheit der Badegäste am Strand von Wyk. Die Freiwilligen aus verschiedenen Teilen Deutschlands opfern für diesen Dienst ihren persönlichen Urlaub. Neben der Absicherung des Badestrandes leisten sie Erste Hilfe und weisen auf die Gefahren im Wattenmeer hin.
Normalerweise stellt die Rubrik „Sie halten die Insel am Laufen“ Menschen von der Insel vor, doch die 18 DLRG-Rettungsschwimmer, die am Wyker Strand die sechs Wachtürme besetzen, kommen aus Essen, Bochum, Lübbecke, Hannover, Sassenberg oder Köln. Unter ihnen sind Studenten, Polizisten, Industriemechaniker, Unternehmensberater oder Schüler, die ihre Freizeit einsetzen, um Rettungsdienste für die DLRG auf einer nordfriesischen Insel abzuleisten. So wie zum Beispiel Marten Bruns und Tobias Westbrink, die an einem Dienstagnachmittag, 21. Juli, für das Rettungsschlauchboot zuständig sind. Wie wichtig die schnelle Einsatzbereitschaft auf dem Wasser vor dem Wyker Strand ist, zeigt sich, als die Besatzung von Turm 5 auf der Höhe des Leuchtturms Olhörn ein vorbeitreibendes Boot bemerkt, von dem ein Insasse mit einem roten Paddel winkt.

Einsatz auf dem Rettungsschlauchboot

Die Rettungsschwimmer beschließen, dem Vorfall nachzugehen. Mit Funkgerät, Helm und Schwimmweste schieben sie das Schlauchboot, im DLRG-Sprech „IRB“ genannt, ins Wasser. Die Besatzung von Turm 5, bestehend aus Dina Wunderlich, Betty Rohde und Marco Meier, beobachtet das Geschehen. Nach wenigen Minuten erreicht das Boot die Touristen. „Keine Lage“, quäkt es aus dem Sprechgerät auf dem Turm, was bedeutet, dass keine Notlage vorliegt. Das Schlauchboot bleibt dennoch kurz vor Ort, um sicherzustellen, dass das Boot den Strand bei der Mittelbrücke anläuft.

Gefahren im Wattenmeer und Qualifikationen

Das Wattenmeer vor dem Wyker Strand birgt Risiken wie Ebbe, Flut und starke Strömungen. „Hier auf der Ecke ist zum Beispiel die Strömung besonders stark“, erklärt Marco Meier, wie die shz berichtet. Der 30-jährige Essener ist im zivilen Leben Unternehmensberater. „Allerdings ohne Krawatte“, lacht er. Seine Dienstkleidung besteht aus einem roten DLRG-T-Shirt und kurzen Hosen. „Und dort hinten sind viele Muschelbänke“, sagt Meier und deutet Richtung Mittelbrücke. Dies könne zu Schnittverletzungen führen. „Unsere Türme orientieren sich an der Dichte der möglichen Vorfälle. Dazu wurde eigens ein Gefahrgutachten erstellt“, sagt Meier. Für den Dienst an der Küste ist das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) in Silber die Mindest-Voraussetzung.Die Truppe wird für ihre Dienstzeit von der Gemeinde in einem Haus am Wiesenweg in Wyk untergebracht. Der Dienst geht von 10 bis 18 Uhr, doch zuvor gibt es nach dem gemeinsamen Frühstück theoretischen Unterricht. „Kindersuche ist zum Beispiel ein Thema“, sagt Marco Meier. Hierbei bietet die DLRG Kindersucharmbänder mit Nummern an, um Angehörige schnell zu ermitteln. Auf die Frage nach der Motivation antwortet Marten Bruns: „Gutes tun“. Tobias Westbrink ergänzt: „Die Gemeinschaft und auch einmal aus den heimischen Gewässern herauskommen“.

Herausforderungen und Appell des Wachleiters

Am großen Turm 2 halten Wachleiter Alexander Gohl und sein Vize Luis Aden Wache. Für den 23-jährigen Bochumer Jurastudenten Gohl ist es die fünfte Saison auf Föhr. „Ich habe mit 16 hier angefangen“, erklärt er. Föhr sei für ihn besonders: „Die Leute sind anders. Es gibt mehr Zuspruch und mehr Wertschätzung“, erklärt er. Gohl koordiniert die Rettungseinsätze. „Wir hatten heute schon elf Erste-Hilfe-Einsätze, bei denen sich Menschen an einem Stein oder einer Muschel verletzt hatten“, sagt er.In seinem Heimatrevier in Essen musste Gohl in einer Woche fünfmal zu Wasserrettungen ausrücken. „Darunter war auch ein 14-jähriges Kind, das wir leblos bergen mussten“, sagt der Wachleiter. Da immer weniger Kinder schwimmen können und die DLRG im Juni dieses Jahres so viele Badetote wie seit 20 Jahren nicht mehr verzeichnete, richtet er einen dringenden Aufruf an die Öffentlichkeit: „Bringt den Kindern das Schwimmen bei“, appelliert Alexander Gohl. Dies werde jedoch schwieriger, da kommunale Bäder aus Kostengründen schließen. Dennoch freut sich Gohl über seinen Dienst auf der Insel: „Es ist superanstrengend. Aber es macht Spaß, den Leuten zu helfen“, erklärt er.

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05.09., 04:12 Uhr