Ausstellung in Bremerhaven: Kunststipendiatin Julia Gruner macht Farbe zum dreidimensionalen Erlebnis
Die Künstlerin Julia Gruner präsentiert die Ergebnisse ihres einjährigen Stipendiums in Bremerhaven. Ihre unkonventionellen Arbeiten, für die sie Pigmente aus Deichfunden und Lebensmitteln selbst herstellt, sind im Atelier in der Gartenstraße zu sehen.
Farbe aus Backstein und Tang? Bei uns im Norden nennt man das wetterfest.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Künstlerin Julia Gruner präsentiert die Ergebnisse ihres einjährigen Stipendiums des Vereins „Kunst & Nutzen“ in Bremerhaven. Im Atelier in der Gartenstraße zeigt sie Arbeiten, bei denen selbst hergestellte Farbpigmente und unkonventionelle Materialien im Mittelpunkt stehen. Die Ausstellung ist bis zum 25. Juni täglich geöffnet. Die Künstlerin, die eigentlich in Köln zu Hause ist, bewohnte ein Jahr lang das Atelier über dem Pferdestall in der Gartenstraße. Vorsitzender des Vereins Kunst & Nutzen Klaus Becké lobt ihre Arbeit mit den Worten: „Sie macht alles zu Farbe.“ Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, verwandelt Gruner selbst Essensreste in Farbpigmente. Die Künstlerin zeigt sich begeistert von ihrer Zeit in Bremerhaven: „Es war toll, hier arbeiten zu können. Ein so großes Atelier habe ich sonst nicht. Und ich war ganz viel an der Weser.“
Naturmaterialien von der Weser als Farbbasis
Bei ihren Spaziergängen am Deich sammelte Gruner Muscheln, Algen und Backsteine, um daraus Farben herzustellen. Den Backstein zerrieb sie zu feinem Pulver und nutzte Blasentang als Bindemittel. Neben Backsteinen verarbeitete sie auch Brombeeren, Löwenzahn und Paprika zu Pigmenten. Die Künstlerin, die an der Düsseldorfer Kunstakademie Malerei studierte, sieht sich selbst als interdisziplinäre Künstlerin an der Grenze zu anderen Disziplinen. Sie interessiert sich besonders für die Prozesse rund um das Herstellen von Pigmenten.
Die Grenzen der Malerei hinterfragen
Gruner nutzt Acrylfarbe als skulpturales Material und formt zudem Skulpturen aus Alltagsmaterialien wie gelben Fahrbahnmarkierungen. Durch das schichtweise Auftragen von Farbe entstehen dreidimensionale Körper. So schuf sie unter anderem eine gelbe Regenjacke aus reiner Farbe, die der Kurator bei der Ausstellungseröffnung trug. „Ein bisschen steif ist sie schon“, gibt Gruner zu, „aber wasserdicht“. Im Atelier sind zudem kleine Skulpturen aus Gips und Auswaschresten von Acrylfarbe zu sehen.
Die farbstarken Arbeiten verändern sich je nach Lichteinfall und zeigen unterschiedliche Farbverläufe. Ob die 42-Jährige, die 1984 geboren wurde, ihre nächsten Ausstellungen in Berlin und Dortmund mit den in Bremerhaven entstandenen Werken bestücken wird, ist noch unklar, da sie ortsbezogen arbeitet. Als Abschiedsgeschenk für Kulturdezernent Hauke Hilz wird sie noch eine Arbeit anfertigen. Die Ausstellung im Obergeschoss des Ateliers in der Gartenstraße 5 ist bis zum 25. Juni täglich von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
In Neustadt in Holstein wurde die erste Meerwasser-Wärmepumpe Deutschlands offiziell vorgestellt. Das System nutzt die Wärme der Ostsee zur Versorgung von mehr als 200 Haushalten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen neuen Verwaltungssitz in der Bremer Überseestadt bezogen. Bislang verstreute Standorte werden nun an einem Ort zusammengeführt.
Nach Kürzungen bei den Schulbegleitungen lockern einige Hamburger Sonderschulen die Kontrolle der Schulpflicht. Die Schulbehörde mahnt die Einhaltung an, während Opposition und Eltern scharfe Kritik üben.
Wegen eines kapitalen Motorschadens startet die neue Elbfähre erst im kommenden Jahr. Der Fährbetrieb mit dem bisherigen Schiff bleibt bestehen, ist derzeit aber wegen Niedrigwassers eingeschränkt.
Nach dem Großbrand auf einem Schrottplatz in Leer hat die Feuerwehr ihren Einsatz nach dem Löschen der letzten Glutnester beendet. Zeitweise waren rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.