Keine Einigung in erster Tarifrunde für deutsche Seehäfen
Die erste Tarifrunde für die rund 11.000 Beschäftigten der norddeutschen Seehäfen ist ohne Ergebnis geblieben. Die Verhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern werden im August fortgesetzt.
Kein Deal im Hafen. Da müssen wohl erst noch ein paar Krabben gepult werden.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die erste Tarifverhandlung für die rund 11.000 Beschäftigten der norddeutschen Seehäfen ist in Bremen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Angestellten unter anderem eine deutliche Erhöhung der Stundenlöhne. Die Gespräche sollen im August in Bremerhaven fortgesetzt werden. Nach dem Auftakt der Verhandlungen äußerten sich die Arbeitnehmervertreter enttäuscht über den Verlauf. „Das Angebot der Arbeitgeber bleibt weit hinter dem zurück, was die Kolleginnen und Kollegen angesichts ihrer enormen Belastung und ihrer zentralen Rolle für die Leistungsfähigkeit der deutschen Seehäfen verdienen“, erklärten Verdi-Verhandlungsführerinnen Sylvi Krisch und Francisca Bier, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Verdi-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch betonte zudem: „Wer die Leistungsfähigkeit der deutschen Seehäfen sichern will, muss die Menschen stärken, die sie tagtäglich am Laufen halten“. Dazu gehöre zwingend eine deutliche Verbesserung der Einkommen - insbesondere für die unteren Entgeltgruppen. Die Gespräche sollen am 5. und 6. August in Bremerhaven fortgesetzt werden.
Forderungen der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft Verdi fordert 8,2 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 2,50 Euro mehr pro Stunde. Sie verweist auf die Steigerungen beim Containerumschlag, die den Hafenbetrieben zugutegekommen seien. Zugleich hätten weitere Kostensteigerungen die Kaufkraft der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter geschmälert.
Haltung der Arbeitgeber
Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) gab sich mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen zurückhaltend. „Der ZDS möchte an die Lohnrunde im vergangenen Jahr anknüpfen, um die Stabilität und Verlässlichkeit der deutschen Seehäfen sicherzustellen“, hieß es in einem Statement der Arbeitgeberseite vorab.
Rückblick auf vergangene Tarifrunden
Im vergangenen Jahr hatten sich die Tarifparteien bereits nach zwei Verhandlungstagen mehr oder weniger geräuschlos unter anderem auf eine Anhebung der Stundenlöhne um 3,1 Prozent geeinigt. Zudem gab es - je nach Art des Betriebes - Einmalzahlungen von 1.800 oder 1.200 Euro. Als Laufzeit waren zwölf Monate vereinbart worden. Doch nicht immer verliefen die Verhandlungen so harmonisch: 2022 und 2024 brauchte es mit neun beziehungsweise zehn Verhandlungsrunden deutlich länger und es gab teils tagelange Warnstreiks.
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