Trendsport Pumpfoilen: Wie zwei Hamburger über das Wasser fliegen
Beim Pumpfoilen gleiten Sportler auf einem Board mit Tragflügel über das Wasser. Zwei Hamburger trainieren mehrmals wöchentlich auf heimischen Gewässern und teilen ihre Leidenschaft nun auch mit Anfängern.
Über das Wasser fliegen? Ich nehme lieber die Fähre, da bleibt die Mütze trocken.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der neue Trendsport „Pumpfoilen“ verbindet Physik mit dem Gefühl von Fliegen über dem Wasser. Zwei Hamburger trainieren mehrmals die Woche auf norddeutschen Gewässern und bieten mittlerweile auch Probestunden für Interessierte an. Der Einstieg in die Sportart erfordert jedoch viel Geduld und Ausdauer. Auch Simon Pawlowski ist von der Variante „Pumpfoilen“ begeistert, die er vor rund zweieinhalb Jahren für sich entdeckt hat: „Es ist zwar anstrengend, längere Stecken zurück zu legen, aber das „Fliegen“, gut einen halben Meter über der Wasseroberfläche, ist traumhaft“, schwärmt er, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Ein bisschen erinnert das „Pumpfoil-Board“ an das Hoverboard aus dem Film „Zurück in die Zukunft“, nur fliegt man damit nicht in der Luft, sondern über dem Wasser. Unter dem Board befindet sich nämlich ein Flügel bzw. Foil, an einem etwa 80 Zentimeter langen Mast, womit sich das Board bei Beschleunigung über der Wasseroberfläche halten und „fliegen“ kann.
Herausforderung beim Start und physikalische Prinzipien
Allerdings sind bereits das Starten und die ersten Meter auf dem Board eine echte Herausforderung: Bevor Pawlowski draufspringt, schießen ihm Tausende von Fragen durch den Kopf, wie etwa, ob er es im passenden Winkel losgeschoben hat? Oder, ob er vernünftig auf dem Board landen wird? Erst, wenn das alles erfüllt ist und er sicher auf dem Board steht, kann er seine ersten Glides machen. Dabei erlebt er ein Gefühl von „Ruhe und Freiheit“. Der 46-Jährige hat den Sport vor rund zweieinhalb Jahren für sich entdeckt. „Die Tatsache, dass das alles so funktioniert, ist zwar reine Physik, aber trotzdem Wahnsinn“, sagt er. Auf den Sport gekommen, sei er damals durch Social Media. „Mit einem Freund zusammen haben wir das durch Zufall gesehen und wollten es unbedingt ausprobieren“, erzählt der Hamburger, der sonst gerne snowboardet und Wellenreiten geht. „Der Literatur nach braucht man circa 350 Starts bis man sich ein paar Meter auf dem Board halten kann“, schildert Pawlowski.„Beim Pumpfoiling muss man mit den Strömungen am Foil arbeiten. Diese Foils sind technisch dem Flugzeugflügel ähnlich, nur, dass die nicht von Luft, sondern vom Wasser umströmt werden. Mit der richtigen Geschwindigkeit strömt dann das Wasser über den Flügel und generiert so einen Auftrieb. Man schiebt also das Board an, oder springt mit Schwung drauf, es steigt an und dann muss man das Gewicht weiter nach vorne verlagern, damit es wieder runtergeht. Diese Gewichtsverlagerung wiederholt man durch die namensgebende Pumpbewegung und kommt so in den Vortrieb und fährt“, erklärt Pawlowski.
Training an heimischen Gewässern
Zusammen mit seinem Freund Mirco Langholz trainiert er bis zu viermal die Woche am Harburger Hafen oder am See im Großen Moor nahe Harburg, aber auch in der Ostsee oder im Urlaub am Meer. „Mit Wellen zu fahren, die dann als Antrieb funktionieren, hat es nochmal einen besonderen Reiz und ganz neue Möglichkeiten. Aber grundsätzlich geht es fast überall, denn alles, was wir dazu brauchen, ist ein Gewässer, was tief genug ist und einen Steg zum Starten hat“, erzählt Pawlowski. Wenn die beiden so auf den Boards stünden, würde sie häufig interessante Blicke von den Passanten ernten. „Manchmal bekommen wir Standing-Ovations von den Passanten am Ufer, wenn sie sehen, was wir machen“, erzählt Simon Pawlowski. So ein Board mit Foil würde je nach Ausstattung, ob man es gebraucht oder neu kauft und für welche Marke man sich entschiedet, zwischen 1.500 bis 4.000 Euro kosten.
Angebote für Einsteiger
Wer mit dem Sport beginnen möchte, kann beispielsweise auch bei Pawlowski und Langholz Probestunden am See am Großen Moor bei Harburg nehmen, um für sich dann zu entscheiden, ob es der richtige Sport ist. „Anfangs kann man die ersten Glides unter Anleitung auf dem Bauch machen, bevor man es im Stehen versucht“, sagt der 46-Jährige. Er habe es sich selbst beigebracht, wobei die Gemeinschaft sehr hilfsbereit ist: „Zum Glück trafen wir bei uns am See auf ein paar andere Verrückte, die ebenfalls noch am Anfang waren“, erzählt Pawlowski. So habe man sich gegenseitig motivieren und korrigieren können. „Aber es war zu Beginn ein langer und zäher Weg“, erzählt der Wassersportbegeisterte. Wer Interesse bekommen hat, es selbst zu testen, kann eine E-Mail an pumpfoilhamburg@gmail.com an Simon Pawlowski senden. Das Board und die Ausstattung kann vor Ort gestellt werden. Für eine Probestunde nehmen sie nur einen Minimalbetrag, um das von ihnen gestellte Material in Schuss zu halten.
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