Nils Schnorrenberger verlässt BIS und BEAN: Suche nach Nachfolge beginnt
Der langjährige Geschäftsführer Nils Schnorrenberger verlässt die Bremerhavener Gesellschaften BIS und BEAN überraschend im September. Nun steht die Stadt vor der Herausforderung, die Nachfolge zu regeln.
Einen Chef klonen? Jo, das spart zumindest das Vorstellungsgespräch.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der langjährige Geschäftsführer Nils Schnorrenberger verlässt Ende September die Bremerhavener Gesellschaften BIS und BEAN. Diese Nachricht kam für Magistrat und Politik überraschend, weshalb die Suche nach einer Nachfolge noch ganz am Anfang steht. Wie die Gesellschafter das Verfahren zur Neubesetzung gestalten wollen, ist derzeit noch unklar. Pressesprecher der Stadt Mark Schröder teilt dazu mit: „Der Magistrat wird bezüglich der Nachbesetzung zunächst einmal das weitere Verfahren mit dem Mitgesellschafter abstimmen.“ Da das Land Bremen zu einem Viertel an der Gesellschaft beteiligt ist, müssen hierzu Gespräche mit dem Senat geführt werden. „Gespräche mit potenziellen Kandidaten führt der Magistrat derzeit nicht. Sobald sich die Gesellschafter auf das Verfahren verständigt haben, wird sich der Magistrat hierzu äußern“, erklärt Schröder weiter, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Verfahren zur Nachfolgesuche noch offen
Ob die Stelle ausgeschrieben wird, steht noch nicht fest. Nils Schnorrenberger selbst wurde nicht aufgrund einer Ausschreibung entdeckt, sondern seine Einstellung ergab sich intern und sorgte für Kontinuität. Auch Schnorrenbergers Vorgänger Jürgen Adelmann wurde ohne Ausschreibung gefunden. Möglich ist allerdings auch, sollte es noch keinen Favoriten geben und externe Fachleute gesucht werden, dass die Stadt auf die Dienste von Headhuntern setzt und Personalberater bei der Auswahl helfen.
CDU-Fraktionschef Thorsten Raschen berichtet, dass es zu dieser Personalie noch keine Gespräche in der Koalition gegeben habe. „Gesucht wird jemand, der anpackt, der auch in schweren Zeiten die Stadt voranbringen will“, teilt Raschen seinen persönlichen Wunsch an die Nachfolgerin oder den Nachfolger mit. Mit dem scheidenden Geschäftsführer sei man sehr zufrieden gewesen. „Am besten wäre es, wenn wir Herrn Schnorrenberger noch einmal klonen könnten.“ Raschen hält es für wahrscheinlich, dass künftig wieder ein Geschäftsführer beide Gesellschaften führen wird.
Besonderheiten der BIS und erste Gerüchte
Die BIS ist die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung, dort sind knapp 70 Personen beschäftigt. Die BEAN ist 1999 für die Entwicklung und Vermarktung des Areals Alter/Neuer Hafen Bremerhaven gegründet worden. Seit Juni 2010 leitet Schnorrenberger die Geschäftsführung der BIS. Drei Jahre später übernahm er auch die Geschäftsführung der BEAN.
Zu den Besonderheiten der BIS zählt es, dass sie im Vergleich zu den Wirtschaftsförderungsagenturen in anderen Städten einen erheblichen Schwerpunkt in der Stadtentwicklung aufweist. Sollte etwa eine Person, die sich in einer kleineren Stadt als Wirtschaftsförderer profiliert hat, in Bremerhaven den nächsten Karriereschritt suchen, muss sie sich darauf einstellen. Der Schwerpunkt Stadtentwicklung liegt auch in der Historie der BIS begründet, die sich 1999 aus mehreren Gesellschaften gründete, unter anderem aus der damaligen FBEG. Der frühere FBEG-Leiter Armin Winninger kam wie sein späterer Nachfolger Schnorrenberger aus Delmenhorst und war wie Schnorrenberger gelernter Agraringenieur. Die BIS gilt als gut geführt und aufgestellt - diese Kultur soll möglichst künftig weitergeführt werden.
Unterdessen kursiert auch schon ein Name eines möglichen Nachfolgers in Bremerhaven: Tim Cordßen-Ryglewski. Von 2019 bis 2023 war der 50-jährige Bremer Staatsrat bei der Senatorin für Wissenschaft und Häfen. Zuvor wirkte Cordßen als Leiter des Senatorenbüros und Pressesprecher von Bremer Senator Martin Günthner (SPD).
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