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Zukunftspläne in Esenshamm: Helios-Klinik plant mit Ausbaureserve

Nach dem angekündigten Aus für das Krankenhaus in Brake stellt sich die Helios-Klinik in Esenshamm für die Zukunft auf. Mit einer Ausbaureserve im dritten Stock und 14 beantragten Leistungsgruppen soll die Versorgung in der Wesermarsch gesichert werden.

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Die Helios-Klinik in Esenshamm plant ihre zukünftige Ausrichtung und verfügt mit einem noch ungenutzten dritten Stockwerk über erhebliche Ausbaureserven für bis zu 100 zusätzliche Betten. Nach dem beschlossenen Aus für das St.-Bernhard-Hospital in Brake wird Helios das einzige verbleibende Krankenhaus in der Wesermarsch sein. Über die künftige Nutzung und die Zuweisung von 14 beantragten Leistungsgruppen entscheidet das Land Niedersachsen.
Die Entscheidung darüber, wie die Ausbaureserve im dritten Obergeschoss genutzt werden kann, steht noch aus. Helios-Regionalgeschäftsführer Johannes Rasche plant dazu zeitnah Gespräche mit dem niedersächsischen Gesundheitsministerium. Ein entscheidender Faktor für die Zukunft der Klinik in Nordenham ist die Zuweisung der sogenannten Leistungsgruppen durch das Land Niedersachsen, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Der Stichtag für diese Zuweisung ist der 30. September des kommenden Jahres, wobei eine Entscheidung möglicherweise auch schon vor Ende September 2027 fallen könnte.

Bedeutung der Leistungsgruppen für die Klinik

Die Leistungsgruppen sind ein zentrales Element der Krankenhausreform und dienen als Steuerungsinstrument zur Sicherung einer hohen medizinischen Versorgungsqualität. Um diese zugewiesen zu bekommen, müssen Krankenhäuser bundesweit einheitliche Kriterien wie fachärztliche Qualifikationen, ausreichende personelle Ausstattung und die nötige technische Infrastruktur nachweisen. Regionalgeschäftsführer Rasche übt vorsichtige Kritik an diesem System, da es vor allem Strukturmerkmale und weniger die tatsächliche Qualität der medizinischen Leistung bewertet. Dennoch sieht er die Wesermarsch-Klinik auf einem guten Weg. Die Strukturprüfung durch den Medizinischen Dienst verlief bereits positiv.Insgesamt hat Helios 14 Leistungsgruppen für Esenshamm beantragt. Dazu gehören die Allgemeine Innere Medizin, Komplexe Gastroenterologie, EPU/Ablation, Interventionelle Kardiologie, Kardiale Devices, Allgemeine Chirurgie, Endoprothetik Hüfte, Endoprothetik Knie, Revision Hüftendoprothese, Revision Knieendoprothese, Tiefe Rektumeingriffe, Urologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin. Sollten alle Gruppen bewilligt werden, erweitert sich das medizinische Angebot vor Ort deutlich. Zudem zeigt sich Helios bereit, bei regionalen Versorgungsengpässen einzuspringen. So signalisierte das Unternehmen bereits im Mai Offenheit, die 2019 aufgegebene Gynäkologie nach Esenshamm zurückzuholen, da in Varel die Schließung der dortigen Frauenklinik droht.

Wirtschaftliche Perspektiven und Gesetzesreformen

Während das eigenständige St.-Bernhard-Hospital in Brake auch aufgrund des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes keine wirtschaftliche Perspektive mehr sah und schließen muss, bereitet das neue Gesetz Helios „keine großen Sorgen“. Ein großer Konzern habe beim Einkauf andere Möglichkeiten, so Rasche. Der Regionalgeschäftsführer betont seine feste Überzeugung: „Eine hohe medizinische Qualität bedingt wirtschaftliches Handeln.“ Ob die Schließung des Braker Krankenhauses weitere Auswirkungen auf das Leistungsspektrum in Esenshamm hat, müssen künftige Gespräche zeigen. Die Leistungsgruppen wurden von Helios bereits beantragt, bevor sich das Aus für das Hospital in Brake abzeichnete.

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