Meldung ✓

Seehund-Sichtung am Wedeler Elbstrand sorgt für Aufsehen

Am Beachclub in Wedel wurde eine Robbe in unmittelbarer Nähe zum Strand gesichtet. Eine aufmerksame Passantin verhinderte durch ihr Eingreifen, dass Badegäste dem Wildtier zu nahe kamen.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Sucht wohl auch nur ein schattiges Plätzchen. Recht hat er, der Kollege. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Seehund-Sichtung am Wedeler Elbstrand sorgt für Aufsehen
Illustration: KI-generiert
Am Wedeler Beachclub „Strandbad 28 Grad“ ist am Sonntag, 19. Juli, eine Robbe in unmittelbarer Nähe zum Ufer gesichtet worden. Eine aufmerksame Passantin verhinderte, dass ein besorgter Vater zu dem Tier ins Wasser stieg, und sorgte so für den nötigen Abstand. Experten betonen in diesem Zusammenhang das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Meeressäugern in Flüssen.

Begegnung am Elbstrand

Plötzlich zeigte ein Vater mit seinen Kindern aufgeregt aufs Wasser – und tatsächlich: Dort in der Elbe, ganz nah am Beachclub „28 Grad“ in Wedel, waren die unverkennbaren Knopfaugen einer Robbe zu erkennen. „Ich glaube, sie wollte eigentlich an den Strand kommen, hat sich aber wegen der vielen Menschen nicht getraut“, meint Fenja Essig, die am Sonntag, 19. Juli, mit ihrem Freund und dessen Mutter im „28 Grad“ zu Besuch war und geistesgegenwärtig ein Foto von dem Seehund schoss, wie die shz berichtet.
Dass eine Robbe in der Elbe gesichtet wird, ist per se nicht ungewöhnlich: In der Haseldorfer Binnenelbe, nur ein paar Kilometer westlich von Wedel, liegen mitunter Dutzende der Tiere auf Sandbänken. Dennoch ist es selten, dass die Meeressäuger sich so nah an Menschen heranwagen. Wenn Robben sich in Flüssen aufhalten, sind sie meist auf der Jagd nach Fischen. Gerade in Zuflüssen zum Meer wie der Elbe passiert das häufiger.
Erst am 10. Juli war laut eines Berichts der dpa am Hamburger Elbufer zwischen Teufelsbrück und dem Findling „Alter Schwede“ ein Heuler, also ein mutterloses Seehundjungtier, von Spaziergängern gefunden worden. Hamburger Schwanenvater Olaf Nieß kümmerte sich um den Seehund; er sollte in die Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog gebracht werden.

Rettungsversuch verhindert

In Wedel gestaltete sich die Lage ein wenig anders: Der Familienvater, der die Robbe zuerst gesehen hatte, sei schon im Begriff gewesen, seine Schuhe auszuziehen und ins Wasser zu stürmen, um nach dem Seehund zu sehen, erzählt Fenja Essig. „Er dachte, die Robbe sei geschwächt. Ich habe ihn aber darum gebeten, am Strand zu bleiben. Schließlich soll man Robben niemals anfassen und eigentlich mehrere Meter Abstand halten.“

Verhaltensregeln bei Sichtungen

Tatsächlich gilt: Wer eine Robbe in freier Wildbahn sieht, sollte unbedingt Abstand halten. Auch wenn ein erwachsenes Tier am Strand liegt, besteht nicht unbedingt eine Notsituation, wie auch die Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog betont: Oft ruhen sich Robben nur aus, bevor sie weiterschwimmen. Nur dann, wenn es sich um ein offensichtlich verletztes oder stark abgemagertes Tier oder ein Jungtier handelt, bei dem die Mutter nirgends zu sehen ist, sollten die zuständigen Stellen alarmiert werden.
In Schleswig-Holstein gibt es dafür die offizielle „Robben.App“ des Nationalparks Wattenmeer, mit der eine Sichtung auf Deutsch und Englisch sofort digital bei den lizenzierten Seehundjägern gemeldet werden kann. Auch die Polizei (110) und die Seehundstation Friedrichskoog unter 04854 1372 nehmen Meldungen entgegen.
Fenja Essig jedenfalls handelte bei der Seehund-Sichtung in Wedel genau richtig: Schon nach wenigen Momenten tauchte die Robbe ab und schwamm außer Sicht.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr