Der Shanty-Chor Butjenter Blinkfüer feiert am kommenden Samstag sein 120-jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert in Burhave. Die traditionsreiche Geschichte des Chores reicht von den Anfängen als Männergesangverein bis hin zu bundesweiten Erfolgen.
120 Jahre Singen ohne Heiserkeit – das schafft nicht mal der stärkste Nordseewind.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der Shanty-Chor Butjenter Blinkfüer feiert an diesem Samstag, 25. Juli, sein 120-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier mit einem Festkonzert beginnt um 14 Uhr im und am Atrium in Burhave. Besucher können sich auf ein maritimes Programm mit Liedern von der Küste freuen. Seine Wurzeln hat der Chor in Sillens. Der Name lässt es nicht unbedingt vermuten, aber es war Hauptlehrer Wilhelm Meyer, der im Jahr 1906 den Männergesangverein Eintracht Burhave ins Leben rief. Die Proben fanden bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs in der 2023 abgerissenen Gaststätte „Zum Rauchfang“ statt.
Zwangspausen durch die Weltkriege
Wegen des Krieges legte der Chor eine Zwangspause ein und wurde erst im Jahr 1919 wieder aktiv. Das Vereinslokal war inzwischen das Gasthaus Ackermann in Burhaversiel, das dort stand, wo sich heute das Familienferienzentrum der Awo-Sano befindet. Die Eintracht-Männer trafen sich nicht nur zum Singen, sondern auch zum gemeinsamen Boßeln. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, zeugen alte Protokollbücher von einem regen Vereinsleben, das 1938 allerdings erneut wegen der sich anbahnenden Kriegswirren eingestellt werden musste. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs folgte eine lange Pause, bis der Chor im Jahr 1949 mit 34 Sängern seinen Betrieb wieder aufnahm. Das Singen half den Männern laut einer Chronik auf der Blinkfüer-Webseite, die schweren Kriegsjahre zu vergessen.Der Männergesangverein und spätere Shanty-Chor war fester Bestandteil des Burhaver Karnevals und von 1963 bis 1996 sogar dessen Veranstalter. Vorneweg marschierte hier Ehrenmitglied Hans Hasemann, der dem Chor über 70 Jahre lang angehörte und im März dieses Jahres verstarb. Die Männer sangen zudem bei Erntedankfesten, in Kirchen und auf Chortreffen. Ende der 70er Jahre umfasste der Chor mehr als 50 Mitglieder, auch bedingt durch den Zuwachs nach der Auflösung anderer Butjadinger Chöre.
Der Wechsel zum Shanty und große Erfolge
Im Jahr 1981 feierte der Männergesangverein sein 75-jähriges Bestehen noch unter dem Motto „Eintracht und Liebe halten uns zusammen“. Statt auf das traditionelle Eintracht-Liedgut verlegte sich der Chor jedoch mehr und mehr auf Shantys. Laut der Chronik nahm der Butjadinger Shanty-Chor, wie er inzwischen hieß, im Jahr 1983 seine erste Langspielplatte mit dem Titel „Hurra Butjarland“ auf. Im Jahr 1993 erschien unter dem Namen Butjenter Blinkfüer die CD „Kommt ein Seemann nach Hause“. Durch Auftritte im Fernsehen und Radioerfolge erlangte der Chor bundesweite Bekanntheit. Bereits 1988 belegten die Butjenter mit dem Titel „Keine Frau ist so schön wie die Freiheit“ wochenlang Platz 1 der volkstümlichen Hitparade von Radio Bremen. Unvergessen bleibt ein Fernsehauftritt im Jahr 2000, bei dem Moderatorin Carmen Nebel den Chor mit den Worten „Gäste aus dem Norden, aus dem Butjadinger Land“ ankündigte. Im Herbst 1996 führte eine Chorreise die Männer zudem in die USA, wo sie bei elf Auftritten vor insgesamt 5000 Menschen sangen.
Musikalisches Aushängeschild der Gemeinde
Das 100-jährige Bestehen feierte das Butjenter Blinkfüer im Jahr 2006 mit einem Shanty-Festival im Fedderwardersieler Hafen. Heute ist der Chor als musikalisches Aushängeschild der Gemeinde nicht mehr aus der Reihe der Hafenkonzerte in Fedderwardersiel und aus der Konzertmuschel in Tossens wegzudenken. Ihre Seefestigkeit beweisen die Männer alljährlich bei der Papierboote-Regatta im Rahmen der Kutterregatta in Fedderwardersiel.Beim anstehenden Jubiläum können sich die Gäste auf Lieder von der Küste, maritime Döntjes, Essen, Getränke und Kinderaktionen freuen. Das Organisationsteam mit Enno Rennies, Rosi Gerlitzki, Helmut Bammel, Kathy Scheltwort, Ramona Wittwer, Hans Scheltwort, Andreas Wittwer, Rudi Ehlers und Georg König freut sich auf das Festkonzert. Zum Team gehören außerdem Birgit Kempf, Helmut Kempf und Hergen Hasemann.
In Neustadt in Holstein wurde die erste Meerwasser-Wärmepumpe Deutschlands offiziell vorgestellt. Das System nutzt die Wärme der Ostsee zur Versorgung von mehr als 200 Haushalten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen neuen Verwaltungssitz in der Bremer Überseestadt bezogen. Bislang verstreute Standorte werden nun an einem Ort zusammengeführt.
Nach Kürzungen bei den Schulbegleitungen lockern einige Hamburger Sonderschulen die Kontrolle der Schulpflicht. Die Schulbehörde mahnt die Einhaltung an, während Opposition und Eltern scharfe Kritik üben.
Wegen eines kapitalen Motorschadens startet die neue Elbfähre erst im kommenden Jahr. Der Fährbetrieb mit dem bisherigen Schiff bleibt bestehen, ist derzeit aber wegen Niedrigwassers eingeschränkt.
Nach dem Großbrand auf einem Schrottplatz in Leer hat die Feuerwehr ihren Einsatz nach dem Löschen der letzten Glutnester beendet. Zeitweise waren rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.