Ehrenamt am Badestrand: Wie eine 17-Jährige die DLRG unterstützt
Während andere ihre Sommerferien genießen, sorgt Pauline Hauck ehrenamtlich für die Sicherheit an den Stränden von Solitüde und Ostseebad. Trotz gelegentlicher Herausforderungen schätzt sie die starke Gemeinschaft.
Bei Sonnenschein und 26 Grad in Solitüde behält Zwölftklässlerin Pauline Hauck konzentriert die Badezone im Blick. Die 17-jährige Schülerin des Fördegymnasiums trägt die rot-gelbe Dienstkleidung der DLRG und hat das Funkgerät griffbereit im Pavillon, von wo aus sie einen Panoramablick über die Förde genießt. Während andere sich erholen, engagiert sie sich ehrenamtlich als Rettungsschwimmerin und hat bei diesem Job „super viel Spaß“, wie sie sagt.
Im Jahr 2013 kam sie zur DLRG, lernte im Campusbad schwimmen und absolvierte sämtliche Scheine bis zum Rettungsschwimmabzeichen in Gold. Angespornt durch ihren großen Bruder, der ebenfalls als Rettungsschwimmer aktiv ist, machte sie 2022 ein Praktikum und entschied sich zu bleiben. Seitdem sichert sie in den Ferien und an Sommerwochenenden die Strände Ostseebad und Solitüde. „Ich finde es wichtig, anderen Menschen zu helfen“, sagt Pauline Hauck, wie die shz berichtet. „Wenn ich in Gefahr wäre zu ertrinken, würde ich ja auch wollen, dass dann jemand da ist, der mich rettet.“
Der Alltag im Rettungsdienst
In eine dramatische Rettungssituation ist sie bislang noch nicht geraten. Der Dienst in den Sommerferien läuft täglich von zehn bis 18 Uhr meist beschaulich ab. „Wir sind alle ein, zwei Stunden auf Strandstreife, gucken, ob alles in Ordnung ist, und sprechen mit den Leuten.“ Badegäste im Pavillon benötigen meist nur ein Pflaster oder hatten Kontakt mit einer Feuerqualle. Dennoch erfordert die Arbeit ständige Konzentration und Kommunikation. Mindestens drei Ehrenamtliche müssen pro Schicht im Dienst sein und halten über Funk Kontakt zwischen Turm, Strand und Brücke. „Wenn ich von hier oben sehe, dass es einem Schwimmer nicht gut geht, gebe ich unten Bescheid: Hey, schickt mal jemanden und schaut, ob alles in Ordnung ist.“ In solchen Fällen kommen Rettungsbretter oder Motorboote zum Einsatz, da viele Badegäste ihre Kräfte überschätzen oder mit Luftmatratzen abgetrieben werden.
Gemeinschaft und Respektlosigkeiten
Neben dem Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, motiviert die Kameradschaft im Team. „Abends wird oft gegrillt oder wir chillen am Strand. Und es ist ein schönes Gefühl, eine Qualifikation zu haben, mit der man anderen helfen und sogar Leben retten kann.“ Doch die Freude ist nicht immer ungetrübt, da die Helfer regelmäßig mit Respektlosigkeit und Aggressionen konfrontiert werden. Wenn Jugendliche verbotenerweise von Brückenpollern ins flache Wasser springen und darauf hingewiesen werden, reagieren sie oft ungehalten. „Wenn man dann freundlich sagt, dass das keine gute Idee ist, wird man schon mal angemotzt, von wegen ‚nee, ihr habt mir ja gar nichts zu sagen‘ und so.“
Dennoch überwiegt für sie die Freude am Ehrenamt, und sie wünscht sich mehr junge Mitstreiter. „Ich glaube, viele wissen nicht, wie toll dieser Job eigentlich ist. Von außen sind wir die DLRG, aber von innen ist es eine tolle Gemeinschaft und einfach ein Riesen-Spaßfaktor, wenn du hier am Strand stehst.“