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Streit auf Föhr: Stammgast kritisiert Kontrollen und neuen E-Bus des Ordnungsamtes

Ein langjähriger Urlauber beklagt das Verhalten des Ordnungsdienstes und den Einsatz eines schweren Elektro-Fahrzeugs auf der Promenade. Das Amt weist die Vorwürfe zurück.

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Ein E-Bus auf der Promenade? Hauptsache, er hat ordentlich Watt im Akku. — Rocky, Chefkolumnist
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Ein langjähriger Stammgast auf der Nordseeinsel Föhr äußert deutliche Kritik am Vorgehen und Auftreten des örtlichen Ordnungsamtes. Neben dem Verhalten der Kontrolleure bei Kurkartenprüfungen bemängelt der Urlauber auch den Einsatz eines neuen, schweren Elektro-Fahrzeugs auf der Strandpromenade. Das Ordnungsamt weist die Vorwürfe zurück und verteidigt seine Maßnahmen sowie die Wirtschaftlichkeit der Kontrollen.
Seit den 70er-Jahren kommt Jürgen Meier (Name geändert, Anm. der Red.) nach Föhr. Doch seinen letzten Inselaufenthalt Anfang Juli wird der Niedersachse wohl in schlechter Erinnerung behalten, wie die shz berichtet. Gleich zwei Dinge sind dem langjährigen Föhr-Urlauber sauer aufgestoßen, die beide das Ordnungsamt auf der Insel betreffen. Zum einen wurde Meier von Außendienstmitarbeitern des Ordnungsamtes auf die Kurkarte angesprochen. „Auf eine sehr ‚sheriffhafte Weise‘“, kritisiert Meier das Zusammentreffen mit dem Ordnungsdienst. Dies sei ein neuer Stil auf der Insel, so der Kontrollierte. Zudem hätte der Kontrollscanner des Ordnungsamts-Mitarbeiters zunächst nicht funktioniert. „Und dann steht man da minutenlang daneben“, kritisiert der Besucher.

Kritik an neuem E-Bus auf der Promenade

Was den Niedersachsen aber noch mehr erbost, ist das neue Fahrzeug, mit dem der Außendienst unterwegs ist, und wo der Ordnungsdienst damit herumfährt. So habe er zwei Mitarbeiter mit dem neuen E-Bus „VW ID.Buzz“ Höhe Wellenbad auf der Promenade fahren sehen. „Ich denke, dass die Pflasterung dort nicht für ein Drei-Tonnen-Fahrzeug ausgelegt ist“, sagt Meier. Seiner Ansicht nach sähe man schon Spuren in der Pflasterung durch die schweren Fahrzeuge, die dort fahren würden. „Dieser Bus hat mich irritiert“, sagt Meier. Er erklärt, er habe den Maxi-Van Tage zuvor mit hoher Geschwindigkeit über die Promenade fahren sehen. Da habe er sich die Frage gestellt, warum der Ordnungsdienst ein solches Fahrzeug fahren müsse. Auch die Kosten der Kontrollen bewegen Meier. „Wenn man diese Kosten umrechnet, fragt man sich, ob das noch wirtschaftlich ist“, sagt der Urlauber.

Ordnungsamt weist Vorwürfe zurück

Das Ordnungsamt will diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. „Kurkartenkontrollen erfolgen grundsätzlich nach genauen Vorgaben und in angemessener Art und Weise. Freundlichkeit, Klarheit und Sachlichkeit stehen an vorderster Stelle“, schreibt Pressesprecher des Amtes Andreas Hansen. Sei mehr als bestimmtes Auftreten nötig, sei dies in der Regel eine Reaktion auf respektloses und unfreundliches Verhalten der Kontrollierten, schreibt Hansen. Dies komme allerdings sehr selten vor.Ähnlich äußerte sich Leiter des Ordnungsamtes Dominik Schultz auf der Sitzung des Zweckverbands Tourismus am 23. Juni. Demnach hätten zwischen März und Ende Mai dieses Jahres 1700 Kurkartenkontrollen auf Amrum und Föhr stattgefunden. Davon seien 96 Prozent unter positiver Akzeptanz der Kontrollierten abgelaufen, referierte Schultz. Drei Prozent der Kontrollen sollen demnach ohne Akzeptanz abgelaufen sein. Ein Prozent der Kontrollierten hätten keine Kurkarte vorweisen können, so Schultz. „Dies ist ein messbarer Erfolg“, sagte Schultz im Ausschuss.

Nutzung der Promenade und Leasingkosten

Zu dem Vorwurf der Fahrt auf der Promenade erklärt das Amt, dass die Promenade zur Gefahrenabwehr von dienstlichen Fahrzeugen befahren werden könne. Das ist in den Augen des Amtes kein Problem. „Die Promenade ist von der Bauklasse für das Befahren auch mit schweren Fahrzeugen (Lieferverkehr) geeignet und ausgebaut.“Auf den Internetseiten des Amtes Föhr-Amrum wurde der neue E-Bus als nützliches Fahrzeug im Mai vorgestellt. Demnach ist er geleast worden. Er bringe dem Ordnungsamt ein deutliches Plus an Transportmöglichkeiten. Bettwäsche und Matratzen könnten so eigenständig zu den Notunterkünften gefahren werden. Über die Leasingkosten gibt das Amt in dem Artikel keine Auskünfte. „Die behördliche Aufgabenerfüllung lässt sich betriebswirtschaftlich nicht darstellen“, schreibt Pressesprecher Hansen in seiner Antwort.Für Meier passt der neue Stil dennoch nicht zu seiner langjährigen Erfahrung mit der Insel Föhr. „Föhr stand doch lange als Familieninsel für Respekt und Entspannung“, sagt der inzwischen nach Niedersachsen Zurückgekehrte. Das habe sich geändert.

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05.09., 04:12 Uhr