Bauarbeiten beschädigen Glasfaserkabel: Tagelanger Netzausfall in Nordfriesland
Ein beschädigtes Hauptkabel führte in Nordfriesland zu einem tagelangen Internet-Ausfall für mehr als 2000 Haushalte. Weil das verantwortliche Bauunternehmen den Schaden zunächst verschwieg, verzögerte sich die Reparatur erheblich.
Wie Prokuristin und Vertriebsleiterin Inga Lassen von Net Services mitteilt, war der Auslöser ein externes Tiefbauunternehmen, das bei der Verlegung von Hochdruckleitungen eine zentrale Zuführungsleitung schwer beschädigt und dabei 288 Glasfasern durchtrennt hatte. Da der Verursacher den Schaden laut Lassen nicht umgehend meldete, verzögerte sich bereits die Fehlersuche erheblich, wie die shz berichtet. Erst nach aufwendigen Messungen konnte die exakte Stelle unter Gehwegen und in unmittelbarer Nähe zu stark befahrenen Verkehrswegen lokalisiert werden. Genauere Informationen zum Ort des Geschehens machte Net Services nicht, nur so viel, „dass der Schaden auf einer Strecke zwischen Hamburg und Heide lag“.
Aufwendige Reparaturarbeiten in zwei Metern Tiefe
Die Reparatur erwies sich als äußerst komplex: Weil die Leitung rund zwei Meter tief im Boden lag, reichte eine einfache Reparaturmuffe nicht aus. Stattdessen mussten die Techniker auf einer Strecke von mehr als 100 Metern ein komplett neues Kabel verlegen. In mehrtägiger Schichtarbeit wurden schließlich drei Glasfaserkabel präzise miteinander verspleißt. Damit wird beschrieben, wie die Glasfasern miteinander verbunden werden. Die Arbeit erinnert ein wenig ans Schweißen, allerdings in fast schon chirurgischem Maßstab.Zusätzliche Absicherung für die Zukunft
Am Freitagnachmittag (17. Juli) gelang es den Fachleuten, eine alternative Anbindung in Betrieb zu nehmen, sodass das Netz seitdem wieder vollständig läuft. Somit verfügt Net Services künftig über eine zusätzliche Leitung als Absicherung.„Wir möchten uns für die entstandene Störung und die dadurch verursachten Unannehmlichkeiten entschuldigen“, sagt Lassen. Das eingesetzte Team habe gemeinsam mit externen Fachunternehmen den Schaden so schnell, wie es ihm möglich war, behoben.