Führungswechsel bei der VR Bank Föhr-Amrum-Kaltenkirchen: Vorstände Dirk Müller und Marko Reese gehen in den Ruhestand
Bei der VR Bank Föhr-Amrum-Kaltenkirchen steht ein Generationenwechsel an. Die langjährigen Vorstände verabschieden sich, wobei Dirk Müller die Insel Föhr verlässt.
Auf der Generalversammlung der „Vereinigten VR Bank - Föhr-Amrum-Kaltenkirchen“, die als traditionelles Stelldichein der Genossenschaftsmitglieder auf der WDR-Fähre „Norderaue“ stattfand, wurde bekannt gegeben, dass Vorstände Dirk Müller und Marko Reese in den nächsten Monaten in den Ruhestand gehen, wie die shz berichtet. Bereits Ende August wird Bankchef Müller sein Büro an der Boldixumer Straße räumen. „Ich sage es mal mit Tolkien: Es ist Zeit für ein neues Abenteuer“, sagt sichtlich entspannter Bankchef Müller im Gespräch mit der Redaktion in seinem Büro.
Abschied von der Insel Föhr
Das Abenteuer liegt nicht auf der Insel Föhr, denn Müller und seine Frau gehen zurück in die rheinland-pfälzische Heimat. „Viele unserer dortigen Freunde haben mit Freude gehört, dass wir zurückgehen“, erklärt der 61-Jährige. Das Ehepaar verlässt die Insel mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Das hat uns wirklich gewundert, wie schwer uns die Entscheidung gefallen ist, wieder zurück in die alte Heimat zu gehen“, sagt Müller. Ein maßgeblicher Grund war die Insellage. „Die Abhängigkeit von der Fähre und die fehlende Spontaneität spielten dabei eine Rolle“, sagt Wirtschaftsinformatiker Müller. Man freue sich künftig darauf, wieder spontan von A nach B zu kommen. „Dafür müssen wir uns auf die Hitze einstellen. Das beginnt schon im April oder Mai. Die Wärme ist intensiver und länger“, so Müller. Im Jahr 2014 hatte sich der gebürtige Saarländer bei der damaligen Bank Föhr-Amrum vorgestellt und 2015 seine Stelle angetreten. In seine Amtszeit fällt 2020 die Fusion mit der Volksbank Kaltenkirchen, die nördlich von Hamburg liegt.„Die nähere Braut muss nicht die beste sein“, lacht Müller über die Fusion über eine Strecke von knapp 200 Kilometern. Zurückblickend sei dies eine gute Entscheidung gewesen. Selbst nach dieser Fusion gehört die Bank nicht zu den großen Geldinstituten. „Aber man kann auch als kleinere Bank gut wirtschaften“, sagt Müller im Hinblick auf das letzte von ihm zu verantwortende Jahresergebnis.
Herausforderungen im vergangenen Geschäftsjahr
Die Marktbedingungen im vergangenen Geschäftsjahr waren alles andere als ideal. Vorstände mussten auf der Generalversammlung am 23. Juni den Genossenschaftsmitgliedern von geopolitischen Spannungen, hohen Energiepreisen und steigenden Zinsen berichten. Trotzdem stieg die Bilanzsumme um rund 19 Millionen auf 571 Millionen Euro. Die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung hinterlässt jedoch Spuren im Bankgeschäft, da sich das Kreditgeschäft mit Kunden wenig verbesserte. Dafür wuchsen die Einlagen der Kunden kräftig. „Im Moment wird eben gespart“, fasst Müller die Ereignisse zusammen. Das sei für die Wirtschaft nicht ideal, während sich die USA auf eine gute Binnenkonjunktur verlassen könnten.Die gestiegenen Zinsen seien für Hausbauer schlecht. „Gerade jungen Kunden mussten wir den Bau verwehren“, erklärt Müller. Diese schweren Entscheidungen muss künftig Philipp Weber von Föhr treffen, der Müller zum 1. September beerben wird. Nachfolger Weber ist ein „Eigengewächs“ der Bank. Ganz verloren geht Müller der Bank jedoch nicht: Als Berater für „KI-Compliance“ wird er „seinem“ Haus weiterhin zur Verfügung stehen. „Und wir werden auch weiterhin gerne nach Föhr kommen“, sagt Müller.
Nun wartet das Abenteuer Ruhestand und Festland auf das Ehepaar Müller, das zwei erwachsene Kinder hat. Sie haben sich in der Nähe von Trier ein Bauernhaus von 1860 gekauft, das 15 Minuten von der Mosel entfernt liegt. „Wir haben uns in der Nähe von Trier ein Bauernhaus von 1860 gekauft“, freut sich Müller. Da gebe es immer etwas zu tun. „Wir freuen uns drauf“, sagt Müller.