Personalwechsel bremst Vorbereitungen für Bremerhavens 200-jähriges Stadtjubiläum
Die Leiterin des Projektbüros für das anstehende Stadtjubiläum in Bremerhaven wurde in der Probezeit entlassen. Nun übernimmt Tourismuschef Michael Gerber die Planung vorerst selbst.
Zehn Prozent fertig und die Chefin geht von Bord. Das wird wohl ein büschen eng.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Bremerhaven feiert im kommenden Jahr sein 200-jähriges Bestehen mit einem Bürgerfest, doch die Vorbereitungen geraten ins Stocken. Die Leiterin des zuständigen Projektbüros wurde überraschend während der Probezeit entlassen. Nun muss die städtische Tourismusgesellschaft die Organisation neu strukturieren.
Personelle Veränderungen im Projektbüro
Seit dem Sommer des vergangenen Jahres soll ein eigens eingerichtetes Projektbüro das Jubiläumsfest zum 200-jährigen Bestehen der Seestadt vorbereiten. Neben Leuchtturm-Projekten soll die Feier maßgeblich von Bürgern, Vereinen und Initiativen gestaltet werden. „Wir wollen das Wir-Gefühl in der Stadtgesellschaft von Bremerhaven stärken“, hatte Chef der Erlebnis Bremerhaven Michael Gerber als Losung ausgegeben. Die inhaltliche Koordination lag bislang bei Marketingexpertin Margarethe Seul-McGee, die zuvor bei der Brandenburgischen Kulturstiftung tätig war. Doch die Leiterin wurde nun entlassen. „Wir möchten Sie darüber informieren, dass Margarethe Seul-McGee nicht mehr als Leiterin des Projektbüros ,200 Jahre Seestadt Bremerhaven‘ und damit auch für unser Unternehmen tätig ist“, teilte Erlebnis-Chef Gerber den Beteiligten mit.
Kein Zusammenhang mit Maritimer Konferenz
Über die Gründe für die Kündigung während der Probezeit schweigt das Unternehmen aus personalrechtlichen Gründen. Spekulationen, der Rauswurf hänge mit dem gescheiterten Versuch zusammen, die Nationale Maritime Konferenz nach Bremerhaven zu holen, wies Erlebnis-Sprecher Thorsten Brockmann zurück: „Einen Zusammenhang mit der maritimen Konferenz gibt es nicht. Die Idee, die Veranstaltung nach Bremerhaven zu holen, war nur eine von vielen“, so Brockmann. Die Konferenz findet turnusmäßig erst wieder 2028 statt, und das Bundeswirtschaftsministerium lehnte eine Abweichung vom Rhythmus ab. Die Trennung könnte auch mit dem aktuellen Planungsstand zusammenhängen. In einem Interview mit der Nordsee-Zeitung hatte Gerber eingeräumt, dass man sich derzeit erst bei einer Planungsquote von zehn Prozent befinde. Nun übernimmt Gerber die Leitung selbst. Brockmann erklärte dazu: „Er werde sich stärker in die Planungen für den Stadtgeburtstag einbringen und das Stadtmarketing-Team bei seiner Arbeit unterstützen“.
Herausforderungen bei der Sail-Organisation
Neben dem Stadtjubiläum steht auch die Organisation der Sail 2030 im Raum. Nach dem Vertragsende von Ralf Meyer, der die Sail 2025 organisierte, liegt die Zuständigkeit formal bei Gerber. Diese Entscheidung soll Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) getroffen haben. Kritiker warnen jedoch, dass Meyers Netzwerk für die Gewinnung von Sponsorengeldern unverzichtbar sei. Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren (SPD), der gemeinsam mit Grantz das Organisationskomitee leitet, teilt diese Bedenken. Er befinde sich im Gespräch mit dem Oberbürgermeister: „wir werden schauen, dass wir eine gemeinsame Linie finden“, sagte von Haaren.
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